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Thema: Ende des aktuellen Kreditzyklus

  1. #1
    Mitglied Benutzerbild von Leibniz
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    Standard Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Angesichts der flachen Dollar-Zinskurve und der aus historischer Sicht anstehenden Wende im Kreditzyklus stellt sich die Frage, wann diese eintritt und welche Gestalt sie möglicherweise haben wird.

    Henry Kravis von Kohlberg Kravis Roberts (KKR) rechnet mit einer Wende in 2018 oder 2019(ab 09:50):


    Eine umfassende Analyse bietet der bekannte "Junkbond-Veteran" Michael Milken:


    Am vergangenen Freitag zeigte sich bereits, wie empfindlich die Finanzmärkte mittlerweile sind. Nachdem die globalen Aktienmärkte leicht jenseits von zwei Sigma zurückgegangen sind, haben die Marketmaker den Markt verlassen und mit ihnen ist teils 90% der Liquidität in derivativen Indexprodukten verschwunden.
    危機

  2. #2
    HPF Server - Administrator Benutzerbild von Klopperhorst
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Im Bilderstrang gabs diese Grafik dazu.



    ---
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  3. #3
    Mitglied Benutzerbild von HansMaier.
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Angesichts der flachen Dollar-Zinskurve und der aus historischer Sicht anstehenden Wende im Kreditzyklus stellt sich die Frage, wann diese eintritt und welche Gestalt sie möglicherweise haben wird.

    Henry Kravis von Kohlberg Kravis Roberts (KKR) rechnet mit einer Wende in 2018 oder 2019(ab 09:50):


    Eine umfassende Analyse bietet der bekannte "Junkbond-Veteran" Michael Milken:


    Am vergangenen Freitag zeigte sich bereits, wie empfindlich die Finanzmärkte mittlerweile sind. Nachdem die globalen Aktienmärkte leicht jenseits von zwei Sigma zurückgegangen sind, haben die Marketmaker den Markt verlassen und mit ihnen ist teils 90% der Liquidität in derivativen Indexprodukten verschwunden.


    Was meinst Du denn? Reichts langsam für den Systemreset oder gehts
    mit noch mehr Geld drucken noch eine Runde weiter?
    MfG
    H.Maier
    "Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann,
    wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen,dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt.
    Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang." - Carl Jacob Burckhardt (Schweizer Historiker) -

  4. #4
    HPF Moderator Benutzerbild von Deutschmann
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Meine Vermutung: die Zinswende kommt. Aber erst etwas später. Dafür umso heftiger und auch nicht langsam steigend, sondern auf einen Schlag um ein paar Punkte rauf.

  5. #5
    Mitglied Benutzerbild von Leibniz
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von HansMaier. Beitrag anzeigen
    Was meinst Du denn? Reichts langsam für den Systemreset oder gehts
    mit noch mehr Geld drucken noch eine Runde weiter?
    MfG
    H.Maier
    Ich glaube nicht daran, dass diese Ereignisse genau vorhersehbar sind. Einen Markteinbruch auf ein Jahr Genauigkeit vorherzusagen ist mindestens 100.000% Rendite Wert, auf einen Monat sind es mindestens 1.000.000%. Insofern wäre eine derartige Vorhersage die Lizenz, mehr Geld als Gott zu verdienen. Mein Ansatz ist es, ausgehend von dem wirtschaftlichen Klima und der Phase des aktuellen Kreditzyklus mein Portfolio zunehmend zu hedgen; seit 2015 teilweise und seit 2017 meist über 175%.

    Wichtig ist allerdings, Konvexität zu nutzen und ausschließlich deutlich jenseits von zwei Sigma Ereignissen zu abzusichern, ansonsten leidet die Rendite. Grundsätzlich eignen sich Staatsanleihen (in der Vergangenheit insbesondere USA), CDS, Optionen und der gesamte derivative Geldmarkt (Strips,Packs,Bundles,Collars,Zinsswaps,...).

