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Thema: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

  1. #11
    HPF Moderator Benutzerbild von Deutschmann
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Zitat Zitat von Klopperhorst Beitrag anzeigen
    Dieser Strang soll einer Bestätigung oder nachträglichen Revidierung dienen.

    Ich tippe darauf, dass der Fall nicht eintritt, wir also nach 2 Jahren keinen Crash hatten, stattdessen aber die Blase noch weiter aufgepumpt wurde.

    ---
    Offen gesagt warte ich täglich darauf dass etwas "unvorhergesehenes" eintritt. Und wenn es passiert, dann an einem Wochenende. Beispiel Bargeld: wenn es zum Crash kommt, darf das nicht unter der Woche passieren, da sonst ein Bankenrun stattfindet der nicht zu schützen ist. Darum am Wochenende mit Abscxhaltung der Bankomaten und am Montag stehen dann Posten vor den Banken.

  2. #12
    Antichrist Benutzerbild von Ruepel
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Zweitens berücksichtigt der gute Mann gar nicht die gesellschaftlichen Folgen. Was wird wohl passieren, wenn Millionen Erregbare plötzlich von Bargeld abgeschnitten sind? Die werden doch heute nur noch (unvollständig) durch Sozialkohle ruhiggestellt. Ich bin sicher, wir sehen erhebliche Unruhen.[/QUOTE]

    Das dürfte das auschlaggebende Problem für die Bonzen in Brüssel weden.Wenn die Millionen Harzer und Sandneger nicht mehr ausreichend gepämpert werden können.
    Den Aufstand können auch die Brüsseler Schlägertruppen nicht mehr aufhalten.
    Der kluge Mann bunkert vor und reinigt schon mal sein "Werkzeug".
    Warum soll ich ehrlich sein,wenn ich von Banditen regiert werde?!

  3. #13
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Zitat Zitat von Klopperhorst Beitrag anzeigen
    Dieser Strang soll einer Bestätigung oder nachträglichen Revidierung dienen.

    Ich tippe darauf, dass der Fall nicht eintritt, wir also nach 2 Jahren keinen Crash hatten, stattdessen aber die Blase noch weiter aufgepumpt wurde.

    ---
    Krall will seine Bücher verkaufen und Geld mit Vorträgen verdienen, daher muss er einen Zeitpunkt festlegen, und den setzt er einfach mit 2020 fest.

    In seinen Vorträgen geht Krall davon aus, dass die Krise ausgeht von Firmen und / oder Banken, die er als "Zombies" betitelt.
    Da die Banken dank Draghis Nullzinspolitik keine neuen Sparer mehr anlocken können, deren Geld sie dann zu höheren Zinsen weiterverleihen können, müssen Sie Geld an unproduktive Zombis verleihen, die unter normalen Umständen längst in der Insolvenz wären. Dieses System wird - nach Kralls Meinung - 2020 kollabieren, weil bis dahin die Sicherheiten der Banken aufgebraucht sind. Denn noch haben die Banken riesige Vermögen einfacher Sparer, die eben ihr Geld in Vertrauen an "Mademoiselle Merkel" nicht abgezogen haben, sondern mit denen diese Banken weiterhin arbeiten können. Dazu natürlich noch die Target-Salden Deutschlands gegenüber diversen Pleitestaaten wie Frankreich, Italien, Griechenland, denen keine Sicherheiten entgegenstehen, die aber trotzdem immer mehr wachsen...

    Was aber völlig unkalkulierbar ist , dass ist die Dummheit und Naivität der Deutschen. Dadurch kann dieser Knall noch sehr sehr weit hinausgezögert werden.
    Man sieht es an den völlig schwachsinnigen, geisteskranken Demonstrationen der "Greta - Jünger".

