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Thema: NY: Bloomberg walzt die Demokraten nieder

  1. #1
    grenzgenialer Zyniker Benutzerbild von mentecaptus
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    Daumen hoch! NY: Bloomberg walzt die Demokraten nieder

    Spiegel Online: [Links nur für registrierte Nutzer]

    Mike Bloomberg hat die Bürgermeisterwahl von New York gewonnen - und wie! Mit 20 Prozentpunkten Vorsprung wurde der Milliardär im Amt bestätigt. Bleibt die Frage: Wieso wählt die liberale Hochburg am Hudson, Heimat von Gewerkschaften, Aktivisten und linker US-Intelligenzia, seit zwölf Jahren Republikaner an die Macht?

    (...)

    Mit satten 20 Prozentpunkten Abstand hat der Republikaner Bloomberg den Demokraten Ferrer bei der gestrigen Kommunalwahl gedemütigt und sich eine zweite Amtszeit gesichert. Einen solchen Vorsprung von Rechts über Links hat es in New York City noch nie gegeben. Selbst bei den republikanischen Bürgermeisterslegenden nicht, Fiorello LaGuardia und Rudy Giuliani. Ein erwarteter Sieg zwar, und doch: "Ein Sieg von historischen Proportionen", sagt Maurice Carroll, der Direktor des Umfrageinstitutes der Quinnipiac University, das Bloomberg sogar einen 30-Prozent-Vorsprung prophezeit hatte.

    Bleibt die Frage: Wieso wählt die erzliberale Hochburg am Hudson River, die Heimat von Gewerkschaften, Aktivisten und der linken US-Intelligenzia, seit nunmehr zwölf Jahren Republikaner ins höchste Amt - die längste durchgehende Machtspanne in der Geschichte der Stadt? Der Schwarze David Dinkins war der letzte Demokrat, der New York regieren durfte, bevor er 1993 von Giuliani entthront wurde.

    Überall sonst schwimmen den Republikanern die Felle weg. In Washington präsidiert George W. Bush über die niedrigsten Popularitätswerte seit Richard Nixon, derweil seine Partei wegen der Kongresswahlen nächstes Jahr schon jetzt Fracksausen hat. Der verlässlich republikanische Staat Virginia wählte gestern den Demokratenn Timothy Kay zum neuen Gouverneur, obwohl (weil?) sich Bush in letzter Minute noch persönlich engagiert hatte. Bei den Gouverneurswahlen in New Jersey schlug der Liberale Jon Corzine seinen konservativen Gegner Doug Forrester aus dem Rennen.

    Nur hier nicht, in New York. Die Stadt, in der fünfmal so viele eingetragene Demokraten wie Republikaner leben. Die Stadt, in der vorigen August aus Protest gegen den republikanischen Wahlparteitag Hunderttausende auf die Straße gingen, um ihr letztes Bollwerk gegen Bush zu verteidigen. Die Stadt, die seit jeher als politisch uneinnehmbar gilt, als unregierbar, multi-ethnisch, anti-konservativ: Brutstätte der amerikanischen Kommunisten, des New Deals, der Schwulenbewegung, des Liberalismus, des Punks, der Fahrraddemo "Critical Mass", die bis heute einmal pro Woche Manhattan lahmlegt.

    Die Stadt, in der die Demokraten gestern das schlechteste Wahlergebnis seit 1933 hinlegten. Ein politisches Paradox: Warum kriegen sie in ihrer Heimat keinen Fuß mehr auf den Boden?

    (...)

    Ein weiterer Trick, den Bloomberg gut gelernt hat: Der Ex-Demokrat präsentiert sich brilliant als Un-Republikaner - sozialliberal, kriegskritisch und im Unterschied zum vielen Konservativen kein harter Abtreibungsgegner. Die jüngsten Terror-Alarme nutzte er clever, um sich vom Moloch des US-Heimatschutzministeriums abzusetzen. Den Umfragekiller Bush hielt er tunlichst vom Wahlkampf fern. "Bloomberg hat noch mehr als Giuliani getan, um sich von der nationalen Partei zu distanzieren", staunt Howard Wolfson, ein Berater der Demokraten. Hinter verschlossener Tür aber schüttelt "Bloomie" der rechten Basis kräftig die Hand.

    Ferrers Niederlage offenbart aber auch viel über den desolaten Zustand der New Yorker Demokraten - die darin ihrer nicht minder glücklosen Mutterpartei in Washington ähneln.

    Seit Jahren sind die Demokraten in New York zersplittert, zerstritten und von Skandalen verfolgt. Statt charismatischer Figuren produzieren sie Phantome wie Ferrer, der nie zu einer klaren Message fand und so farblos ist, dass selbst die "New York Times" seinen zweiten Vornamen (James) erst nach langer, investigativer Recherche herausfand. Oder sie produzieren suspekte Gestalten wie den Brooklyner Ex-Bezirkschef Clarence Norman, der wegen Annahme illegaler Parteispenden verurteilt wurde und zwei weiteren Prozessen entgegensieht. Die Wählerbasis ist längst angeekelt nach rechts abgewandert: Latinos, Schwarze, Einwanderer, selbst Gewerkschafter.

