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Thema: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

  1. #171
    Erleuchter und Erloeser Benutzerbild von ABAS
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    Standard AW: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

    Untersuchungen haben ergeben das Kinder anders auf SARS-CoV2 Virenbefall regieren als Erwachsene.
    Gesunde Kinder erkranken bei SARS-CoV2 Infektion extrem selten bzw. ueberhaupt nicht, koennen
    aber in der Zeit bis das Immunsytem die Viren beseitigt hat andere Menschen infizieren. Seitens der
    natuerlichen Evolution wurde den Kindern wohl ein besonderer Ueberlebenschutz fuer die Zeit ihrer
    Kindheit programmiert. Gewissermassen ist das auch plausibel, weil in der Entwicklungsphase das
    Immunsystem der Kinder noch angelernt und konditioniert wird. Die Abwehrkoerper koennen noch
    nicht zielsicher unterscheiden ob es sich um " boese " oder " gute " Bakterien bzw. Viren handelt.
    Daher werden vorsichtshalber die meisten neu erkannten Fremdkoerper von den Abwehrkoerpern
    als " feindliche " erkannt, markiert und erledigt, bevor sie sich ueberhaupt weiter vermehren koennen.

    MEDIZINREPORT
    SARS-CoV-2-Infektion: Kinder reagieren auf Viren anders als Erwachsene

    Aktuelle Daten deuten auf eine geringere Rate symptomatischer Infektionen bei Kindern und Jugendlichen hin. Sie zeigen mehrheitlich entweder keine oder nur milde Symptome. In seltenen Fällen kann es jedoch zu schweren Verläufen kommen. In dieser kurzen Zeit wurden Millionen Daten und klinische Befunde gesammelt, deren Menge selbst die Wissenschaftsgemeinde in Erstaunen versetzt. Doch sie betreffen mehrheitlich erwachsene Patienten. Das Wissen zu klinischem Verlauf, Komplikationen und Therapie von COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen hingegen ist bisher begrenzt. Und die Daten, die international erhoben wurden, verdeutlichen einmal mehr, dass „Kinder keine kleinen Erwachsenen sind“. Denn das Infektionsgeschehen in dieser Altersklasse scheint sich von dem der älteren und Seniorenpatienten zum Teil deutlich zu unterscheiden.
    Der erste pädiatrische Fall wurde am 20. Januar aus China berichtet: Betroffen war ein 10-jähriger Junge aus Shenzhen, der mit seiner Familie die Stadt Wuhan besucht hatte.

    Epidemiologie

    In der bislang größten Untersuchung von COVID-19-Patienten aus China, die PCR-gesicherte und -ungesicherte Fälle enthielt, wurden 72314 Fälle vom Chinese Center for Disease Control and Prevention analysiert. Kinder unter 10 Jahren machten hier nur einen Anteil von ca. 1 % aus, Kinder zwischen 10 und 19 Jahren auch (1, 2).

    Größere Kohortenanalysen aus Italien und den USA zeigen ebenfalls, dass lediglich 1–2 % aller COVID-19-Patienten unter 18 Jahre alt waren (3,4). In Deutschland machen Kinder und Jugendliche unter 10 Jahren rund 2,6 % der bestätigten Infizierten aus, im Alter zwischen 10 und 19 Jahren sind es 4,9 % (Stand: 8. Juli 2020) (5).

    Der Anteil an Todesfällen ist noch geringer: Von 9063 Patienten, die seit Beginn der Pandemie in Deutschland an den Folgen von COVID-19 gestorben sind, waren nur 3 unter 18 Jahre alt (Stand 13. Juli). Damit unterscheidet sich die Altersverteilung bei COVID- 19-Patienten von der anderer Infektionskrankheiten. Dort gelten Kinder häufig als sogenannte Treiber des Infektionsgeschehens.