    Die Merkel - Bande lacht sich dabei gerade ins Fäustchen, sie haben schon angekündigt, nach den Wahlen in Mitteldeutschland wird es "kein Pille Palle mehr geben".
    Also wird eine Co2 - Steuer eingeführt, und das Geld was da eingezahlt wird und was der dumme Deutsche mit Begeisterung zahlen wird, kann dann wiederum benutzt werden, um noch mehr "Zombiefirmen" auf den Markt zu bringen, die mit dem Verkauf von Schlangenöl den deutschen Dumm-Bürger weiterhin bei Laune halten werden...
    Merlkels grüne Freunde posaunen es ja gerade wieder hinaus: Der Klimaschutz ist ein echter Job- und Wachstumsmotor!

    Hat man da einmal den Hebel angesetzt, dann kann man munter und ungeniert weiter machen, dann kann man z.B. den riesigen Wert des steerfinanzierten deutschen Strassennetzes versilbern, und da noch einmal viele Milliarden herausholen: Natürlich alles wiederum nur, um die Welt vor dem Klimakollaps zu retten...

    Die Jugend will das offenbar so und wählt dementsprechend.
    Schaut man sich das Publikum an bei Leuten wie Krall, dann würde ich mal den Altersschnitt so auf 60 aufwärts legen.
    Junge Leute scheint das nicht so sehr zu interessieren, die haben noch kein eigenes Vermögen gebildet, aber es ist das Geld ihrer Eltern, was die Merkel - Bande ihnen gerade entreißt für ihre Zukunft.

    Statt zu Greta müssten die Schüler eigentlich am Freitag lieber zu Dr Krall gehen, machen sie aber nicht, da müsste man nämlich selber nachdenken anstatt nur zu hüpfen gegen Kohle...

  4. #14
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Zitat Zitat von Klopperhorst Beitrag anzeigen
    Wir haben hier eine Crash-Prognose, die ziemlich genau ist.
    Natürlich gab es immer wieder Crash-Prognosen, die sich als falsch herausstellten, z.B. sagte Sarrazin 2012 den Austritt Griechenlands aus dem Euro voraus, ein anderer bekannter Volkswirt rechnete mit Euro-Ende bei Wahlgewinn von Le Pen 2017.

    Hier nun die aktuelle Prognose von Dr. Krall (Buch "Der Draghi-Crash").

    Der interessante Teil beginnt ab Minute 20:
    [Links nur für registrierte Nutzer]

    - Crash soll in den nächsten 18 Monaten stattfinden
    - Auslöser sind Bankenpleiten in Europa, deren Bilanzen wegen den Niedrigzinsen zwischen 2019 und 2020 in die Konkurszone rutschen
    - Es soll erst eine Deflation stattfinden und mit ihr der Kollaps von "Zombie-Firme", die 15% der europ. Wirtschaft ausmachen und Kredite dieser Banken hatten
    -> Arbeitslosigkeit soll auf 15% steigen
    - Danach soll es zur Verstaatlichung der Banken kommen, einschließlich Rettung der Zombie-Firmen
    -> Es werden 7,5 Billionen Euro dafür notwendig sein
    - Dies impliziert eine Hyperinflation von 50% pro Monat
    - Politische Kaste ist nicht fähig und willens, die notwendigen Entscheidungen wie Euro-Austritte, Währungsschnitte vorzunehmen
    - Krall rechnet somit mit massiven politischen Verwerfungen ab Ende 2020

    ---
    Krall sieht das Ende der Banken wegen der Niedrigzinsen als Crashauslöser .
    Warum?

    Beispiel Deutsche Bank: 1,4 Billionen Bilanzsumme. Fast 30 Millionen Kunden.
    Einmalige Marktstellung Europaweit.
    Gewinn: lächerliche 400 Millionen pro Quartal.

    J-P.Morgan: Gewinn pro Quartal 3,4 Milliarden. 13 facher Gewinn bei gerade doppelter Bilanzsumme.

    Gleiches Zinsumfeld.

    Morgan Stanley: Bilanzsumme 850 Milliarden, Gewinn 6,1 Milliarden.

