Cui honorem, honorem!

Diesen Montag hielt Prof. Dr. Sinn seinen letzten Vortrag als Ifo Präsident (offzieller Rücktritt März 2016) und Chef des Lehrstuhls für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft im Audimax der LMU München. Vor rund 800 Zuhörern ließ er die vergangenen 50 Jahre Revue passieren. Hierbei skizzierte er sowohl private, politische wie auch wirtschaftliche Ereignisse aus seiner Sicht.

Auch wenn Sinn, der als einer der begnadetsten Ökonomen Deutschlands gilt, aufgrund seiner z.T. nicht durchgehend politisch korrekten Äußerungen polarisiert, sollte man ihm Respekt zollen für seinen frischen Geist, seine messerscharfen Analysen, sein finanzpolitisches Wissen. Häufig bezeichnen ihn seine Kritiker als emotionslose und rein rationalen Prediges, womöglich verdeutlich dies weshalb ein guter Volkswirt nie ein Politiker sein sollte.

Auch Sinns Abschiedsvorlesung kann natürlich nicht enden, ohne dass der scheidende Meister ein düsteres Bild der Zukunft zeichnet: Die gesetzliche Rente? Eine Katastrophe. Die Eurokrise? Ein Milliardenrisiko für Deutschland. Die vielen Flüchtlinge? "Funktionale Analphabeten" und damit natürlich eine Belastung. Der Mindestlohn? Fatal für den Arbeitsmarkt. Die Energiewende? Technisch eigentlich unmöglich.
"Schaffen wir das?" fragt Sinn in Anlehnung an die berühmt gewordene Parole von Bundeskanzlerin Angela Merkel - und gibt sich selbst die Antwort. Jede einzelne Aufgabe sei vielleicht noch irgendwie zu bewältigen, sagt Sinn. "Aber in der Summe glaube ich eher nicht." Am Ende bekommt er minutenlangen Beifall.
schrieb der Spiegel.
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"Das Schaffen wir nicht" - komprimierte Analyse zur gegenwärtigen Situation.
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Vollständiger Vortrag "Rückblick auf 50 Jahre"