    Klinik

    Obwohl Kinder im Vergleich zur Influenza deutlich seltener und mit milderen Symptomen an COVID-19 erkranken als Erwachsene, sind in einigen Fällen auch schwere Krankheitsverläufe bis hin zu einem letalen Ausgang möglich, wie eine europaweite Studie zeigt (6). Die „Paediatric Tuberculosis Network European Trials Group“ hatte ihr Netzwerk in den ersten Aprilwochen für eine Umfrage an 128 Kinderkliniken in 31 europäischen Ländern genutzt. Von insgesamt 77 Zentren wurden Fälle gemeldet, was zeigt, dass die COVID-19-Pandemie Anfang April weite Teile des Kontinents erfasst hatte und überall auch Kinder erkrankt waren. Von den 582 Kindern (davon 25% mit Vorerkrankungen) waren viele, die „aus heiterem Himmel“ erkrankt waren. Das häufigste Symptom war Fieber (65%); 54% wiesen Zeichen einer Infektion der oberen Luftwege auf, 22% litten unter gastrointestinalen Symptomen (teilweise ohne respiratorische Symptome). 16% der Kinder hatten überhaupt keine Beschwerden, sie waren lediglich bei einer Kontaktuntersuchung aufgefallen und vorsichtshalber in die Klinik aufgenommen worden. Nur 143 Kinder (25%) litten an Infektionen der unteren Atemwege (davon 93 mit radiologisch bestätigter Pneumonie); 25 Kinder (4%) mussten künstlich beatmet werden, die meisten über eine längeren Zeitraum (bis 34 Tage). 19 Kinder (3%) benötigten positiv inotrope Medikamente zur Stabilisierung der Herzfunktion. Bei einem Kind wurde eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) notwendig. Insgesamt 4 Kinder (alle älter als 10 Jahre) starben an COVID-19. Von diesen waren 2 schwer vorerkrankt (u. a. Stammzelltransplantation). In einer Datensammlung der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI) wurden bislang deutschlandweit 180 stationäre Aufnahmen von COVID-19-erkrankten Kindern einbezogen (7). 22 (12%) davon mussten auf der Intensivstation behandelt werden, es gab einen Todesfall. Fast 2/3 (63,9%) der eingewiesenen Kinder waren in einem Alter von unter 6 Jahren. 83,3% der Kinder waren symptomatisch. Das klinische Bild umfasste:

    . Fieber und/oder Allgemeinsymptome 68%
    . Infektion obere Atemwege 38%
    . Gastrointestinale Symptome 21%
    . Bronchitis/Bronchiolitis 11%
    . Pneumonie (radiologisch gesichert) 11%
    . Sepsis (+ sepsisähnliches Krankheitsbild) 8%
    . 25,5% der Patienten auf der Normalstation waren vorerkrankt, auf der Intensivstation 52,6%.


    Am häufigsten waren dabei pulmonale, kardiale, neurologische/neuromuskuläre sowie hämatologische/onkologische Vorerkrankungen. Nach einer medianen Hospitalisierungsdauer von 4 Tagen (range: 1–27) konnten 91% (n = 163) der Kinder wieder entlassen werden, davon waren 77,4 % komplett genesen. Der Rest (22 %) hatte nur noch leichte Symptome. In einer Stellungnahme (8) weist die DGPI gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj e.V.) daraufhin, dass die SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern klinisch nicht von anderen Atemwegsinfektionen unterschieden werden. „Grundsätzlich wurde in vielen publizierten Fällen zur Diagnose beziehungsweise zum Ausschluss einer Pneumonie die Computertomografie sehr extensiv eingesetzt.“ – Auch bei Kindern mit milder Symptomatik. Dies wertet die Fachgesellschaft als kritisch. Die computertomografische Diagnostik des Thorax sei kein Routineverfahren und sollte nur ausgewählten, kritischen Indikationen vorbehalten bleiben, wenn dies für die Behandlung eine wesentliche Konsequenz hat. Hinsichtlich der Therapie von COVID-19 gibt es derzeit – auch bei Kindern – keinen Standard. Welches Prozedere bei pädiatrischen Patienten bislang verfolgt wurde, wird im wöchentlich aktualisierten COVID-19-Survey-Update der DGPI aufgezeigt (Grafik) (9).

    Pathophysiologie

    Doch warum gibt es überhaupt Unterschiede in der Zahl und Art der Erkrankungen zwischen Erwachsenen und Kindern? Welche virologischen und immunologischen Erkenntnisse gibt es bereits, die diese Phänomene erklären könnten? Nach Ansicht von Prof. Dr. med. Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München (TUM) und am Helmholtz Zentrum München, gibt es für den Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen 2 Theorien: Eine besagt, dass es je nach Alter eine unterschiedliche Dichte an ACE2-Rezeptoren auf Lungenepithelzellen, dem Nasen-Rachen-Epithel und dem Darmepithel gibt. Die ACE2-Rezeptoren sind die entscheidenden „Kontaktstellen“ für SARS-CoV-2, um in die Zellen des menschlichen Organismus einzudringen. Die andere Theorie, die laut Protzer vielleicht sogar wahrscheinlicher ist, stellt eine spezielle B-Zellfraktion in den Fokus: „Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen mehr Gedächtnis-B-Zellen, die breiter wirksame Antikörper vom IgM-Typ bilden und somit Kinder vor schweren Erkrankungsverläufen schützen können. Bei Erwachsenen shiftet die B-Zellen-Antwort. Sie reagieren spezifischer auf Erreger, mit denen der Körper sich schon einmal auseinandergesetzt hat – zum Beispiel durch Impfungen.“

    Evolutionär sei das Immunsystem in jungen Jahren darauf ausgerichtet, dass Kinder überleben: Der erste Antikörper-Schutz komme von der Mutter (zunächst plazentar, dann über die Muttermilch), sodass der kindliche Organismus auf Erreger reagieren kann, mit dem sein Immunsystem vorher noch nie konfrontiert worden war.