    Gleiches Zinsumfeld.

    Ähnliches gilt für andere europäische Banken.

    Warum können die das, während die DB macht keinen Gewinn macht?

    Die japanischen Banken gehen auch nicht pleite, obwohl dort das negative Zinsumfeld schon viel länger anhält und noch drastischer ausfällt.
    Sie suchen sich neue Geschäftsfelder, nicht mehr das Sparbuch-Verwalten.
    Überall wird Geld verdient, nur die Deutschen können es nicht.

    Warum gibt die DB und auch die Dresdner keine Finanzierung für junge Unternehmen? Aktien platzieren. Haben sie früher gemacht. In den USA eine Selbstverständlichkeit.
    So ist Tesla überhaupt ins Laufen gekommen.
    Die deutschen Banken werden einfach katastrophal gemanagt. Krall ignoriert das, weil er seine These vom Draghi Crash aufrecht erhalten will.

  5. #15
    Foren-Veteran
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Zitat Zitat von Klopperhorst Beitrag anzeigen
    Wir haben hier eine Crash-Prognose, die ziemlich genau ist.
    Natürlich gab es immer wieder Crash-Prognosen, die sich als falsch herausstellten, z.B. sagte Sarrazin 2012 den Austritt Griechenlands aus dem Euro voraus, ein anderer bekannter Volkswirt rechnete mit Euro-Ende bei Wahlgewinn von Le Pen 2017.

    Hier nun die aktuelle Prognose von Dr. Krall (Buch "Der Draghi-Crash").

    Der interessante Teil beginnt ab Minute 20:
    [Links nur für registrierte Nutzer]

    - Crash soll in den nächsten 18 Monaten stattfinden
    - Auslöser sind Bankenpleiten in Europa, deren Bilanzen wegen den Niedrigzinsen zwischen 2019 und 2020 in die Konkurszone rutschen
    - Es soll erst eine Deflation stattfinden und mit ihr der Kollaps von "Zombie-Firme", die 15% der europ. Wirtschaft ausmachen und Kredite dieser Banken hatten
    -> Arbeitslosigkeit soll auf 15% steigen
    - Danach soll es zur Verstaatlichung der Banken kommen, einschließlich Rettung der Zombie-Firmen
    -> Es werden 7,5 Billionen Euro dafür notwendig sein
    - Dies impliziert eine Hyperinflation von 50% pro Monat
    - Politische Kaste ist nicht fähig und willens, die notwendigen Entscheidungen wie Euro-Austritte, Währungsschnitte vorzunehmen
    - Krall rechnet somit mit massiven politischen Verwerfungen ab Ende 2020

    ---
    Ich sehe nicht viel Sinn in Kralls Prognosen:

    1.) Wieso soll eine Deflation kommen, wenn die EZB immer weiter Geld in die Märkte pumpt?

    2.) Die Vorstellung von "Zombiefirmen" ist irreal.
    Im aktuellen Zinsumfeld können Firmen überleben, die sonst wegen ihrer Kapitalbeschaffungskosten nicht überleben würden. Diese Firmen machen unter den jetzigen Umständen Gewinn. Sie produzieren aber keine "Dinge, die die Menschen nicht brauchen". Das ist Unsinn. Sie produzieren vielmehr Waren, die im anderen Fall vielleicht zu teuer wären und deshalb nicht gekauft würden.

    Niedrige Zinsen kurbeln die Wirtschaft und den Konsum an. "Zombiefirmen" produzieren sie nicht, so etwas kann es in einer Marktwirtschaft nicht geben.
    Die Einteilung in "lebend" oder "zombie" in Bezug auf Unternehmen ist in der Realität gar nicht vorhanden.
    Nullzinsen sind für den Gläubiger immer eine sehr gute Sache. Ein Problem sind sie dagegen für Sparer und Anleger.

    3.) Verstaatlichung von Banken gab es in Deutschland bereits. Die einzige verbliebene nichtstaatliche Bank ist die DB. Alle anderen gehören mehr oder weniger dem Finanzminister.

