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Thema: Schöne deutsche Gedichte

  1. #191
    Erleuchter und Erloeser Benutzerbild von ABAS
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    Standard AW: Schöne deutsche Gedichte

    Verschiedenes Mass

    "Sieh dort", so sprach der Optimist,
    In goldner Fruehlingssonne Blitzen
    Auf einem Haeufchen Pferdemist
    In Eintracht sieben Spatzen sitzen.
    Wie reich ist doch der Schoepfungsplan,
    Und alles muss zum Besten taugen;
    Was hier ein Grosser abgetan,
    Das koennen sieben Kleine brauchen!

    "Sieh dort hin", sprach der Pessimist,
    Und fass solch Bild dir in Gedanken.
    Wie sich um dreckigen Pferdemist
    Die sieben ruppigen Voegel zanken.
    Das ist des Lebens grosser Zug,
    Von einem bis zum andern Ende;
    Nichts ist bei uns gemein genug,
    Das nicht noch sieben Fresser faende!

    (Rudolf Presber)
    Dispara, cobarde, (que) solamente vas a matar a un hombre!

    Schiess! Feigling, (weil) Du wirst blos einen Mann toeten!

  2. #192
    1813 Benutzerbild von Ansuz
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    Treue Herzen sehn sich wieder
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    Standard AW: Schöne deutsche Gedichte

    Friedrich von Schiller
    Reiterlied

    Wohl auf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!
    Ins Feld, in die Freiheit gezogen.
    Im Felde, da ist der Mann noch was wert,
    Da wird das Herz noch gewogen.
    Da tritt kein anderer für ihn ein,
    Auf sich selber steht er da ganz allein.

    Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
    Man sieht nur Herren und Knechte,
    Die Falschheit herrschet, die Hinterlist,
    Bei dem feigen Menschengeschlechte,
    Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
    Der Soldat allein, ist der freie Mann.

    Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,
    Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen,
    Er reitet dem Schicksal entgegen keck,
    Triffts heute nicht, trifft es doch morgen,
    Und trifft es morgen, so lasset uns heut
    Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

    Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Los,
    Brauchts nicht mit Müh zu erstreben,
    Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,
    Da meint er den Schatz zu erheben,
    Er gräbt und schaufelt, solang er lebt,
    Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

    Der Reiter und sein geschwindes Roß,
    Sie sind gefürchtete Gäste;
    Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloß,
    Ungeladen kommt er zum Feste.
    Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,
    Im Sturm erringt er den Minnesold.

    Warum weint die Dirn und zergrämt sich schier?
    Laß fahren dahin, laß fahren!
    Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
    Kann treue Lieb nicht bewahren.
    Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
    Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.

    Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,
    Die Brust im Gefechte gelüftet!
    Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
    Frisch auf ! eh der Geist noch verdüftet!
    Und setzet ihr nicht das Leben ein,
    Nie wird euch das Leben gewonnen sein.
    Deutsche mit Vertriebenenhintergrund

    Wer abweichende Meinungen als moralischen, zu sanktionierenden Fehltritt betrachtet, schwimmt zwar im Zeitgeist mit, bestätigt jedoch das Ende der Diskursfähigkeit und somit von Freiheit und Vernunft.

  3. #193
    Exorzist Benutzerbild von Krabat
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    Standard AW: Schöne deutsche Gedichte

    St.-Peters-Friedhof

    Ringsum ist Felseneinsamkeit.
    Des Todes bleiche Blumen schauern
    auf Gräbern, die im Dunkel trauern -
    doch diese Trauer hat kein Leid.

    Der Himmel lächelt still herab
    in diesen traumverschlossenen Garten,
    wo stille Pilger seiner warten.
    Es wacht das Kreuz auf jedem Grab.

    Die Kirche ragt wie ein Gebet
    vor einem Bilde ewiger Gnaden,
    manch Licht brennt unter den Arkaden,
    das stumm für arme Seelen fleht -

    indes die Bäume blüh’n zur Nacht,
    daß sich des Todes Antlitz hülle
    in ihrer Schönheit schimmernde Fülle,
    die Tote tiefer träumen macht.

    Der Irre Trakl
    Weißes Leben zählt.

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