    Subjektiv erscheint mir die flache Dollar-Zinskurve mehr in der Nachfrage nach langlaufenden US-Treasury Notes und Bonds als im Angebot der Anleihen kurzer Laufzeit begründet. Die weit verbreitete Sichtweise, dass größtenteils die Jagd auf Rendite für diese Verwerfung verantwortlich ist, erscheint mir absurd. Institutionelle Investoren würden niemals in diesem Umfang allein aufgrund weniger Basispunkte zusätzlicher Rendite diese gewaltigen Zinsrisiken eingehen. Jedes Prozent Zinserhöhung mindert den Marktwert eines US-Treasury Bonds von 100Tsd. US-Dollar Nennwert theoretisch um mehr als 20Tsd. US-Dollar. Das in Zinsswaps auszugleichen ist wiederum nicht ohne erhebliche Mehrkosten möglich.

    Die zwei denkbaren Treiber für Nachfrage in T-Bonds sind einerseits langlaufende Verbindlichkeiten (insb. Pensionen) und Absicherung von Aktienportfolios bzw. die Erwartung, dass der Kreditzyklus unerwartet und unangenehm endet. T-Bonds sind derzeit prinzipiell als Spekulation auf sinkende Zinsen inklusive laufender Erträge aufzufassen.

    Interessant sind auch die impliziten Finanzierungskosten in Edelmetallen, die anhand der Terminstrukturkurve errechenbar sind:



    Obwohl mir in letzter Zeit auch schon tagsüber "falsche" Preise (bzw. daraus abzuleitende impl. Zinsen) dieser Art auffielen, bezieht sich diese Grafik auf die Abrechnungspreise vom Montag. Die offensichtliche Strategie wäre es, geliehenes Gold im August zu verkaufen und 2-4 Monate später zurückzukaufen; die höhere Verzinsung am Geldmarkt würde etwa 25 Basispunkte Gewinn generieren. Als risikofreie Arbitrage sollten größere Institute trotz Volcker-Rule in der Lage sein, derartige Abweichungen auszunutzen.

    Möglicherweise ist das Gold mittlerweile auch bereits zu knapp, um größere Mengen auszuleihen.

    Unabhängig davon sollten jedoch auch die derivativen Instrumente in diesen Produkten konvergieren, was etwa 16% pro Basispunkt auf die anfallenden Sicherheiten generieren sollte.
    危機

  6. #6
    Mitglied Benutzerbild von HansMaier.
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht daran, dass diese Ereignisse genau vorhersehbar sind. Einen Markteinbruch auf ein Jahr Genauigkeit vorherzusagen ist mindestens 100.000% Rendite Wert, auf einen Monat sind es mindestens 1.000.000%. Insofern wäre eine derartige Vorhersage die Lizenz, mehr Geld als Gott zu verdienen. Mein Ansatz ist es, ausgehend von dem wirtschaftlichen Klima und der Phase des aktuellen Kreditzyklus mein Portfolio zunehmend zu hedgen; seit 2015 teilweise und seit 2017 meist über 175%.

    Lol, man nennt euch ja Spekulanten, aber wie ich sehe, liegt dir das gar nicht.
    Du abeitest mathematisch und hast Wahrscheinlichkeiten?
    Hast Du eine Wahrscheinlichkeit für eine überraschende Weltwährungsreform?
    Wie fliessen politische Unwägbarkeiten da ein?


    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Subjektiv erscheint mir die flache Dollar-Zinskurve mehr in der Nachfrage nach langlaufenden US-Treasury Notes und Bonds als im Angebot der Anleihen kurzer Laufzeit begründet. Die weit verbreitete Sichtweise, dass größtenteils die Jagd auf Rendite für diese Verwerfung verantwortlich ist, erscheint mir absurd. Institutionelle Investoren würden niemals in diesem Umfang allein aufgrund weniger Basispunkte zusätzlicher Rendite diese gewaltigen Zinsrisiken eingehen. Jedes Prozent Zinserhöhung mindert den Marktwert eines US-Treasury Bonds von 100Tsd. US-Dollar Nennwert theoretisch um mehr als 20Tsd. US-Dollar. Das in Zinsswaps auszugleichen ist wiederum nicht ohne erhebliche Mehrkosten möglich.

