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Thema: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

  1. #1
    Kämpfer Benutzerbild von Sherpa
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    Standard „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

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    Der Song „Willkommen liebe Mörder“ aus dem Räuberzivil-Album „Tiefenschärfe“ aus dem Jahr 2015 des Liedermachers Heinz Rudolf Kunze hat folgenden Text:
    Ist es jeder Vierte
    ist es jeder Dritte
    aber sie sind hier
    ganz in unsrer Mitte
    jeder kann es sein
    keinem kann man trauen
    manchmal sind es Männer
    ab und zu auch Frauen
    Sie wollen uns zerstören
    sie wollen uns vernichten
    nichts wird sie dazu bringen
    darauf zu verzichten
    wir möchten das verdrängen
    und einfach ignorieren
    uns weiter davor drücken
    den großen Kampf zu führen
    Willkommen liebe Mörder
    fühlt euch wie zuhause
    bedient euch macht es euch bequem
    kurze Atempause
    nichts nehmen wir euch übel
    Empörung nicht die Spur
    ihr habt halt eine andere
    Umbringekultur
    Jeder sieht es kommen
    die Bedrohung steigen
    jeder ist beklommen
    keiner will es zeigen
    laßt uns das vertuschen
    nicht darüber reden
    alle gegen alle
    jeder gegen jeden
    Sie pflegen fremde Bräuche
    so lautet das Gerücht
    Genaueres weiß keiner denn
    man erkennt sie nicht
    und wenn sie unter sich sind
    dann lachen sie uns aus
    nie würden sie behaupten
    mein Haus ist euer Haus
    Willkommen liebe Mörder
    wir sind so tolerant
    die Dunkelheit bricht bald herein
    über dieses Land
    wir reichen euch die Kerzen
    damit ihr besser seht
    und euch das nächste Opfer nicht
    durch die Lappen geht
    Willkommen liebe Mörder
    ein viel zu hartes Wort
    wir haben doch Verständnis
    ihr nennt das nicht mal Mord
    ihr tut's aus Überzeugung
    und wenn man's überlegt
    wir sind so schlaff und müde wir
    gehören weggefegt
    Quelle: [Links nur für registrierte Nutzer]
    Auf seiner Seite
    [Links nur für registrierte Nutzer]
    schreibt der Liedermacher dazu:
    Es ist mir unbegreiflich, dass Leute aus dem rechten politischen Spektrum mein Lied „Willkommen liebe Mörder“ für sich vereinnahmen wollen. Es scheint diesen Leuten schon zu genügen, dass im Titel das Wort „Mörder“ vorkommt, um den Song für ihre Zwecke zu missbrauchen. Das Lied greift die Thematik von Max Frischs Bühnenstück „Biedermann und die Brandstifter“ auf und handelt davon, dass die schweigende deutsche Mehrheit auf dem rechten Auge blind ist. Anlass für dieses Lied waren die NSU-Morde und nicht etwa Fremdenfeindlichkeit.
    Ich weiß nicht, wie ich mich noch verteidigen soll – außer durch ständige Wiederholung der Wahrheit.
    Mich erinnert dieser Kommentar an “Kritik und Selbstkritik” der Stalin-Zeit, heute noch üblich in Nordkorea.

    Habe auch ich den Songtext so mißverstanden, daß ich Kunzes Verteidigungsworte – NSU-Morde … - nicht glauben kann? Warum verteidigt er sich eigentlich?
    „Ein König, der seine Schlachten selbst schlägt, das wär ’n Anblick.“
    Achill in „Troja“

  2. #2
    AfD wirkt!
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Zitat Zitat von Sherpa Beitrag anzeigen
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    Der Song „Willkommen liebe Mörder“ aus dem Räuberzivil-Album „Tiefenschärfe“ aus dem Jahr 2015 des Liedermachers Heinz Rudolf Kunze hat folgenden Text:


    Auf seiner Seite
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    schreibt der Liedermacher dazu:

    Mich erinnert dieser Kommentar an “Kritik und Selbstkritik” der Stalin-Zeit, heute noch üblich in Nordkorea.