    „Je länger man lebt, umso mehr shiftet diese Immunantwort in eine sehr erregerspezifische Reaktion“, so Protzer.

    Prof. Dr. Philipp Henneke, Leiter der Sektion für Pädiatrische Infektiologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Freiburg, betont, dass Coronaviren nicht die ersten Viren seien, die je nach Alter des Menschen unterschiedliche Reaktionen im Wirtsorganismus hervorrufen.

    „Seit Jahrzehnten beschäftigen wir uns beispielsweise mit den Fragen: Warum verlaufen Influenza-Infektionen anders? Warum sind sogenannte RS-Viren (Respiratory-Syncytial-Virus) so wichtig bei Kindern?“

    Auffallend sei, dass das Mikrobiom in den ersten 3 Lebensjahren anders zusammengesetzt ist als später.

    „Dann kämpft die normale Körperflora gegen irgendwelche Eindringlinge von außen. Und beide Parteien versuchen sich gegenseitig zu kontrollieren. Das heißt, es existieren viele Ebenen, die immunologische Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen terminieren. Welche Rolle hierbei SARS-CoV-2 spielt, ist unklar. Es wird daher keine einfache Erklärung dafür geben“, so Henneke.

    Und Protzer ergänzt:

    „Es gibt mehrere Infektionen im frühen Lebensalter, die mit sehr hohen Viruslasten einhergehen, obwohl die Kinder klinisch gesund sind. Das gilt zum Beispiel für HIV.“

    Dennoch stelle sich die Frage: Wenn die Viruslast bei Kindern sogar höher als bei den Erwachsenen, können sie andere Menschen schneller oder stärker anstecken können? Dazu Protzer:

    „Nicht unbedingt, weil die Wahrscheinlichkeit einer Infektion auch von der Dauer und der Nähe des Kontakt abhängt.“

    Die Übertragung der SARS-CoV-2-Infektion erfolgt laut einer chinesischen Erhebung hauptsächlich durch Erwachsene, insbesondere durch Haushaltskontakte (10). Eine Studie hat gezeigt, dass dem Symptombeginn bei 7 infizierten Kindern eine nachgewiesene COVID-19-Infektion bei erwachsenen Familienmitgliedern vorausging (11). In einer weiteren Studie fanden sich bei 28 von 31 infizierten Kindern weitere erkrankte Familienmitglieder (12). Die sogenannte Heinsberg-Studie (13) berichtet hingegen über einen deutlichen Anstieg des Infektionsrisikos für andere Familienmitglieder, wenn ein infiziertes Kind im Haushalt lebt.

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  2. #172
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    Vergleich von SARS-CoV2 Viren mit saisonaler Grippe und " Spanischer Grippe " hinkt!

    Lugenaerzte im Netz / 09.12.2020

    Spanische Grippe und Covid-19 - vergleichbar oder nicht?

    Oft werden die Todesursachen von COVID-19 mit jenen einer saisonalen Grippe verglichen. Eine Studie vorliegender Autopsieberichte zeigt nun, dass dieser Vergleich hinkt. In den Jahren 1918/1919 wütete die spanische Grippe und tötete weltweit rund 50 Millionen Menschen. Die aktuelle COVID-19-Pandemie hat bisher über 1.33 Millionen Menschenleben gefordert (Stand: 18.11.20). Oft werden die Todesursachen von COVID-19 mit jenen einer saisonalen Grippe verglichen. Eine Studie vorliegender Autopsieberichte zeigt nun, dass dieser Vergleich hinkt.

    (siehe The Journal of Pathology, Online-Veröffentlichung am 13.11.2020).

    Eine Forschergruppe um Prof. Dr. Holger Moch, Direktor des Instituts für Pathologie und Molekularpathologie am Universitätsspital Zürich, hat die Autopsiebefunde von 411 Patienten ausgewertet, die zwischen Mai 1918 und April 1919 an der „spanischen Grippe“ (Influenza A-Pandemie) im Universitätsspital Zürich verstorben sind und mit jenen der bisher veröffentlichen COVID-19 Autopsien verglichen.

    Dabei zeigt sich ein frappanter Unterschied:

    In keinem einzigen der Autopsieberichte zur spanischen Grippe werden sichtbare Blutgerinnsel erwähnt. Dagegen wird in 36 % der 75 bisher publizierten COVID-19 Autopsien eine Lungenarterien-Thrombose, bzw. eine Lungenembolie angegeben. Und dies obschon diese Patienten eine für hospitalisierte Patienten normale Thrombose-Prophylaxe erhielten.

