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Thema: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

  1. #1
    Neuer Besen Benutzerbild von Bolle
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    Standard Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Hannes Hegen der Zeichner und Produzent des einzigen Comic-Heftes der DDR ist 89-jährig in Berlin gestorben. Ich hab sie alle verschlungen und gesammelt, irgendwann verschenkt oder entsorgt...... schade drum. Nicht nur weil sie seltene Sammlerstücke geworden sind, sondern ein Stück der eigenen Geschichte.



    Das erste "Mosaik" aus dem Dezember 1955 ist heute mehrere tausend Euro wert.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)


    Comiclegende Hannes Hegen ist tot

    Mit Dig, Dag und Digedag um die Welt


    Von Markus Lippold
    Den Funktionären der DDR waren die Digedags ein Dorn im Auge. Bei den Lesern waren sie dagegen äußerst beliebt. Hannes Hegen, der Vater der Comicfiguren, zeigte ihnen mit dem "Mosaik" die weite Welt. Bis er von der Gängelei genug hatte.
    Das "Mosaik" war das einzige Comicheft der DDR. Schon bald nach seiner Einführung im Dezember 1955 genoss es Kultstatus. Dafür sorgten die bunten Geschichten, die exotischen Abenteuer und die drei Hauptfiguren - die Digedags. Erfunden wurden Dig, Dag und Digedag von Hannes Hegen. Wie nun bekannt wurde, ist der legendäre Comiczeichner bereits am vergangenen Samstag 89-jährig in Berlin gestorben.
    Hegen, 1925 als Johannes Hegenbarth im heute tschechischen Böhmisch Kamnitz geboren, studierte Grafik und Buchkunst und arbeitete zunächst als Cartoonist etwa für den "Eulenspiegel". Zur Legende wurde er aber durch das von ihm begründete "Mosaik von Hannes Hegen", für das er von 1955 bis 1975 verantwortlich zeichnete. Es war die wohl beliebteste Zeitschrift der DDR, stets ausverkauft, oft nur als Bückware unter dem Ladentisch zu bekommen. Abos waren Mangelware und wurden nicht selten innerhalb der Familie vererbt.
    Südsee, Rom, Amerika

    Nicht nur junge Leser waren fasziniert von den Abenteuern der drei Hauptfiguren, die in die Südsee reisten, nach Italien und nach Amerika. Es waren Orte, die für DDR-Bürger unerreichbar waren. Mit dem "Mosaik" aber, mit den Digedags, waren sie plötzlich zum Greifen nah, wenn auch nur auf dem Papier. Auch die Geschichten waren turbulent und phantasievoll statt dröge und belehrend. Figuren wie Ritter Runkel sind bis heute populär.
    Dabei war das "Mosaik" selbst in der Hochzeit des Kalten Krieges oft frei von Propaganda - im Gegensatz zu vielen anderen Zeitschriften für Kinder. Doch als Schöpfer der beliebten Digedags genoss Hegen einen Sonderstatus. Und das "Mosaik" war eine der kuriosesten wirtschaftlichen Konstruktionen des Landes: Es war die einzige Publikation des FDJ-Verlages Junge Welt, die von einem Privatunternehmen gestaltet wurde, von Hegen und seinem Team aus mehr als zehn Autoren, Zeichnern und Koloristen in einem Atelier in Berlin-Karlshorst.
    Das Comicheft war 1955 als Alternative zu Comics aus dem Westen gegründet worden, die in der DDR als gewaltverherrlichender Schund und Schmutz abgetan wurden. Hegen war allerdings so klug, die Rechte an den von ihm erfundenen Digedags für sich zu behalten. Vielmehr schloss er mit den jeweiligen Verlagen Verträge über die Herausgabe des "Mosaik". Der durchschlagende Erfolg des Heftes und seiner Figuren gab ihm in den Verhandlungen schon bald eine gewisse Macht - und führten zu vielen Spekulationen über sein hohes Einkommen.