    Wir stehen vor riesigen Problemen wegen der unverantwortlichen Draghi-Politik. Aber es sind andere, als Krall sie beschreibt.

  6. #16
    Mitglied Benutzerbild von romeo1
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    So ganz unwahrscheinlich scheint mir dieses Szenario nicht zu sein. Aber ob die schon 2020 oder erst einige Jahre später eintritt, das kann niemand so genau sagen. Evtl. könnte da ein grüner Sieg bei einer vorgezogenen BTW Klärung schaffen. Die grünen Ökostalinisten und ihre Steigbügelhalter aus den Kartellparteien dürften in ihrem Wahn die dt. Industrie derartig an die Wand fahren, daß dies der Auslöser für den prognostizierten Crash sein könnte. Wie auch immer, es wird sehr unlustig werden.

  7. #17
    HPF Moderator Benutzerbild von Leibniz
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Auf Youtube und an anderen Stellen des Internets kursieren unzählige Aufnahmen von Crashpropheten, Insidern und fragwürdigen Experten, die einen Zusammenbruch prognostizieren. Mein Interesse an diesen Inhalten liegt nahe null.

    Markus Krall dagegen verfügt über fundiertes Wissen über unser Geldsystem, Kredit und das Bankgeschäft. Daher ist er ernst zu nehmen. Seine Analysen sind sachlich und begründet.

    Ich habe keine Zweifel an der Korrektheit der identifizierten Probleme. Allerdings sind die Details der Auswirkungen unsicher.
    Diese Prognose ist in ihren Details unmöglich, weil sie unmöglich das Handeln bestimmter Akteure genau vorhersehen kann.

    Die identifizierten Probleme werden in jedem Fall zu erheblichen Problemen führen. Wie die ersten Verwerfungen infolge aussehen werden lässt sich nicht sicher prognostizieren. Auch lässt sich nicht prognostizieren, wie die handelnden Personen genau reagieren werden.

    Es ist nicht nur hier wichtig, die Risikonatur und das Ziel der Risikoanalyse zu begreifen. Risikoereignisse, die von Unsicherheit behaftet sind, lassen sich nicht anhand realisierter Ergebnisse beurteilen. Genauso wenig sind Maßnahmen der Vorsorge bzw. Versicherungen nutzlos, wenn die versicherten Risiken nicht eintreten.

    Dieser Gedanke lässt sich exemplarisch anhand eines Minenfeldes artikulieren. Dass eine Person unbeschadet darin läuft ist kein Zeichen geringen Risikos. Warnende Zuschauer, die auf die bedrohlichen Minen hinweisen und die Person warnen sind keine Idioten, falls die Person bisher noch nicht umkam. Es ist zwar unmöglich, den Zeitpunkt der ersten Detonation vorherzusagen; das ist jedoch auch nicht das Ziel der Risikoanalyse. Sie zielt darauf ab, Risiken selbst mitsamt ihrer Eigenschaften zu identifizieren, um zur vernünftigen Entscheidung fähig zu sein.

    Die vernünftige Entscheidung ist übrigens das, was den Mündigen ausmacht. Dass andere zeitweise unwissend zu besseren Ergebnissen kommen ist belanglos, weil Glück nicht in der Macht des Einzelnen ist.
    危機