    Dieser Befund steht im Einklang mit der Erkenntnis aus früheren Studien, wonach COVID-19 zu einer generalisierten Entzündung des Gefäß-Endothels und damit zu vermehrter Blutgerinnselbildung führen kann. Dies würde die hohe Inzidenz von Lungenembolien erklären, auch bei Patienten ohne zugrundliegende tiefe Venenthrombose oder sonstiger Risikofaktoren für Thrombosen. In den ersten Monaten des Ausbruchs gab es nur sehr wenige Autopsien von COVID-Opfern. Auch heute noch sind sie im Verhältnis zur Zahl der Todesfälle selten. Was sich aus der bisherigen Datenlage aber zweifelsfrei feststellen lässt:

    Bei COVID-19 Patienten werden sehr oft eine fortschreitende, lebensbedrohliche Lungenentzündung sowie thromboembolische Ereignisse beobachtet. Auch sogenannte kapillare Mikrothromben, also Blutgerinnsel in den feinsten Gefäßen werden bei Corona-Patienten deutlich häufiger beobachtet als bei Patienten mit einer Grippe.

    Die sogenannte OVID-Studie unter der Leitung von Prof. Nils Kucher, Direktor der Klinik für Angiologie, untersucht deshalb die Sicherheit und Wirksamkeit eines Blutverdünners zur Vermeidung von Blutgerinnseln bei ambulanten Patientinnen und Patienten mit Coronavirus-Infektion und sucht weiterhin Studienteilnehmer. Interessierte Personen ab 50 Jahren mit positivem Testresultat können sich unter der Telefonnummer 043 253 03 03 melden.

    Quelle: Universitätsspital Zürich

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  3. #173
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    Standard AW: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

    Anschauliche und gehaltvolle Beschreibung wie Pandemien enden:

    Spanische Grippe, Pocken, Corona - So enden Pandemien

    Alle sehnen das Ende der Corona-Pandemie herbei. Doch kann es das überhaupt geben? Verschwinden Viren irgendwann einfach? Ein Blick auf vergangene Pandemien und ihr Ende.

    Wie enden Pandemien überhaupt?

    Nach Ansicht von Historikern können Pandemien vor allem auf zwei Arten enden – entweder medizinisch oder sozial. Das medizinische Ende tritt ein, wenn die Zahl der Erkrankten stark zurück geht. Also entweder, wenn ein Großteil der Menschen die Infektion überstanden hat und (vorerst) immun gegen den Erreger ist oder es wirksame Impfstoffe und Medikamente gibt. Das soziale Ende ist eine bewusste Entscheidung und findet vor allem in den Köpfen der Menschen statt. Es tritt ein, wenn die Angst vor der Krankheit abnimmt, die Menschen die Einschränkungen nicht mehr hinnehmen wollen – und lernen, mit der Krankheit zu leben.

    Wieso konnten die Pocken ausgerottet werden?

    Zu den Viruskrankheiten, die ein medizinisches Ende gefunden haben, gehören die Pocken. Sie waren eine der tödlichsten Pandemien: Alleine im 20. Jahrhundert starben 300 bis 500 Millionen Menschen an den Pocken, die Sterblichkeitsrate lag bei bis zu 30 Prozent. Übertragen wurden sie durch das Variolavirus.

    Historische Schriften deuten darauf hin, dass es die Pocken bereits vor mehr als 3000 Jahren gegeben haben könnte. Wissenschaftler der Charité Berlin, der University of Cambridge und der University of Copenhagen haben in einer aktuellen Studie zum ersten Mal nachgewiesen, dass die Krankheit schon bei den Wikingern umging. Sie entdeckten das Variolavirus in bis zu 1400 Jahre alten Gebeinen aus Wikinger-Grabstätten in Dänemark, Norwegen, Schweden, Russland und England. Personen, die mit dem Virus infiziert waren, entwickelten Fieber, dann einen Ausschlag, der sich in mit Eiter gefüllte Flecken verwandelte, die verkrusteten, abfielen und Narben hinterließen.

    Darum war eine Ausrottung möglich:

    Das Virus hatte einige Schwachstellen.

    1. Das Pockenvirus wurde nur von Mensch zu Mensch übertragen

    Es hatte keinen tierischen Wirt, in dem es überleben konnte. „Es gibt Krankheitserreger, die zirkulieren sowohl im Menschen als auch in Wildtieren“, erklärt Barbara Mühlemann von der Charité Berlin, Mitautorin der Pocken-Studie. „Selbst wenn ein Erreger im Menschen ausgerottet wird, kann er dann aus dem natürlichen Reservoir wieder in die menschliche Population eingetragen werden.“ Influenza-Viren etwa gehören dazu. Das Variola-Virus aber, welches die Pocken auslöst, zirkulierte nur im Menschen. „Das, kombiniert mit einer wirksamen, einfach zu handhabenden Impfung, machte die Ausrottung möglich.“

    2. Die Immunität hält ein Leben lang

    Wer die Infektion überstanden hatte oder geimpft war, war ein Leben lang vor den Pocken geschützt. Eine dauerhafte Unterbrechung der Infektionsketten konnte die Seuche also zum Erlöschen bringen.