    Zum Ärger von Verlag und Funktionären lag es Hegen jedoch fern, aus dem "Mosaik" ein Propaganda-Instrument des Staates zu machen. So sind viele der Geschichten, die dort erschienen, lustige Reiseabenteuer, die die Leser aber umso lieber aufnahmen. Lediglich die sogenannte Weltraumserie, die um das Jahr 1960 erschien, trägt klare Züge der Auseinandersetzungen des Kalten Krieges. Dort besuchen die Digedags einen Planeten, auf dem sich eine Republik und ein Reich gegenüberstehen, die an Ost- und Westblock erinnern.
    Ansonsten schafften es Hegen und sein Team oft, sich trotz zunehmenden Drucks staatlichen Vorgaben zu entziehen. Dem Verlag Junge Welt und Funktionären von SED und Freier Deutscher Jugend war das "Mosaik" allerdings ein Dorn im Auge, was immer wieder zu Auseinandersetzungen und Zensur führte. Der finanzielle Erfolg des "Mosaik", das auch ins Ausland verkauft wurde und wichtige Devisen einbrachte, ließ sie jedoch davor zurückschrecken, es ganz einzustellen.
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    Geändert von Bolle (13.11.2014 um 18:59 Uhr)

  2. #2
    Mitglied Benutzerbild von romeo1
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Als Kind habe ich die Mosaikgeschichten regelrecht gefressen und jeden Monat haben wir die Zeitungskioske abgeklappert, um ja nur eines der wenigen Exemplare abzugreifen. Jetzt auf zum Frustessen mit einer Pampasmastkalbhaxe.

  3. #3
    будьмо! Benutzerbild von Bieleboh
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Comics mit Gehalt. Ich habe sie immer gern gelesen, auch die Abrafaxe. Ruhe in Frieden Hans!

  4. #4
    Ethnopluralist Benutzerbild von pixelschubser
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Machs gut Hannes,

    ich habe Deine Geschichten als Kind geliebt und regelrecht verschlungen. Ob nun Ritter Runkel oder der wilde Westen - es war immer wie eine kleine Zeitreise.

    Vielen Dank für die vielen Stunden Neugier, Staunen, Lachen und dem Fiebern auf das nächste Mosaik.

    Deine Kinder leben noch heute in meinem Herzen.


    pixelschubser
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  5. #5
    Mitglied Benutzerbild von Daggu
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Schöne Kindheitserinnungen...

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  6. #6
    Neuer Besen Benutzerbild von Bolle
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Bei uns hieß sie übrigens die Mosaik und nicht das Mosaik! So glaube ich mich jedenfalls erinnern zu können. Die Frage lautete immer: "haben sie die neue Mosaik......?".
    Besonders in Erinnerung, weil ungewöhnlich, habe ich die Hefte ohne die Digedags, dafür mit Enten, Schweinen und allerlei anderen Tieren (es gab nur zwei oder drei gleich am Anfang) !
    Fast schon eine Konkurrenz zur Mickey Maus von Disney!

  7. #7
    ----psychotrop---- Benutzerbild von Affenpriester
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Und die Rabenmutter "Duck" is ne Ente ... aja. Keine Ahnung, wer das ist.
    Die Leute sagen ja immer, Alkohol verändert dein Leben. Ich sauf nun schon so lange und warte immernoch darauf.

  8. #8
    Mitglied Benutzerbild von KuK
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Kann mich nicht erinnern, in Hamburg jemals diese Comic-Serie irgendwo gesehen zu haben: wurden die nicht exportiert?
    "Gotteslob" # 380, Strophe 9 und aktueller denn je:
    Melodie: "Großer Gott, wir loben Dich!"

    Sieh dein Volk in Gnaden an.
    Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
    leit es auf der rechten Bahn,
    dass der Feind es nicht verderbe.
    Führe es durch diese Zeit,
    nimm es auf in Ewigkeit.

  9. #9
    Mitglied Benutzerbild von Rumburak
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    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Ach, daß war wirklich ein schöner Teil der Kindheit. Eingemummelt im Bett und einen Stapel Mosaik-Hefte und schon war man in einer anderen, spannenden Welt.
    Die Zeit zum Handeln jedesmal verpassen nennt ihr die Dinge sich entwickeln lassen.
    Was hat sich denn entwickelt, sagt mir an, das man zur rechten Stunde nicht getan?


    Emanuel Geibel

  10. #10
    Maler-Ingo Benutzerbild von -jmw-
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    58.202

    Standard AW: Der Vater von Dig, Dag und Digedag ist tot!

    Nie gehört.
    Kalenderspruch, 38. Woche: These new warriors will bear the colours of Flesh Tearers, but without Sanguinius' fury, will be Flesh Tearers in name only. He will make us all Ultramarines in red armour. Gabriel Seth, Ordensmeister, Flesh Tearers)

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