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Thema: Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

  1. #1
    Selberdenker Benutzerbild von FranzKonz
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    Standard Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

    Gelegentlich rutscht auch dem besten [Links nur für registrierte Nutzer] mal ein Artikel durch, und es gibt tatsächlich noch Journalisten, die ihrem Beruf Ehre machen.

    Hier ein Beispiel:

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    Vor der Höhle des russischen Bären ist ein Sicherheitsabstand einzuhalten, sonst greift er an.
    12.09.2014, von KERSTIN HOLM in der FAZ
    [...]
    Wer Putin verstehen will, der sollte daher nicht Psychologie studieren, sondern die Stellenbeschreibung des russischen Präsidenten. Ein überdehntes, untervölkertes, rauhes Land zusammenhalten, das an ungemütliche Nachbarn wie China und die islamische Welt grenzt, steht da geschrieben. Der Weltmarkt hungert nach russischen Rohstoffen, das fördert die Korruption, Spitzenkader und ökonomische Eliten emigrieren. Und im entwickelteren Westen, wo Gorbatschow durch den Abzug der sowjetischen Truppen Freundschaft stiften wollte, hat die Nato das gesamte, ebenfalls von Gorbatschow freigegebene Glacis besetzt, ihr Militär rückt immer dichter an die Landesgrenzen. Wie sollte da ein russisches Staatsoberhaupt den Gorbatschow-Jelzin-Kurs nicht bitter bereuen und deshalb versuchen, den unfreundlich immer weiter vorrückenden „Wald von Birnam“ endlich zu stoppen?

    Es spricht für Europas Blindheit, dass es nicht im ureigenen Interesse Ruhe im östlichen Vorgarten anstrebt. Dass der Bär, nicht von ungefähr Russlands Symboltier, das bezeichnenderweise auch das Parteiwappen der Kremlpartei „Einiges Russland“ ziert, ein gefährliches Raubtier ist, weiß man nicht erst seit gestern. Und dass Raubtiere wie auch Staaten aggressiv werden, wenn man ihnen auf den Pelz rückt, ist ebenfalls bekannt. Dass sie überdies, wenn man keinen Sicherheitsabstand wahrt, angreifen, kann man aus Tierfilmen lernen. Doch mit dem Flirt, den Nato und EU mit der Ukraine begannen, signalisierte der Westen, dass er seinen Fuß letztlich auch in die Bärenhöhle setzen könnte.
    Meinen ausdrücklichen Dank an Kerstin Holm für ihren Mut, gegen den Strom zu schwimmen.
    Geändert von FranzKonz (23.09.2014 um 10:14 Uhr)
    Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, es wäre toll, wenn man die Gedanken anderer Menschen lesen könnte. Jetzt haben wir Twitter und sehen schwarz auf weiß, was den Leuten Tag für Tag so durch den Kopf geht. Das ist nicht toll. (Vince Ebert)

  2. #2
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    Standard AW: Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

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    Wenn Putin sein eigenes Land schon nicht zusammenhalten kann, muss er dann noch expandieren? Warum wir sein aggressives Auftrumpfen nicht als legitime Verfolgung russischer Staatsinteressen hinnehmen dürfen.
    22.09.2014, von GERD KOENEN
    Die Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten. Die beiden Artikel müssen in den Zusammenhang kommen, drum habe ich den alten Strang noch mal hoch geholt.
    Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, es wäre toll, wenn man die Gedanken anderer Menschen lesen könnte. Jetzt haben wir Twitter und sehen schwarz auf weiß, was den Leuten Tag für Tag so durch den Kopf geht. Das ist nicht toll. (Vince Ebert)

  3. #3
    Selberdenker Benutzerbild von FranzKonz
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    Standard AW: Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

    Hier hat der Schriftleiter beim Tagesspiegel nicht aufgepasst:

    Strafen nur für Falschparker und Sexisten

    Falschparker sollen in Berlin härter verfolgt werden. Diebe haben es hier besser, meint unser Autor.
    ...
    Besonders eindrucksvoll ist der Fall eines Wiederholungstäters, der in nur einem Jahr 483 Artikel gestohlen hat, plus Dunkelziffer. Mit diesem Fleiß hätte er es auch in einem legalen Beruf weit gebracht. Das Verfahren wurde jedes Mal eingestellt.
    ...
    Da fallen mir sofort die Rückkehrprämien ein. Asylbewerber, deren Anträge sich in mehreren Instanzen als unbegründet erwiesen haben und die laut Gesetz ausreisen müssten, dies aber nicht tun, bekommen 1000 Euro, wenn sie es freiwillig tun. Kann man diese neuartige Form der Rechtsstaatlichkeit nicht auch auf Falschparker anwenden? Wer falsch parkt, bekommt 1000 Euro, dafür, dass er sein Auto ein Jahr lang freiwillig einem legalen Parkplatz zuführt.
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    Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, es wäre toll, wenn man die Gedanken anderer Menschen lesen könnte. Jetzt haben wir Twitter und sehen schwarz auf weiß, was den Leuten Tag für Tag so durch den Kopf geht. Das ist nicht toll. (Vince Ebert)

  4. #4
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    Standard AW: Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

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    Das Problem Rußlands ist leider auch die Kultur des starken Alkoholismus - es hemmt die Wirtschaft. Bringt ganze Völker zu Fall. Schade. Aber Russen sind überall in der Welt im Kommen. Selbst in Israel bilden sie eigene Parteien - auf Malta sind sie auch zuhauff - insofern - Rußland wird immer aktuell bleiben. egal, wer gegen sie stänkert. Außerdem sind wir über die Geschichte mit ihnen sehr verwandt.