    Die demokratische Parteimaschine - eins die unanfechtbare Herrscherin über New York - ist verrostet. Selbst Schmiergelder, so lästern sie hier, könnten sie nicht mehr genug schmieren. Das war ja überhaupt auch erst der Grund gewesen, warum Bloomberg als Republikaner antrat, obwohl er lebenslang ein Demokrat gewesen war: In der Politbürokratie der Demokraten hätte er keine Chance gehabt.
    Ein großer Tag für New York, denn mit Bloomberg hat diese Stadt den wohl erfolgreichsten Bürgermeister, den sie jemals hatte. Das brachte sogar die demokratische Bürgermeisterlegende (und Bloombergs Ex-ex-ex-Vorgänger) Ed Koch dazu, Bloomberg öffentlich zu unterstützen.

    Bloomberg ist ein Macher, kein Sprechblasenautomat, und ein weiterer beleg dafür, dass die Menschen der Phrasen müde sind und endlich wieder Taten sehen wollen. Wie formulierte es der verstorbene ehemalige Tagestehmenmoderator Hans-Joachim Friederichs einmal: "Ohne die Macher sind die Träumer nur Spinner". Der Macher hat gesiegt, die Träumer ausgesponnen...

    Dieser Beitrag könnte Risiken und Nebenwirkungen enthalten und die von ihm ausgehende Gefahr kann man gar nicht genug überschätzen!

  2. #2
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    Standard AW: NY: Bloomberg walzt die Demokraten nieder

    Zitat Zitat von mentecaptus
    Ein großer Tag für New York, denn mit Bloomberg hat diese Stadt den wohl erfolgreichsten Bürgermeister, den sie jemals hatte. Das brachte sogar die demokratische Bürgermeisterlegende (und Bloombergs Ex-ex-ex-Vorgänger) Ed Koch dazu, Bloomberg öffentlich zu unterstützen.

    Bloomberg ist ein Macher, kein Sprechblasenautomat, und ein weiterer beleg dafür, dass die Menschen der Phrasen müde sind und endlich wieder Taten sehen wollen. Wie formulierte es der verstorbene ehemalige Tagestehmenmoderator Hans-Joachim Friederichs einmal: "Ohne die Macher sind die Träumer nur Spinner". Der Macher hat gesiegt, die Träumer ausgesponnen...
    Da stimme ich dir an sich vollkommen zu, daher ist deine Threadueberschrift kompletter Unfug, da es sich in diesem Fall nicht um einen Parteienkampf handelt, sondern um den politischen Erfolg einer Einzelperson, deren exzellentes Wirken selbst den Waehlern der Gegenpartei nicht verborgen geblieben ist.
    the flat earth society is meeting here today
    singing happy little lies
    and the bright ship humana is sent far away - with grave determination
    and no destination

    Brett Gurewitz

  3. #3
    grenzgenialer Zyniker Benutzerbild von mentecaptus
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    Standard AW: NY: Bloomberg walzt die Demokraten nieder

    Zitat Zitat von Settembrini
    Da stimme ich dir an sich vollkommen zu, daher ist deine Threadueberschrift kompletter Unfug, da es sich in diesem Fall nicht um einen Parteienkampf handelt, sondern um den politischen Erfolg einer Einzelperson, deren exzellentes Wirken selbst den Waehlern der Gegenpartei nicht verborgen geblieben ist.
    Die Überschrift ist die Headline des Spiegel-Artikels...

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  4. #4
    Familienbenutzer Benutzerbild von Settembrini
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    Standard AW: NY: Bloomberg walzt die Demokraten nieder

    Zitat Zitat von mentecaptus
    Die Überschrift ist die Headline des Spiegel-Artikels...
    Scheiss Spiegel, rechtes Propagandablatt! :2faces: :2faces: :2faces:
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    Brett Gurewitz

  5. #5
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    Standard AW: NY: Bloomberg walzt die Demokraten nieder

    Jo, als echter Republikaner würdest du in New York keinen Blumentopf gewinnen. Ein Konservativer klassischer Republikaner ist also Bloomberg sicher nicht, eher so weit links, wie man sich da noch republikanisch nennen kann.

    Oder wie sagte es mal ein amerik.Politik-Prof: Being a Republican in New York means to a Democrat who wants to be an good terms with the economy..

    Und ansonsten mussten die GOP Federn lassen:
    Im Commonwealth of Virginia beispielsweise ( dort darf man nicht zweimal hintereinander zum Gouvernor gewählt werden) wurde jetzt ein Demokrat wiedergewählt, obwohl die Kongressbelegung fast nur Republikanisch ist und in den letzten 9 von 10 Präsidentschaftswahlen Virginia den GOP-Kandidaten jeweisl bevorzugt hat......
    Unterstützer der ghf!!

  6. #6
    grenzgenialer Zyniker Benutzerbild von mentecaptus
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    Standard AW: NY: Bloomberg walzt die Demokraten nieder

    Zitat Zitat von Wachmann
    Jo, als echter Republikaner würdest du in New York keinen Blumentopf gewinnen. Ein Konservativer klassischer Republikaner ist also Bloomberg sicher nicht, eher so weit links, wie man sich da noch republikanisch nennen kann.
    Naja, Guiliani war ein stockkonservativer Republikaner, der als Bürgermeister sogar eine Wiederwahl hinbekommen hat - auch wenn es ihm sicherlich geholfen hat, als Generalstaatsanwalt die Wallstreet-Insidergeschäfte vor Gericht zu bringen (Boesky, Milken, Siegel - die Vorlagen für Oliver Stones "Wallstreet" mit Michael Douglas)...

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