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Thema: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

  1. #21
    Bis auf weiteres abwesend Benutzerbild von Freikorps
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    Standard AW: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

    Der Glaspalast in München:



    Anlässlich der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung 1854 ließ Maximilian II. auf dem Areal des Alten Botanischen Gartens ein Ausstellungsgebäude durch den Architekten August von Voit errichten. Da das Gebäude nur aus Glas und Stahlträgern (mit einem Gesamtgewicht von über 1700 Tonnen) bestand, wurde er als Glaspalast bezeichnet. Innerhalb von nur 6 Monaten wurde der Palast aus genormten Teilen erstellt.

    Das auf einem symmetrischen Grundriss errichtete Gebäude hat ein bis zwei Stockwerke, war 237 Meter lang, bis zu 25 Meter hoch und bis zu 67 Meter breit. Einst standen drei Brunnen in seinem Inneren. Der zentrale Brunnen ist erhalten und steht heute am Weißenburger Platz.

    1931 brannte das Bauwerk aus, die Ursachen liegen im Dunklen. Über 3000 Gemälde wurden zerstört. Ein Nachfolgebau sollte ebenfalls im Alten Botanischen Garten errichtet werden, nach der Machtergreifung 1933 entschied aber Adolf Hitler das neue Ausstellungsgebäude - das Haus der Kunst - am Englischen Graten zu errichten. So wurde der Botanische Garten wieder zu einem Park, als einige der ersten Bauwerke des Dritten Reiches entstanden das Parkcafe und ein Ausstellungsgebäude im Alten Botanischen Garten.


  2. #22
    Bis auf weiteres abwesend Benutzerbild von Freikorps
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    Standard AW: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

    Das Wittelsbacher Palais in München:



    Das Wittelsbacher Palais wurde von Friedrich von Gärtner als Kronprinzenpalais für den späteren König Max II. 1848 an der Ecke Brienner Straße / Türkenstraße errichtet. Doch dieser bewohnte es nicht. 1848 trat sein Vater Ludwig I. als König zurück, Max II. zog in die Residenz ein, während Ludwig nun im Wittelsbacher Palais Quartier nehmen musste. Nach den Wünschen Max II. war das Palais im gotischen Stil errichtet worden, der diesem Stil zugeneigt war und auch später beim Bau der Maximiliansstraße auf ihn zurückgriff. Ludwig I. dagegen ertrug ihn nicht, er akzeptierte ihn höchstens für Kirchen. Auch der Architekt des Palais, Friedrich von Gärtner, äußerte sich sehr offen über den Auftrag „Das ist mir der zuwiderste Bau, den ich geführt habe“.

    Nach dem Tod Ludwig I. 1868 zog der spätere König Ludwig III. in den Palast, den er bis zu seiner Flucht aus München 1918 bewohnte. Am 05.04.1919 tagte hier SPD, USPD, und Bayerischer Bauernbund der Räterepublik. Von 1933 an hatte hier die GESTAPO ihr Hauptquartier, ein Gefängnistrakt wurde an das Palais angebaut. Hitler und sein Münchner Architekt Herrmann Giesler planten an Stelle des Palastes das Grabmal des Diktators.


    1944 wurde das Wittelsbacher Palais teilweise beschädigt. Auf Grund seiner Vergangenheit war niemand an einem Erhalt des Gebäudes erhalten, 1964 wurden daher die Reste abgetragen und die Bayerische Landesbank erbaut.

  3. #23
    FCK BRD Benutzerbild von Arthas
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    AW: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

    Zitat Zitat von FranzKonz Beitrag anzeigen
    Das kann man auch anders sehen. Erstens war das Dingen kulturhistorisch nicht viel wert, denn bei der Neogotik handelte es sich um eine kurzfristige Modeerscheinung des ausgehenden 19. Jhd.
    Das sehe ich anders. Zwar fällt die Kirche aus dem historischen Kontext dieser Stilepoche, doch stellt sie dennoch einen gelungenen und prachtvollen Sakralbau dar. Man kann den Historismus auch als letzte Blüte der europäischen Architektur betrachen, in der noch einmal ein paar letzte Prachtbauten in den Stilen der vorangegangen Epochen errichet wurden, bevor dann der geistige und kulturelle Abstieg des Abendlandes begann.