    Interressant. Die Sache mit der Renditejagt liest man immer wieder.


    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Die zwei denkbaren Treiber für Nachfrage in T-Bonds sind einerseits langlaufende Verbindlichkeiten (insb. Pensionen) und Absicherung von Aktienportfolios bzw. die Erwartung, dass der Kreditzyklus unerwartet und unangenehm endet. T-Bonds sind derzeit prinzipiell als Spekulation auf sinkende Zinsen inklusive laufender Erträge aufzufassen.

    D.h. die Pensionskassen oder Lebensversicherer kaufen die als
    sicher Hafen und rechnen nicht mit steigenden Zinsen?
    Auch wenn ich von deinem Fachchinesisch oftmals kaum die
    Hälfte verstehe, schätze ich deine Insiderbeiträge sehr.
    Gerne lerne ich dazu.


    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    Interessant sind auch die impliziten Finanzierungskosten in Edelmetallen, die anhand der Terminstrukturkurve errechenbar sind:



    Obwohl mir in letzter Zeit auch schon tagsüber "falsche" Preise (bzw. daraus abzuleitende impl. Zinsen) dieser Art auffielen, bezieht sich diese Grafik auf die Abrechnungspreise vom Montag. Die offensichtliche Strategie wäre es, geliehenes Gold im August zu verkaufen und 2-4 Monate später zurückzukaufen; die höhere Verzinsung am Geldmarkt würde etwa 25 Basispunkte Gewinn generieren. Als risikofreie Arbitrage sollten größere Institute trotz Volcker-Rule in der Lage sein, derartige Abweichungen auszunutzen.

    Möglicherweise ist das Gold mittlerweile auch bereits zu knapp, um größere Mengen auszuleihen.

    Das das westliche Gold mal alle ist, darauf wartet meinesgleichen
    ja schon länger. Würde mir gefallen.
    Manche Gold VTler erwarten ja eine schnelle Hyperinflation des Papiergeldes gegenüber Gold, sollten aufgrund von Knappheit die Goldpreise explodieren.
    Also die Zerrüttung der Währungen. So optimistisch bin ich da nicht, aber wer weiss.
    MfG
    H.Maier
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  7. #7
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von Leibniz Beitrag anzeigen
    ...
    Wichtig ist allerdings, Konvexität zu nutzen und ausschließlich deutlich jenseits von zwei Sigma Ereignissen zu abzusichern, ansonsten leidet die Rendite. Grundsätzlich eignen sich Staatsanleihen (in der Vergangenheit insbesondere USA), CDS, Optionen und der gesamte derivative Geldmarkt (Strips,Packs,Bundles,Collars,Zinsswaps,...).
    ...
    Mal ne blöde Frage: Wenn jetzt in jeder Bank so Finanzjongleure sitzen, die mit Derivaten & Co. auf den Absturz spekulieren, dann können doch unzweifelhaft nicht alle gewinnen. Also hängt es wieder vom Zufall ab, wer den großen Reibach macht.

    Ich vermute sowieso, dass die großen Spieler sich alle absprechen.

    ---
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  8. #8
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von HansMaier. Beitrag anzeigen
    Lol, man nennt euch ja Spekulanten, aber wie ich sehe, liegt dir das gar nicht.
    Du abeitest mathematisch und hast Wahrscheinlichkeiten?
    Hast Du eine Wahrscheinlichkeit für eine überraschende Weltwährungsreform?
    Wie fliessen politische Unwägbarkeiten da ein?





    Interressant. Die Sache mit der Renditejagt liest man immer wieder.





    D.h. die Pensionskassen oder Lebensversicherer kaufen die als
    sicher Hafen und rechnen nicht mit steigenden Zinsen?
    Auch wenn ich von deinem Fachchinesisch oftmals kaum die
    Hälfte verstehe, schätze ich deine Insiderbeiträge sehr.
    Gerne lerne ich dazu.