    3. Die Krankheit war klar erkennbar

    Die Symptome waren eindeutig. So konnten Infizierte schnell ausfindig gemacht und isoliert werden. 1967 startete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein bisher einzigartiges weltweites Impfprogramm und arbeitete sich von Kontinent zu Kontinent vor. Dreizehn Jahre später erklärte die WHO die Erde für pockenfrei. Zu den berühmtesten Pocken-Kranken gehörten übrigens Mozart, Haydn, Goethe und Beethoven.

    Wie endete die Spanische Grippe?

    So richtig, ehrlich gesagt: nie. Die Spanische Grippe war die bisher schlimmste Pandemie der Menschheit. Sie tötete weltweit in relativ kurzer Zeit mindestens 50 Millionen Menschen. Im Groben verlief die Spanische Grippe in*drei Wellen. Die erste Welle überzog im Frühjahr 1918 die*USA und Europa und verbreitete sich weltweit weiter. Die meisten Todesfälle gab es in der zweiten Welle im Herbst – in einem Zeitraum von nur 16 Wochen. Die Pandemie endete nach der dritten Welle im Sommer 1919.

    Ausbruch und Verlauf der Krankheit erfolgten oft sehr schnell, manche Patienten verstarben innerhalb weniger Stunden. Wer überlebte, litt oft noch wochenlang unter chronischer Erschöpfung, Depressionen und neurologischen Störungen.Im Juni 1919 flaute die Pandemie endlich ab.

    Sie endete medizinisch: 1. Viele Menschen hatten eine Immunität aufgebaut. Wenn sie in den folgenden Jahren doch wieder mit dem H1N1 infiziert wurden, war der Verlauf nicht mehr so lebensbedrohlich. 2. Das Virus mutierte in eine weniger aggressive Form.Unklar ist, wann genau die schwächere Mutation entstanden ist. Zusammen mit der hohen Grundimmunität sorgte das weniger tödliche Virus dafür, dass die pandemische Influenza-Welle in eine „normale“ Influenza überging.

    Doch die Spanische Grippe endete auch sozial

    Der Erste Weltkrieg war vorbei, die Menschen waren bereit für einen Neuanfang. Sie wollten Krieg und Krankheit hinter sich lassen und auch die Grippewelle schnell vergessen. Teilweise wurden die Isolationsmaßnahmen öffentlich aufgehoben, teilweise beschlossen die Menschen selbst, weniger Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, um sich nach dem Krieg wieder ein Leben aufzubauen – auch, wenn dadurch Tote in Kauf genommen wurden. Aber: So ganz verschwand das Virus nie.

    Das H1N1-Virus gehört zu den Influenza-A-Viren. Bestimmte Varianten dieser Viren traten auch in späteren Pandemien wieder auf – etwa bei der Schweinegrippe, die sich 2009 und 2010 pandemisch ausbreitete.
    Das ist eigentlich der gleiche Stamm. Durch Mutation oder durch Übertragung von ganzen Gensegmenten entstehen immer bestimmte Subtypen, die entweder relativ neu für den Menschen sind oder vollständig neu“,

    so der Epidemiologe Jean-Baptist du Prel in der Reihe „Jahr100Wissen“ der Universität Wuppertal.

    „Heute rechnet die WHO damit, dass ein bestimmter Teil der Bevölkerung auch mit H1N1 durchseucht ist. Dieser Subtyp ist aber bei weitem nicht so krankheitserregend wie der Erreger der damaligen Spanischen Grippe.“

    Auch diese Grippepandemien entstanden durch Influenza-A-Viren:

    • Die Asiatische Grippe von 1957, etwa eine Million Tote (Subtyp H2N2)
    • Die Hongkong Grippe von 1968, etwa eine Million Tote (Subtyp H3N2)
    • Die Schweinegrippe von 2009/2010, über 150.000 Tote (Subtyp H1N1)


    Weil zukünftige Mutationen von Influenza-A-Viren die Gefahr einer neuen Pandemie bergen, beobachten weltweit verschiedene Institutionen den Stand der Influenza-Infektionen. So wurde bereits 1952 das Global Influenza Surveillance and Response System (GISRS) gegründet – ein globales Netzwerk von Laboratorien, das pro Jahr mehr als zwei Millionen Atemwegsproben testet, um die Ausbreitung und Entwicklung von Influenzaviren in über 100 Ländern zu überwachen. Das Netzwerk wird von der WHO koordiniert.

    Was passierte mit dem ersten SARS-Virus?