    Zweitens stellt der "Hohle Zahn" ein Mahnmal für den alliierten Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung dar und ist daher im gegenwärtigen Zustand erhaltungswert.
    Das tut er eben nicht. Er ist als "Mahnmal gegen die von Deutschland entfachten Kriege" gedacht, und soll in erster Linie zum Hohn und Spott für die besiegten Deutschen dienen. Die ewige Erinnerung an die Niederlage. Nicht umsonst wurde dafür auch ausgerechnet diese Kirche, eine der schönsten Berlins und sichtbarer Ausdruck deutschen Nationalstolzes, ausgewählt. Das ist die angelsächsische Art Siegesdenkmäler zu errichten.

    Somit stellt das Gebäude das genaue Gegenteil eines Mahnmals gegen den alliierten Bombenterror dar. Ein wirkliches Zeichen dagegen wäre es, dieses Denkmal für die alliierten Terrorbomber abzureißen und die Kirche in alter Pracht wieder aufzubauen.


    Sehr viel schlimmer wiegt der Verlust praktisch jeder mittelgroßen bis großen Altstadt in Deutschland durch eben diesen Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung dar. Selbst in relativ kleinen Städtchen wie Aschaffenburg blieb kaum ein Stein auf dem anderen, große Städte waren in der Regel nur noch Trümmerfelder.

  4. #24
    divers Benutzerbild von tabasco
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    Uspenski-Kathedrale in [Links nur für registrierte Nutzer]

    War:

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    Zerstört:

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    Wiederaufgebaut:

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  5. #25
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    Десятинная церковь (Church of the Tithes) Kiew

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    Никольский военный собор (St. Nicholas Military Cathedral) Kiew

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    Sowjets haben insgesamt 145 Kirchen in Kiew zerstört.
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  6. #26
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    Standard AW: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

    Zitat Zitat von Kugelfisch Beitrag anzeigen
    Uspenski-Kathedrale in [Links nur für registrierte Nutzer]
    Hatte ich schon.

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    Zitat Zitat von Kugelfisch Beitrag anzeigen
    Десятинная церковь (Church of the Tithes) Kiew

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    Никольский военный собор (St. Nicholas Military Cathedral) Kiew

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    Die 2 kannte ich noch gar nicht. Barbarische Schweine, besonders schade um die zweite. Hoffentlich wird man sie rekonstruieren können.

    Sowjets haben insgesamt 145 Kirchen in Kiew zerstört.
    Nicht nur dort und nicht nur Kirchen (wie man am schon erwähnten Sucharew-Turm gesehen hat).

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    In den 1930er Jahren wurden 20 von 21 Kirchen von den Sowjets eingerissen, die Stadt verlor einen Großteil ihrer historischen Bausubstanz.
    Der historische Kern meiner eigenen Heimatstadt liegt unter Wasser:

    1737 wurde die Stadt nach einem Dekret der Zarin Anna als Niederlassung für christianisierte Kalmücken durch Wassili Tatischtschew gegründet. Im Jahr 1955 versank nach Abschluss der Bauarbeiten für das Wolga-Wasserkraftwerk der größte Teil der historischen Altstadt in den Wolgafluten.
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    "Dem modernen Menschen ist es gleichgültig, in seinem Leben keine Freiheit zu finden, wenn er sie in den Reden jener verherrlicht findet, die ihn unterdrücken." - Nicolás Gómez Dávila


  7. #27
    divers Benutzerbild von tabasco
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    Standard AW: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

    Zitat Zitat von Gryphus Beitrag anzeigen
    Hatte ich schon. (...)
    Ups. Sorry.