  8. #18
    Mitglied Benutzerbild von Hank Rearden
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Zitat Zitat von HansMaier. Beitrag anzeigen
    Ja, es wird brutal gewalttätig werden, können die importierten Massen nicht mehr mit
    Geld ruhig gestellt werden. Und genau dazu, hat man sie geholt. Sie sind ein Werkzeug
    im Systemwechsel. Die Demokratten kriegen die Schuld an der Katastrophe, besonders die
    Linken. Und das Volk wird jedem zujubeln der die Ordnung wieder herstellt. Und das wird
    keine Demokratte sein. Wenns nach mir geht, gern der Kaiser...
    MfG
    H.Maier
    Einverstanden!
    “Es ist kein Verbrechen volkswirtschaftlich ungebildet zu sein, alles in allem ist es ein spezialisiertes Lehrfach und eines, welches die meisten Leute als »schwarze Wissenschaft« ansehen. Aber es ist ganz und gar unverantwortlich eine laute, lärmende Meinung zu ökonomischen Fragen zu haben, während man sich in diesem Zustand der Unwissenheit befindet.” Murray Rothbard: Egalitarianism as a revolt against nature

  9. #19
    HPF Moderator Benutzerbild von Leibniz
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose

    Zitat Zitat von wtf Beitrag anzeigen
    Witzig, ich wollte einen ähnlichen Thread eröffnen.

    Kralls Thesen sind sehr plausibel. Das Eigenkapital der Banken schmilzt nur so dahin. Auch die Theorie der Zombies ist absolut plausibel. Es braut sich also etwas zusammen.

    Zwei Punkte sind meiner Meinung nach nicht ausreichend berücksichtigt: Deflation. Ich sehe keine Deflation, denn in dem Moment, wenn Banken kollabieren und keine Kredite mehr ausgeben können, werden sie entweder mit frischem Eigenkapital versorgt oder die EZB springt gleich direkt ein und wirft Geld über Frankfurt ab. Wir laufen auf eine amtliche Inflation hinaus, denn die Geldmassen müssen wieder eingefangen werden.

    Zweitens berücksichtigt der gute Mann gar nicht die gesellschaftlichen Folgen. Was wird wohl passieren, wenn Millionen Erregbare plötzlich von Bargeld abgeschnitten sind? Die werden doch heute nur noch (unvollständig) durch Sozialkohle ruhiggestellt. Ich bin sicher, wir sehen erhebliche Unruhen.
    Der Aspekt der Deflation wird etwas undeutlich dargestellt. Er meint damit die stetig verstärkende Restriktion der Kreditvergabe. Die verantwortlichen Personen werden feststellen, dass ihre Eigenkapitalquote der gesetzlichen Mindestquote gefährlich nahe kommt. Daraufhin werden nur wenige imstande sein, dieses Problem durch Kapitalerhöhungen zu lösen.
    Daher werden viele gezwungen sein, Kredite selektiver zu vergeben. Also beispielsweise bestimmten Wackelkandidaten im Unternehmensbereich keine weiteren Kredite einzuräumen und haarige Finanzierungen vermehrt abzulehnen. Kollektiv führt diese Entwicklung zu Insolvenzen, Entlassungen und folglich ausfallender Konsum-Nachfrage. Die Preise bei Aldi werden mit großer Sicherheit nicht fallen. Allerdings werden einige gezwungen sein, ihre Autos, Immobilien und Aktien zu verkaufen und damit Preise senken.
    In einigen Branchen werden die Verantwortlichen aufgrund der geringeren Nachfrage immer höhere Lagerbestände aufbauen, die sie nur durch Preisnachlässe wieder loswerden. Prädestiniert ist die Automobilindustrie und Elektronikbranche, weil die Lagerbestände in diesen Bereichen sehr schnell an Wert verlieren.

    Ich stimme Dir jedoch zu. Eine Deflation wird wenn überhaupt nur temporär existieren und von Inflation abgelöst werden. Obwohl mir auch wahrscheinlich scheint, dass die EZB alle nötigen Maßnahmen einleiten wird, um Banken zu retten, sind die Details einer Eigenkapitalerhöhung durch die EZB zu bedenken. Diese Maßnahme ist derzeit nicht direkt möglich und im Ernstfall würden viele offene Fragen entstehen.

    Welche Bank wie viel erhält und wie die Implementierung auf die Eigentumsrechte der bisherigen Eigentümer wirkt wäre eine offensichtliche Frage, die zweifellos zu Konflikten führt. In der Praxis wäre die zentrale Frage einer echten Kapitalerhöhung, wie viel Bank für wie viel Euro erworben wird.