    Bereits vor der jetzigen Pandemie führte ein SARS-Coronavirus zu einer weltweiten Pandemie und verursachte das schwere akute Atemwegssyndroms (SARS). SARS-CoV wurde erstmals im November 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong beobachtet, danach verbreitete es sich über den internationalen Flugverkehr weltweit. Innerhalb von acht Monaten starben fast 800 Menschen an SARS, mehr als 8000 Menschen erkrankten schwer. Dennoch konnte die WHO die Pandemie relativ schnell in den Griff bekommen – am 5. Juli 2003 erklärt sie, die Ausbrüche seien weltweit eingedämmt worden. Dieser schnelle Erfolg hatte mehrere Gründe:

    1. SARS-CoV war nicht so ansteckend als das aktuelle Coronavirus

    Ein Unterschied: SARS-CoV vermehrte sich in der Lunge, nicht schon im Rachen – dadurch war es schwerer, andere anzustecken. Auch waren Infizierte etwa 10 Tage nach Auftreten der ersten Symptome am ansteckendsten. Man konnte Erkrankte also relativ gut erkennen und isolieren. SARS-CoV-2 dagegen ist, das zeigen mehrere Studien, bereits vor dem Auftreten von Symptomen und kurz danach besonders ansteckend.

    2. Der Erreger konnte schnell relativ gut erkannt werden

    Labortests, die das Virus zweifelsfrei erkennen konnten, waren bereits Ende Mai 2003 verfügbar. Übrigens dank maßgeblicher Mitarbeit von Prof. Christian Drosten. Der damals 30-jährige Wissenschaftler identifizierte den tödlichen Erreger mit Kollegen vom Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

    3. Internationale Zusammenarbeit

    Unter Federführung der WHO arbeiten die öffentlichen Gesundheitssysteme weltweit zusammen. Obwohl normalerweise ein hohes Konkurrenzdenken zwischen den wissenschaftlichen Institutionen herrscht, wurden Informationen während der gesamten Zeit intensiv geteilt. Ein Maßnahmenkatalog wurde entwickelt, besonders wichtig dabei: das konsequente Isolieren von Erkrankten und möglicherweise Erkrankten. SARS endete also, weil sich der Erreger bereits nach relativ kurzer Zeit verriet. Die Epidemie ließ sich mit klassischen Kontrollmaßnahmen effizient bekämpfen.

    Wie könnte die COVID-19 Pandemie enden?

    Das ist seriös nicht zu prognostizieren – niemand weiß, wie sich die Pandemie entwickeln wird, ob das Virus mutiert und sich abschwächt. Was man sagen kann: Ein medizinisches Ende ist derzeit nicht in Sicht. Eine Ausrottung ist unwahrscheinlich: Das Virus hat einen tierischen Wirt, von dem es immer wieder auf den Menschen übergehen kann. Die aktuellen Daten zur Immunität und Meldungen zu Zweitinfektionen legen nahe, dass nicht mit einer lebenslangen Immunität gegen das Virus gerechnet werden kann.

    Forschende sehen laut einer aktuellen Studie allerdings Anzeichen dafür, dass sich das Virus endemisch entwickeln könnte – also gehäuft in einer bestimmen Region vorkommend. Infektionen würde es somit weiterhin geben, die Schwere der Erkrankung könnte aber abnehmen. Ob man sich mehrfach mit dem Coronavirus anstecken kann, erklären wir hier. Unklar ist auch, ob eine Impfung tatsächlich vor einer Infektion schützen kann – oder „nur“ für einen leichteren Verlauf sorgen wird. Und: Von den vier saisonalen Coronaviren weiß man, dass man sich mit ihnen immer wieder infizieren kann.

    Auch ein soziales Ende?

    Da weltweit der ökonomische Druck wächst und die Menschen eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ zeigen, könnte es sein, dass die Coronavirus-Pandemie sozial endet, noch bevor sie medizinisch enden kann. Bereits im Herbst 2020 scheinen viele Menschen das Virus weniger ernst zu nehmen, die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln seltener einzuhalten. Prof. Heiner Fangerau vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Düsseldorf kann sich folgendes „Ende“ der Corona-Pandemie vorstellen:

    „Das Coronavirus wird wie das Influenzavirus und andere ein Begleiter unserer Gesellschaften bleiben. Wir werden uns arrangieren müssen. Das Mantra vom März war „Flatten the curve“ – wenn das weiter verfolgt wird, werden sich die Infektionszahlen auf niedrigem Niveau einpendeln, irgendwann sinkt der Nachrichtenwert und die Aufmerksamkeit für die wenigen Infektionen wird schwinden.“

    (Autorin: Monika Sax)

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  4. #174
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    WHO Coronavirus Disease Overview

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    WHO Coronavirus Data Table

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    (Quelle: Screenshot von der WHO website)

    Deutschland liegt unter den 10 Laendern mit den meisten SARS-CoV2 Infektionen auf Platz 9.
    In Relation zur Einwohnerzahlen haben nur noch die Briten, Franzosen, Spanier und Italiener
    schlechtere Werte.