    Zitat Zitat von Gryphus Beitrag anzeigen
    (...) besonders schade um die zweite. (...)
    Die erste (Desjatinnaja Cerkow') war ursprünglich aus dem Jahr 996 (!!!) ... ;(
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  8. #28
    Weiße Bewegung Benutzerbild von Gryphus
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    Standard AW: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

    Zitat Zitat von Kugelfisch Beitrag anzeigen
    Die erste (Desjatinnaja Cerkow') war ursprünglich aus dem Jahr 996 (!!!) ... ;(
    Habe mir gerade den Artikel auf Wikipedia durchgelesen. Du hast bei mir durch den Hinweis auf diese 2 Kirchen den Hassanfall des Tages verursacht.

    Womit wir schon beim nächsten wären:

    Die beiden während der Kämpfe 1917 stark beschädigten Klöster auf dem Kremlgelände – das Tschudow- und das Himmelfahrtskloster – wurden im Rahmen der antireligiösen Kampagne der Bolschewiki, der auch eine Vielzahl anderer Sakralbauten russlandweit zum Opfer fiel, zunächst geschlossen und 1929 schließlich restlos abgerissen. Auf dem freigewordenen Grundstück entstand bis 1934 das im neoklassizistischen Stil ausgeführte neue Gebäude der Militärschule für Kommandeure der Roten Armee. Heute ist es als Verwaltungsgebäude des Kremls (oder auch als Gebäude 14) bekannt und ist ein Teil des Präsidentensitzes innerhalb des Kremls.
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    The Chudov Monastery (Чу́дов монасты́рь) (more formally known as Alexius’ Archangel Michael Monastery) was founded in the Moscow Kremlin in 1358 by Metropolitan Alexius of Moscow. The monastery was dedicated to the miracle (chudo in Russian) of the Archangel Michael at Chonae (feast day: September 19 [O.S. September 6]). The Monastery was closed in 1918, and dismantled in 1929.
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  9. #29
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    Eine Postkarte aus dem Essen vor dem WK II:

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    Leider ist alles während 272 Luftangriffen untergegangen
    Der Nachteil des Himmels besteht darin, dass man die gewohnte Gesellschaft vermissen wird.
    Mark Twain

  10. #30
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    Standard AW: Verlorene Architektur - im 20. Jahrhundert zerstörte Bauwerke, Ensembles etc.

    Zitat Zitat von Arthas Beitrag anzeigen
    Das sehe ich anders....
    ... der geistige und kulturelle Abstieg des Abendlandes begann.
    Bzgl. der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bin ich der Meinung, dass ich als Kind eine etwas abgewandelte Version über deren Zerstörung gehört habe:

    Bis Ende April 1945 wäre sie lediglich durch einen Flaktreffer beschädigt gewesen. Erst nach Kriegsende, nach der Aufteilung in die 4 Sektoren hätten „Amerikaner/Engländer“ mit der gezielten Sprengung des Kirchenschiffs begonnen, dann aber aufgehört…

    Leider findet man im Web nur ganz allgemein gehaltene Aussagen über diese Kriegsschäden (bis auf die Aussage über den Flaktreffer). Diese so auffallend unkonkrete Art und Weise der Berichterstattung betreffs Datum, Umfang, Augenzeugen der Zerstörung lässt mich als gelernten DDR-Bürger Unangenehmes vermuten.

    Möglicherweise gibt es hier noch kompetente Wissensträger, die Genaueres über die Zerstörung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin wissen und das evt. auch ohne Rücksicht auf die aktuelle „politische Wetterlage“ – quasi im Sinne der historischen Wahrheit – mitteilen wollen.

    Ich wäre über einen evt. Erkenntniszuwachs erfreut…
    Verallgemeinerungen sind Lügen.
    (Gerhard Hauptmann)

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