    Ein denkbarer Umweg wäre der Primärmarkt für Staatsanleihen. Prinzipiell könnte die BRD Anleihen in astronomischer Menge (nach Abschaffung der Schuldengrenze) am Primärmarkt an Banken platzieren. Die EZB könnte die Anleihen zu einem erheblich höheren Preis abkaufen und damit Gewinne erzeugen, die das Eigenkapital auffüllen. Diese plutokratische Lösung wäre ein offenes Scheunentor, um öffentliche Mittel in astronomischer Menge zu vereinnahmen. Jede Bank hätte das Interesse, so viel Eigenkapital wie möglich zusätzlich zu vereinnahmen, damit das Geld auch noch reicht, um eine großzügige Ausschüttung vorzunehmen.

    Besonders die letzte "Lösung" wäre eine weitere Maßnahme, die gesellschaftlichen Sprengstoff schafft. Einige wenige würden auf Kosten der Allgemeinheit Unsummen einnehmen. Die größte Sprengkraft geht von Hyperinflation aus. Wenn Geringverdiener auf einmal den Spitzensteuersatz bezahlen und Immobilienpreise alle bisherigen Preisanstiege in den Schatten stellen entsteht eine Situation, in der große Teile der Bevölkerung nicht mehr imstande sind, sich selbst elementare Grundbedürfnisse zu leisten.

    Dieser soziale Sprengstoff hat bereits vor etwa einem Jahrhundert Elend angerichtet. Die Deutschen sehen möglicherweise gerade mit an, wie ihr zweites Weimar entsteht.
    Darüber hinaus steht QE seit kurzer Zeit ohnehin wieder auf der Liste absehbarer Maßnahmen, wodurch auch ohne Bankenproblem weiter Vermögen umverteilt wird.

    Goldoptionen am Geld wurden vor nicht langer Zeit um 8-10% impliziter Volatilität gehandelt. Ausgehend davon führt eine naive Rechnung (Normalverteilung, konstante Volatilität ohne Skew) zum Ergebnis, dass ein Preisanstieg von etwa 70 USD pro Unze, wie er in den letzten Tagen binnen einer Woche im Gold stattfand statistisch ungefähr alle paar Jahrtausende stattfinden sollte. Differentialgeometer wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil diese Rechnung die größte Schwäche des Standardmodells geradezu ausnutzt. Dennoch zeigt der Anstieg meines Erachtens, dass der Markt sieht, wie sich der Wert von Papiergeld in den kommenden Jahren verändern wird.
    危機

  10. #20
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    Standard AW: Hat Dr. Krall recht? - detaillierte Crash-Prognose



    Krall sieht den Crash innerhalb der nächsten 18 Monate vor allem ausgelöst durch einen Zusammenbruch der europäischen Banken.

    Die Rettung dieser Banken (und gleichzeitig damit Verstaatlichung) erfolgt, so Krall, durch Aufkaufen ihrer faulen Kredite durch die EZB zum Nominalwert (der hundertfach höher ist als der Realwert).
    Es würde also innerhalb der EZB quasi eine Badbank eingerichtet.
    Das kostet nach Kralls Berechnungen die EZB 8000 Milliarden Euro. Damit würde sie ihre Geldmenge gut verdoppeln.

    Wie kommt Krall auf diese Zahl: die faulen Kredite selbst haben einen Nominalwert von etwa "nur" 2500 Milliarden Euro. Die Erfahrung der Lehmannkrise habe aber gezeigt, daß es 3 mal soviel Geld kostet, eine Bank im Konkurs zu retten, wie eine zu erhalten, die nur konkursgefährdet sei.
    Damit setzt Krall also voraus, daß der Konkurs erst erfolgt, daß es die EZB also zu einem Konkurs (= Vertrauensverlust der Kunden und Run auf die Konten) kommen läßt. Unwahrscheinlich, nach den Erfahrungen von 2007.

