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Thema: Wann ist man normal, und wann psychisch krank?

  1. #1381
    Mitglied Benutzerbild von Humer
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    Standard AW: Wann ist man normal, und wann psychisch krank?

    Zitat Zitat von Leo Navis Beitrag anzeigen
    Ich habe auch viele Schizophrenen kennengelernt die in eine psychotische Episode kamen, dann in die Psychiatrie und dann von ihrer Familie die Nachricht erhielten, diese Familie wolle mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Das scheint weniger die Ausnahme und weit eher die Regel zu sein.

    Man erkannt die Güte einer Sozietät daran, wie sie mit ihren vermeintlich schwächsten Gliedern umgeht ...
    Wenn es nur um Episoden geht, sollte man schon erwarten können, dass man ein Familienmitglied oder Freund nicht fallen lässt. Bei chronisch Kranken fällt es mir schwer, eine Familie zu verurteilen, die sich zurück zieht. Ich kenne z.B. einen Fall, wo der Kranke gegen seine Stimmen oder was auch immer anschreit oder/und das Radio aufdreht, auch in der Nacht. Im Haus sind Berufstätige und Schulkinder, die darunter leiden. Gleichzeitig hasst der Medikamente und Ärzte, lässt sich aber jahrelang voll versorgen. Der Anteil der chronisch Kranken dürfte bei 1/3 aller Psychotiker liegen.
    Parole: Reich ins Heim- Mitglied der Linksfraktion

  2. #1382
    meh
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    Standard AW: Wann ist man normal, und wann psychisch krank?

    Zitat Zitat von Humer Beitrag anzeigen
    Wenn es nur um Episoden geht, sollte man schon erwarten können, dass man ein Familienmitglied oder Freund nicht fallen lässt. Bei chronisch Kranken fällt es mir schwer, eine Familie zu verurteilen, die sich zurück zieht. Ich kenne z.B. einen Fall, wo der Kranke gegen seine Stimmen oder was auch immer anschreit oder/und das Radio aufdreht, auch in der Nacht. Im Haus sind Berufstätige und Schulkinder, die darunter leiden. Gleichzeitig hasst der Medikamente und Ärzte, lässt sich aber jahrelang voll versorgen. Der Anteil der chronisch Kranken dürfte bei 1/3 aller Psychotiker liegen.
    Hmm ne, die 1/3 Regel ist wohl ein wenig veraltet, ich glaube der heutige Stand ist dass es weit mehr sind.

    Ich lag mal in der Geschlossenen mit so einem - genau mit der gleichen Radioscheiße, nur, dass er meist lautes Rauschen gehört hat - auf einem Zimmer. Ich kann durchaus verstehen, dass man sich zurückzieht, aber solche Menschen fallen zu lassen ist einfach nur das absolut Letzte, allerdings in dieser Gesellschaft ziemlich normal. Viele Suizidale, gerade im jungen Alter, werden ja auch gar nicht ernst genommen (der kriegt sich schon wieder ein / will nur Aufmerksamkeit), was häufig gerade und besonders stark dann die Suizidalität noch antreibt.

    Ich meine, mal ganz im Ernst: Da ist jemand, dem geht es offensichtlich richtig dreckig und er wird die ganze Zeit gequält von Stimmen und Co, von sich selbst, was noch viel grausamer ist als Qual aus der Außenwelt, da ist doch das Mindeste, was man machen kann, sich um ihn zu kümmern. Aber die 'normalen' Menschen scheinen überhaupt nicht zu rallen wie grausam sowas überhaupt ist. Einst besuchten mich meine Schwestern, nachdem ich mich kurz vorm Selbstmord selbst habe einweisen lassen, auf der Geschlossenen; sie fragten mich, ob ich denn gar nicht darüber nachdenke, wie sie sich dabei eigentlich fühlten. Wer eine Schizophrenie aushält ist tatsächlich einer der heldenhaftesten Menschen, die man sich vorstellen kann; die Grausamkeit und Furchtbarkeit dieses Phänomens scheinen sich die meisten Menschen nicht mal vorstellen zu können. Wir behandeln diese Menschen aber nicht wie Helden, sondern wie Abschaum, und werfen ihnen noch Arroganz vor, wenn sie sich dazu entscheiden, die Grausamkeit des Phänomens zu ertragen statt über Medikamente zu verdrängen.

    Solch ein Verhalten ist in unserer Sozietät keineswegs Ausnahme, es ist absolute Regel. Der Popstar gilt mehr als die Krankenschwester, der Bundesligaprofi mehr als die Bundeskanzlerin, der Youtubekönig mehr als der Unteroffizier. Das ist krank. Schizophrenie ist ein sinnvoller Mechanismus und produziert häufig genug die genialsten Individuen, gerade im künstlerischen Bereich - und wie sagte mein einstiger Mathematikprofessor doch so schön? Ohne ausgeprägte Kreativität kann man kein guter Wissenschaftler werden, ist Wissenschaft doch meist auch nichts als Kunst auf anderer Ebene.

    Wir versuchen den Menschen ihre "Verrücktheit" mit Medikamenten auszutreiben. Wir übersehen völlig dass wir uns damit selbst des größten Schatzes berauben den die Menschheit kennt.
    Geändert von Leo Navis (04.08.2013 um 20:11 Uhr)

  3. #1383
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    Standard AW: Wann ist man normal, und wann psychisch krank?

    Zitat Zitat von Branka Beitrag anzeigen
    Da ich persönlich eine absolute Gegnerin von Antidepressiva oder überhaupt Medikamenten bin, die sich mit den Bereich Psyche befassen, will ich eure Meinung dazu hören.

    Ich persönlich glaube, das man NICHT seine Psyche mit Medikamenten heilen kann wie z. B. mit Antidepressiva oder was es sonst noch gibt. Denn wer entscheidet überhaupt was normal ist und was nicht?

    Wie kein ein Psychater feststellen, ob jemand psychisch krank ist oder nicht? Woher will ein Psychater das überhaupt wissen nach paar Sitzungen? Wieso ist die Bibel der Psychologen, DSM, auf einen über 800-seitigen Wälzer angestiegen, welcher vor 50 Jahren nocht nicht mal 100 Seiten hatte mit psychischen Krankheiten?

    Ich persönlich halte nichts von Psychologen oder Psychotherapeuten, ich denke, das es die Lage eines Menschen NICHT verbessert, sondern eher noch schlimmer macht, was meint ihr?
    Ganz einfach: Wenn man selber mit seiner Lage unzufrieden ist, dann stimmt was nicht. Wen einem keine Lage gefällt, das ist man vermutlich krank (Selbstmord ist in der Natur unverständlich) ...
    Wenn man andere umbringt, weil einem das Bilder an der Wand gesagt haben, dann ist man sicher nicht mehr normal.

    Die meisten Psychischen Krankheiten wie Depression etc. lassen sich so oder so mit einer Umgestaltung, oder einfach mit Sport, beheben.
    Sozialismus oder Barbarei

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