    Wenn man in der WHO Liste aller Laender dieser Welt bis zum Ende runterscrollt wird erkennbar das
    kleine, isolierte Laender wie z.B. Bhutan und Tacka-Tucka Inselstaaten entweder nur extrem geringe
    oder keine SARS-CoV2 Infektionen, Erkrankungen und Todesfaelle haben.
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  5. #175
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    Nach Sonderauswertung der Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2020
    eine Deutliche Uebersterblichkeit in Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2016-2019.


    Sterbefälle und Lebenserwartung
    Sonderauswertung zu Sterbefallzahlen des Jahres 2020


    22. Januar 2021 - Die Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus stellen weltweit die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zusammenhang variiert von Land zu Land. Wie groß sind die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie auf die Gesamtzahlen der Sterbefälle in Deutschland? Zur Beantwortung dieser Frage stellt das Statistische Bundesamt vorläufige Auszählungen von Sterbefallmeldungen der Standesämter tagesgenau als Sonderauswertung zur Verfügung, bevor die regulären Ergebnisse der amtlichen Sterbefallstatistik vorliegen. Aktuell ist eine solche Auszählung bis zum 27. Dezember 2020 darstellbar.

    Bei der Betrachtung des Jahresverlaufes in der Sterbefallstatistik sind die typischen Schwankungen während der Grippezeit von ungefähr Mitte Dezember bis Mitte April zu beachten. Dies wird beim Blick auf die Zahlen aus den Vorjahren deutlich: Im März 2019 starben beispielsweise etwa 86 700 Menschen. Im März 2018, also in einem Jahr, als die Grippewelle besonders heftig ausfiel, waren es 107 100. Auch ohne Corona-Pandemie können die Sterbefallzahlen demnach insbesondere in der typischen Grippezeit stark schwanken.

    Betrachtet man die Entwicklung im Jahr 2020 nach Kalenderwochen, dann haben sich von der 13. bis zur 18. Kalenderwoche (23. März bis 3. Mai) durchgehend und deutlich erhöhte Sterbefallzahlen im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 gezeigt. In der 15. Kalenderwoche (6. bis 12. April) war die Abweichung mit 15 % über dem vierjährigen Durchschnitt am größten. Auch die Zahl der COVID-19-Todesfälle, die beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden, erreichte in dieser Woche ihren damaligen Höchststand. Im gesamten April lag die Zahl der Gestorbenen mit derzeit etwa 83 800 gemeldeten Fällen deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre (+ 10 %).

    Ein deutliches Maximum gab es im Zuge einer Hitzewelle im August. Infolgedessen waren die Sterbefallzahlen in diesem Monat höher als im Durchschnitt der Vorjahre (+ 7 %). Auch im September waren die Zahlen noch erhöht (+ 6 %). In der ersten Oktoberhälfte lag die Gesamtzahl der Sterbefälle zunächst wieder im Bereich des Durchschnitts der Vorjahre.

    Danach stiegen mit dem erneuten Anstieg der COVID-19-Todesfallzahlen auch die gesamten Sterbefallzahlen über den Durchschnitt hinaus an. Im Oktober lagen sie 5 % über dem Durchschnitt der Vorjahre, im November 12 %. Für die 52. Kalenderwoche vom 21. bis zum 27.12.2020 wurden bislang etwa 24 500 Sterbefälle gemeldet – das sind 31 % mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre. In der Vorwoche übertrafen die Sterbefall zahlen den Vorjahresdurchschnitt um 26 %.

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    Methodische Hinweise

    Die vorläufigen Sterbefallzahlen beziehen sich auf das Sterbedatum, nicht auf das Meldedatum. Da die gemeldeten COVID-19-Todesfälle vom RKI ebenfalls nach Sterbedatum veröffentlicht werden, ist ein zeitlicher Vergleich mit den vorläufigen Gesamt-Sterbefallzahlen möglich. Das RKI berücksichtigt bei dieser Zählung ausschließlich Fälle, bei denen Alter, Geschlecht und Sterbedatum bekannt sind.

    Eigene Auswertungen zum Jahresverlauf der Sterbefallzahlen sind auf Basis der Sonderauswertung "Sterbefälle – Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten, Altersgruppen, Geschlecht und Bundesländern für Deutschland 2016 bis 2020" möglich.