    Dieser drastischen Erweiterung der EZB-Geldmenge folgt, so Krall, eine explodierende Giralgeldschöpfung der privaten Banken, was die gesamte Geldmenge noch einmal ausweitet. Das ist nachvollziehbar, denn, wenn die Banken in Griechenland etc. ihre faulen Kredite los sind, dann werden sie neue Kredite wieder großzügiger vergeben. In den letzten Jahren ist die Kreditvergabe, also die Bereitschaft, Risiken einzugehen, praktisch zum Erliegen gekommen. Das Einfrieren der Giralgeldmenge wurde aber überkompensiert durch eine starke Ausweitung des von der EZB neu geschaffenen Geldes.

    Aber Hyperinflation?
    Inflation entsteht nicht zwangsläufig durch ein Ausweiten der Geldmenge. Langfristig natürlich schon, vor allem, wenn die Marktteilnehmer das Vertrauen in die Währung verlieren.
    Der direkte Inflationsauslöser ist aber eine Verschiebung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage.
    Die hat es bisher nicht gegeben, weshalb eine Inflation im Konsumgüterberreich ausgeblieben ist. Einen Vertrauensverlust in den Euro dagegen hat es in den vergangenen Jahren durchaus gegeben. Deshalb gab es auch eine Inflation im Bereich der Vermögensgüter (Immobilien etc.).

    Insgesamt scheint mir Kralls Szenario nicht plausibel. Er hat gute Argumente und ist sicher keiner dieser unseriösen Crashpropheten. Jedoch erwarte ich eher ein Szenario, wie wir es 2007/2008 bereits hatten.

    Oft hilft ein Rückblick auf die Börsengeschichte. Soweit ich das beurteilen kann (bin kein Experte, aber interessierter Laie), gab es in der Vergangenheit erst einen einzigen schlimmen Crash, der zu wirklich schwerwiegenden Folgen für die gesamte Gesellschaft, Wohlstand und Lebensverhältnisse, führte:
    Der schwarze Freitag von 1929. Unzweifelhaft die größte aller von der Börse ausgelösten Krisen.

    Was hat die damalige New Yorker Notenbank getan? Sie hat versucht, Feuer mit Benzin zu löschen und dadurch die fatalen Folgen erst ausgelöst. Sie hat einerseits die Zinsen angehoben statt gesenkt, andererseits die margin calls (Eigenreserveanforderung) für Kredite verdoppelt, also die Kreditvergabe gebremst.
    Das waren beides fatale Schritte, die die Krise erst zum Flächenbrand gemacht hatten.

    Kein Notenbankpräsident hat seitdem in einer Krise so gehandelt. Es wurde immer das Gegenteil getan: 1987 flutete A. Greenspan die Märkte mit Geld. So blieben die Folgen des Börseneinbruchs begrenzt.
    2001-2002 hatten wir einen Salamiecrash der Aktien. Es mußte einfach Luft aus der Blase gelassen werden. Die Kurse waren stark überteuert. Die Folgen für die reale Wirtschaft blieben begrenzt.
    Die einzige Folge dieses Platzens war, daß die Anleger ihre riesigen Gewinne aus den 90er Jahren wieder verloren. Natürlich gingen auch viele Internetunternehmen pleite. Aber das war ein natürlicher Prozess.
    Die, die sich gehalten haben (SAP, Aixtron), gingen gestärkt aus der Krise hervor.

    Dann die Finanzkrise 2007: hier wäre jetzt wirklich ein schwarzer Freitag im Stil von 1929 möglich gewesen. Aber die Notenbankchefs diesseits und jenseits des Atlantiks hatten ihre Lektion gelernt. Sie steuerten mit den richtigen Maßnahmen dagegen und so blieben auch hier die Folgen überschaubar.
    Ich vermute eher, daß es wieder so kommen wird.

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