  5. #5
    Selberdenker Benutzerbild von FranzKonz
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    Standard AW: Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

    Mögen sie sich in anderen Fragen auch noch so sehr zanken, zumindest darin sind sich die Anhänger aller Religionen einig: Nämlich in der Überzeugung, dass der Tod nicht das Ende bedeutet, sondern lediglich den Übergang des Menschen in eine andere Existenzform. Und nicht nur eine andere, sondern nicht selten sogar eine bessere! Die Rede geht von der Erlösung von aller ird’schen Mühsal.

    Wer das weiß, kann die Emsigkeit nachvollziehen, mit welcher sich die SPD ihr eigenes Grab schaufelt. Anderthalb Jahrhunderte Ringen und Kämpfen sind ja auch mehr als genug, da sehnt man sich nach Ruhe.

    Um ganz sicher zu gehen, dass es auch klappt, haben sich die Sozialdemokraten gleich drei Todesfallen auf den Weg montiert. Dieses Wochenende zündet die erste, wenn die 600 Delegierten über den Beginn richtiger Koalitionsverhandlungen abstimmen.

    Kommt die SPD-Führung da noch heil heraus, fliegt ihr nach den Verhandlungen mit der Union die Mitgliederbefragung um die Ohren. Übersteht sie selbst das, darf sich die älteste deutsche Partei in der letzten aller Grokos ganz langsam an Muttis Busen ersticken lassen. Dann ist endgültig Stille.
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    Ein leuchtender Stern ist in der deutschen Presselandschaft selten geworden. Das ist einer!

    Vielen Dank an Hans Heckel von der Preußischen Allgemeinen Zeitung.
    Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, es wäre toll, wenn man die Gedanken anderer Menschen lesen könnte. Jetzt haben wir Twitter und sehen schwarz auf weiß, was den Leuten Tag für Tag so durch den Kopf geht. Das ist nicht toll. (Vince Ebert)

  6. #6
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    Standard AW: Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

    Ferdinand Otto zeigt in seiner Rezension von Anne Wills Sendung zum "Thüringen-Skandal" in der Zeit auf den eigentlichen Skandal:

    Was bedeutet es eigentlich, wenn sich eine Kanzlerin in eine Landtagsabstimmung einmischt, ja diese "rückgängig" machen will? Was bedeutet es, wenn drei Koalitionspartner in Berlin darüber bestimmen, dass ein Ministerpräsident – von einer anderen Partei – sofort zurückzutreten hat, was der dann auch prompt macht? Zumal eben das alles nicht zu fordern, für die Kanzlerin und für die Berliner Großkoalitionäre erst recht keine Alternative gewesen wäre – angesichts der Begleitumstände dieser Wahl. Ganz heikle Angelegenheit.
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    Im Titel steht "Mir wird zu wenig politisch diskutiert", gemeint wohl in Bezug auf die Personaldebatten. Das ist nicht ganz falsch, aber nach meiner Ansicht ist in diesem Zusammenhang zu viel politisch, zu viel moralisch und viel zu viel über "Haltung" geschwätzt worden. Dabei kamen die Rechtslage und demokratietheoretische Erwägungen viel zu kurz.

    Die Bundesrepublik ist föderalistisch verfasst, und deshalb hat der Bund den Ländern nicht in die Kandare zu fahren. Die Länder haben das Recht und die Pflicht, Einmischungen des Bundes, ganz gleich ob sie aus der Partei oder aus der Regierung kommen, zurückzuweisen. Der tiefere Sinn unserer föderalistischen Verfassung war es, Machtkonzentrationen an einem Punkt zu vermeiden. Besonders die Kanzlerin, deren Verfassungstreue auch aus anderen Gründen höchst zweifelhaft ist, hat sich diesbezüglich wieder einmal krass daneben benommen.

    Aber auch aus demokratischen Gesichtspunkten ist die Sache ein Skandal. Eine Mehrheit ist eine Mehrheit ist eine Mehrheit, und die Stimme eines Abgeordneten ist genauso viel wert, wie die jedes anderen Abgeordneten. Wer nach einer Wahl gewählt ist, ist im Amt. Daran gibt es nichts zu deuteln.

    Ganz allgemein sollten unsere Regierenden, also die Leute, die unsere Regeln machen, sich auch selbst an die Regeln halten. Und zwar an die geschriebenen Regeln, nicht an moralisch, haltungsbestimmte oder sonstige ungeschriebenen Regeln. Sollten sie irgendwelche ungeschriebenen Regeln wirklich für notwendig halten, so ist es an ihnen, diese Regeln aufzuschreiben und über das reguläre Verfahren dem geschriebenen Recht hinzuzufügen.

    Sollten sie das nicht für nötig halten, wird früher oder später auch der gemeine Bürger nach seinen ungeschriebenen Regeln handeln. Die Regierenden fänden dann keinen plausiblen Grund mehr, dieses Verhalten wieder einzufangen, da sie selbst es eingeführt und vorgelebt haben.
    Als Kind habe ich mir immer vorgestellt, es wäre toll, wenn man die Gedanken anderer Menschen lesen könnte. Jetzt haben wir Twitter und sehen schwarz auf weiß, was den Leuten Tag für Tag so durch den Kopf geht. Das ist nicht toll. (Vince Ebert)

  7. #7
    Bundeskanzler Björn Höcke Benutzerbild von Leseratte
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    Standard AW: Der Schriftleiter hat nicht aufgepasst

    Das bedeutet, daß wir gerade Zeugen davon werden, wie Sowjetdeutschland geschaffen wurde.
    Hans Püschel:

    Wenn ich Nazi bin, nur weil ich mit Leib und Seele für Deutschland einstehe, dann bin ich stolz, ein Nazi zu sein!

    Leseratte gehört der Rechtsfraktion an.

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