    Habe auch ich den Songtext so mißverstanden, daß ich Kunzes Verteidigungsworte – NSU-Morde … - nicht glauben kann? Warum verteidigt er sich eigentlich?
    Die Zeilen passen nur auf eine Ideologie: Den Islam.
    Das Weltbild der Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, offenbart am 9.10.2013 im ARD-Morgenmagazin:
    ... weil wir auch Menschen hier brauchen, die in unseren Sozialsystemen zuhause sind und sich auch zuhause fühlen können.

  3. #3
    HPF Moderator Benutzerbild von Deutschmann
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Kann man so oder so sehen. Je nach Einstellung.
    Aber wenn ein deutscher (bekannter) Musiker sowas in die Tasten haut, hat es in der Regel irgendwas mit Nazis und gegen Rechts zu tun.

  4. #4
    Geist ist geil Benutzerbild von Pillefiz
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Sie pflegen fremde Bräuche passt ja auch ganz prima zu NSU.... ist dem keine dümmere Erklärung eingefallen?
    Durchgeknallt ist ganz nah dran an wundervoll

  5. #5
    geliefert wie bestellt! Benutzerbild von autochthon
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Zitat Zitat von Deutschmann Beitrag anzeigen
    Kann man so oder so sehen. Je nach Einstellung.
    Aber wenn ein deutscher (bekannter) Musiker sowas in die Tasten haut, hat es in der Regel irgendwas mit Nazis und gegen Rechts zu tun.
    Ganz vorneweg: BAP
    Transgenerationale Epigenetik:
    Kriegstraumatisierte Kinder-/Enkelgeneration. Es gibt Hilfe!






  6. #6
    Wehrwolf Benutzerbild von Seligman
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Eindeutig an Nazis gerichtet:

    ...Willkommen liebe Mörder
    fühlt euch wie zuhause
    bedient euch macht es euch bequem
    kurze Atempause
    nichts nehmen wir euch übel
    Empörung nicht die Spur
    ihr habt halt eine andere
    Umbringekultur…

    Der letzte Satz ist halt wieder die leider verbreitete Resignation:

    ...ihr nennt das nicht mal Mord
    ihr tut's aus Überzeugung
    und wenn man's überlegt
    wir sind so schlaff und müde wir
    gehören weggefegt.
    Opposition findet nur noch als wrestling show statt damit die Illusion der " Demokratie " im Volk zur Taeuschung aufrechterhalten wird.

  7. #7
    Wehrwolf Benutzerbild von Seligman
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Wir sollten das Lied auf Antifademos o.ae. spielen. Ist ja eh gegen Nazis…..
    Opposition findet nur noch als wrestling show statt damit die Illusion der " Demokratie " im Volk zur Taeuschung aufrechterhalten wird.

  8. #8
    Kämpfer Benutzerbild von Sherpa
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Bin mit allem einverstanden, was Ihr geschrieben habt, aber:
    Der Text des Liedes interessiert mich weniger. Ich finde es entsetzlich, was man an Kunzes Kommentar erkennen kann: Nämlich das, was das System Bundesrepublik aus vielen Menschen gemacht hat – feige Mitläufer, die, sollten sie tatsächlich mal einen Anflug von Courage gehabt haben, sich sofort dafür entschuldigen und zu Kriechern werden.

    Deshalb sind Kunzes Worte
    Das Lied greift die Thematik von Max Frischs Bühnenstück „Biedermann und die Brandstifter“ auf und handelt davon, dass die schweigende deutsche Mehrheit auf dem rechten Auge blind ist.
    auch kaum zu verstehen. Denn gerade das genannte Theaterstück – heute brandaktuell – nimmt die aufs Korn, die sehenden Auges ins Unglück rennen und aus Feigheit für alles eine Entschuldigung finden.