    Das das westliche Gold mal alle ist, darauf wartet meinesgleichen
    ja schon länger. Würde mir gefallen.
    Manche Gold VTler erwarten ja eine schnelle Hyperinflation des Papiergeldes gegenüber Gold, sollten aufgrund von Knappheit die Goldpreise explodieren.
    Also die Zerrüttung der Währungen. So optimistisch bin ich da nicht, aber wer weiss.
    MfG
    H.Maier

    Es gibt einen sicheren Indikator dafuer das die spekulative Finanzwirtschaft
    alle Sektoren der Realwirtschaft voellig kaputt gemacht hat und die negative Wirkung der Kausalfolgenkette sich in der Realitaet voll entfaltet hat:

    1) aufgeblaehter privater Finanzsektor
    2) Ueberschuld von Staat, Volk und Unternehmen
    3) Derivaten- und Staatshaushaltsbonitaetskrisen
    4) Abwaelzung der Spekulationsrisiken und Krisenkosten auf Staat (Volk)
    5) Vernachlaessigung aller Sektoren der Realwirtschaft
    6) Stagnation > Rezession > Depression


    Man erkennt das im realen Leben daran das Huren nur noch fuer Goldmuenzen,geldwerte Naturalien oder Tauschobjekte ihre Dienstleistungen anbieten, sich Ehefrauen mit Prostitution auf dem Strassenstrich und Ehemaenner am Bahnhofstrich den Lebensunterhalt erwirtschaften weil sonst ihre Kinder und sie selbst nichts mehr zu essen und zu trinken haben.
    Geändert von ABAS (05.12.2017 um 19:34 Uhr)
    Dispara, cobarde, (que) solamente vas a matar a un hombre!

    Schiess! Feigling, (weil) Du wirst blos einen Mann toeten!

  9. #9
    Mitglied Benutzerbild von HansMaier.
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von ABAS Beitrag anzeigen
    .....
    Man erkennt das im realen Leben daran das Huren nur noch fuer Goldmuenzen,geldwerte Naturalien oder Tauschobjekte ihre Dienstleistungen anbieten, sich Ehefrauen mit Prostitution auf dem Strassenstrich und Ehemaenner am Bahnhofstrich den Lebensunterhalt erwirtschaften weil sonst ihre Kinder und sie selbst nichts mehr zu essen und zu trinken haben.
    Lol, es ist noch nicht, aber es wird werden.
    Nur wird die Hure nicht für Gold sondern bestenfalls für 1 -2 g Silber arbeiten.
    Und froh sein wenn sie welches bekommt. Von mir nicht, ich geh an keine Huren ran,
    aber ein paar schlaue Freier wirds wohl geben.
    Deswegen war ich heute auch nochmal bei der Degussa und habe nach gekauft.
    Es war ungewöhnlich voll, ich musste sogar warten. Es gab wohl Weihnachtsgeld
    und die Schlauen rubeln das um.
    MfG
    H.Maier
    Geändert von HansMaier. (05.12.2017 um 20:32 Uhr)
    "Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann,
    wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen,dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt.
    Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang." - Carl Jacob Burckhardt (Schweizer Historiker) -

  10. #10
    Mitglied Benutzerbild von Leibniz
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    Standard AW: Ende des aktuellen Kreditzyklus

    Zitat Zitat von HansMaier. Beitrag anzeigen
    Lol, man nennt euch ja Spekulanten, aber wie ich sehe, liegt dir das gar nicht.
    Du abeitest mathematisch und hast Wahrscheinlichkeiten?
    Hast Du eine Wahrscheinlichkeit für eine überraschende Weltwährungsreform?
    Wie fliessen politische Unwägbarkeiten da ein?
    Echte Wahrscheinlichkeiten für Fragen, die sich mit Finanzmärkten im weiteren Sinne befassen sind aus mathematischer Sicht in scheinbar unerreichbarer Ferne: Die gängigen Modelle nutzen unzulässige Vereinfachungen (oft im Bezug auf ungerechtfertigt eingesetzte Wahrscheinlichkeitsmaße) und sind daher falsch. Alle meine bisherigen Versuche, dieses Problem vernünftig zu lösen, resultierten in nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen, die aus verschiedenen Gründen in der Praxis nutzlos sind.
    Aus einigen derivativen Finanzinstrumenten lassen sich (implizite) Wahrscheinlichkeiten ableiten, die allerdings nur so korrekt wie die verwendeten Preise sind. In vielen Fällen sind die impliziten Wahrscheinlichkeiten unglaubwürdig. Insbesondere Optionen, die weit aus dem Geld sind bzw. außerhalb von zwei Sigma, also beispielsweise für starke Korrekturen wie 1987 oder 2008, haben implizite Wahrscheinlichkeiten, die jene Ereignisse alle 500-1000 Jahre erwarten.

    Der tatsächliche Nutzen diskreter Wahrscheinlichkeiten ist, meine ich, oft überschätzt. Jede Wahrscheinlichkeit größer 0 und kleiner 1 würde eine Währungsreform als Ergebnis zulassen. Das entscheidende Merkmal wäre die Konvergenz der auftretenden Häufigkeit und der tatsächlichen diskreten Wahrscheinlichkeit. In der Praxis dürfte allerdings kein Mensch hinreichend häufig Währungsreformen erleben, um tatsächlich Konvergenz von Signifikanz zu erkennen.

    Es ist insofern regelmäßig zu beobachten, dass höchst unwahrscheinliche Ereignisse eintreten und wahrscheinliche Ereignisse ausbleiben.


    Zitat Zitat von HansMaier. Beitrag anzeigen
    D.h. die Pensionskassen oder Lebensversicherer kaufen die als
    sicher Hafen und rechnen nicht mit steigenden Zinsen?
    Vermutlich. Ich sehe zumindest gewaltige Nachfrage in langlaufenden US-Anleihen. Wer genau diese kauft ist mir nicht ersichtlich. Zu bedenken ist, dass der Terminmarkt (Derivate) in US-Treasury Anleihen mittlerweile größer als der Kassamarkt("physische" Anleihen) ist. Im Gegensatz zum Kassamarkt (abgesehen von Dealern, die als Banken das zu zahlende Geld selbst schöpfen) ist für diese Derivate nur ein Bruchteil des Nennwerts als Sicherheit zu hinterlegen. Gegensätzliche Positionen entlang der Zinskurve mindern die zu hinterlegenden Sicherheiten erheblich. Es ist problemlos möglich, mit wenigen Millionen an Sicherheiten Zinsprodukte zu halten, die nominal viele Milliarden wert sind. Daher dürften spekulative Transaktionen auch einen großen Teil jener Nachfrage verursachen. 5Mio. US-Dollar als hinterlegte Sicherheit ist beispielsweise hinreichend, um für jedes Prozent Veränderung zwischen kurzfristiger und langfristiger Anleihen in der Zinskurve 150-200Mio. Gewinn zu generieren. Diese Produkte sind andererseits auch hinreichend liquide, um diese Position als zehn- oder hundertfaches dieses Beispiels aufzubauen. Wäre ich noch immer angestellt, dürfte diese Position vermutlich ein Mittel meiner Wahl sein. Zu bedenken ist allerdings die tägliche Abrechnung dieser Produkte d.h. adverse Tagesschwankungen müssen möglicherweise "finanziert" werden. (vgl. anderen Strang zu "Zugriff auf Geldmarkt")



    Zitat Zitat von HansMaier. Beitrag anzeigen
    Auch wenn ich von deinem Fachchinesisch oftmals kaum die
    Hälfte verstehe, schätze ich deine Insiderbeiträge sehr.
    Gerne lerne ich dazu.
    Besten Dank.
    危機

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