    Hier eine kurze Zusammenfassung.
    Wirklich interessant – Das Stück ist von 1958!

    Quelle: [Links nur für registrierte Nutzer]
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    Max Frischs 1958 in Zürich uraufgeführte Tragikomödie »Biedermann und die Brandstifter – Ein Lehrstück ohne Lehre« schildert die absichtliche Blindheit seines Protagonisten gegenüber einer sich zusammenbrauenden Gefahr und die grausamen Folgen: Obwohl Brandstiftungen allgegenwärtig sind, glaubt Gottlieb Biedermann sich sicher und nimmt zwei fragwürdige Gestalten in sein Haus auf. …

    Knechtling, ein ehemaliger Mitarbeiter Biedermanns, versucht vorzusprechen. Durch die Entlassung ist Knechtlings Familie in soziale Not geraten. Biedermann weist ihn gnadenlos ab und schlägt ihm vor, sich umzubringen. Schmitz wird Zeuge der Szene und Biedermann gerät unter Druck, seine Menschlichkeit unter Beweis zu stellen. Er bringt Schmitz auf dem Dachboden unter und verlangt von ihm die Zusicherung, kein Brandstifter zu sein. Schmitz lacht…

    Biedermann hat Angst vor seinen Gästen. Deshalb will er sie zum Abendessen einladen und zu seinen Freunden machen….
    verbrüdert sich mit ihnen und gibt ihnen die verlangten Streichhölzer. Während sein Haus bereits brennt, will Biedermann es immer noch nicht wahrhaben, dass es sich bei Schmitz und Eisenring tatsächlich um Brandstifter handelt….
    Während das Haus von Biedermann brennt, kommentiert der Chor die Sinnlosigkeit des Geschehens als Folge von Dummheit, die mit dem Begriff Schicksal verbrämt werde….
    „Ein König, der seine Schlachten selbst schlägt, das wär ’n Anblick.“
    Achill in „Troja“

  9. #9
    Mitglied Benutzerbild von Shahirrim
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Zitat Zitat von Pillefiz Beitrag anzeigen
    Sie pflegen fremde Bräuche passt ja auch ganz prima zu NSU.... ist dem keine dümmere Erklärung eingefallen?
    Ich finde die Zeilen über Toleranz viel bedeutender. Die passen zu keiner NSU oder ähnlichen Neonazis. Als wenn das Wort Toleranz hier jemals mit rechts in Verbindung gebracht wird. Höchstens ein wegsehen wird mal in der BRD der Polizei oder den Geheimdiensten unterstellt, aber keine Toleranz, die wird nur bei Ausländern gefordert.

  10. #10
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    Standard AW: „Ein Lehrstück ohne Lehre“?

    Zitat Zitat von Sherpa Beitrag anzeigen
    Bin mit allem einverstanden, was Ihr geschrieben habt, aber:
    Der Text des Liedes interessiert mich weniger. Ich finde es entsetzlich, was man an Kunzes Kommentar erkennen kann: Nämlich das, was das System Bundesrepublik aus vielen Menschen gemacht hat – feige Mitläufer, die, sollten sie tatsächlich mal einen Anflug von Courage gehabt haben, sich sofort dafür entschuldigen und zu Kriechern werden.

    Deshalb sind Kunzes Worte

    auch kaum zu verstehen. Denn gerade das genannte Theaterstück – heute brandaktuell – nimmt die aufs Korn, die sehenden Auges ins Unglück rennen und aus Feigheit für alles eine Entschuldigung finden.

    Hier eine kurze Zusammenfassung.
    Wirklich interessant – Das Stück ist von 1958!

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    es gibt auch eine recht gute, kammerspielartige verfilmung in schwarz-weiss.


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    meine beiträge sind ausschließl. mein geistiges eigentum.warnhinweis: fehlinterpretationen meiner aussagen gehen ausschl. zu lasten des lesers.

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