    Für das Jahr 2020 werden erste vorläufige Daten dargestellt. Bei den vorläufigen Daten handelt es sich um eine reine Fallzahlauszählung der eingegangenen Sterbefallmeldungen aus den Standesämtern ohne die übliche Plausibilisierung und Vollständigkeitskontrolle der Daten. Die Zahl der Sterbefälle 2020 wird sich durch Nachmeldungen noch leicht erhöhen. Durch gesetzliche Regelungen zur Meldung von Sterbefällen beim Standesamt und Unterschiede im Meldeverhalten der Standesämter an die amtliche Statistik sind aktuelle Aussagen zur Zahl der Sterbefälle mit einem Verzug von etwa vier Wochen möglich. Eine Aktualisierung der Sonderauswertung erfolgt derzeit jeden Freitag um 12 Uhr. Sie enthält dann Daten für jeweils eine zusätzliche Kalenderwoche.

    Neben den direkten und indirekten Folgen der COVID-19-Pandemie können auch Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen. Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie können allerdings auch dafür sorgen, dass weniger Sterbefälle durch andere Infektionskrankheiten wie beispielsweise die Grippe verursacht werden, was sich ebenfalls auf die Differenz zum Durchschnitt auswirkt. Über die Häufigkeit einzelner Todesursachen können die Sterbefallzahlen jedoch keine Auskunft geben.

    Ausführliche Hintergrundinformationen enthält der Artikel "Sonderauswertung der Sterbefallzahlen 2020 - Daten zur Einordnung einer zeitweisen Übersterblichkeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie" in Wirtschaft und Statistik 4/2020.

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    Publikationen (zum download)
    Sterbefälle - Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten, Altersgruppen, Geschlecht und Bundesländern für Deutschland 2016 - 2020

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  6. #176
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    Standard AW: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

    Alle bis vor wenigen Tagen weltweit veroeffentlichen Fotos des SARS-CoV2 Virus
    waren grafische Manipulationen bzw. Photoshop Kreationen. Es gibt mittlerweile
    Originale 3D D Fotos vom SARS-CoV2 Virus das ueber Rasterelektronenmikroskope
    von dem " winzigkleinen Racker " gescannt und digitalisiert wurde.

    Das ersten 3D Originalfoto eines SARS-CoV2 Virus:

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    (Bildquelle DW in nachfolgenden Link)

    Deutsche Welle / 20.01.2021

    Forschern gelingt erstes 3D-Foto des Coronavirus

    Die Bilder sind 3-D-Abbildungen echter SARS-CoV2-Viren aus schockgefrorenen Proben. Sie stammen von der Firma Nanographics, einem Spin-off der Technischen Universität Wien. Sie basieren auf Daten von Forschenden der Tsinghua University in Peking. Den chinesischen Wissenschaftlern war es gelungen, intakte SARS-CoV-2-Viruspartikel in Proben zu extrahieren, abzuscannen und zu digitalisieren. Dabei durften die Spike-Proteine der Virusprobe möglichst nicht in ihrer Struktur verändert werden. Auf den Nanographics-Aufnahmen liegen die Coronaviren eng zusammengepackt, aber es lassen sich auch einzelne Viren wie hier isoliert betrachten.

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  7. #177
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    Standard AW: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

    Risiken und Nebenwirkung von SARS-CoV2 Impfstoffen fuer aeltere Menschen:

    Mittlerweile wurden von fast allen Pharmakonzerne die SARS-CoV2 Impfstoffe entwickelt
    haben und produzieren eingestanden das sie die ihre Impfstoffe nicht ausreichend an
    Probanten hohen Alters testen konnten weil sich nicht genug Probanten gefunden haetten.

    *** Meinungen bitte im Hauptstrang ***

    Wirtschaftswoche / 28.01.2021

    ASTRAZENECA UND BIONTECH
    Warum es kaum Impfstoff-Daten über Senioren gibt


    Die Ständige Impfkommission rät für über 65-Jährige vom AstraZeneca-Impfstoff ab. Bei der Analyse des Biontech-Impfstoffs kamen Wissenschaftler des Robert Koch Instituts zu dem Schluss, dass die Datenlage bei alten Menschen eher dünn ist. Einige Hersteller testen ihre Impfstoffe und Medikamente kaum an Senioren. Warum ist das so?

    Der Satz findet sich unter Punkt 8.2.3 auf Seite 27 des „Epidemiologischen Bulletins“ vom 14. Januar. Die Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts listen dort für den Biontech-Impfstoff auf, dass die Zahl der untersuchten Personen mit zunehmenden Alter abnimmt. Während rund zehntausend 16- bis 55-Jährige zur Studiengruppe gehören, waren es bei den über 75-Jährigen nur 774. Die Wissenschaftler sprechen davon, dass die „Fallzahlen teilweise weite Konfidenzintervalle aufwiesen bzw. nicht mehr statistisch signifikant waren.“

    Im Klartext:

    Ausgerechnet bei Älteren, die am meisten unter der Coronapandemie leiden, ist die Datenlage eher dünn.


    Auf Anfrage erklärt das Robert-Koch-Institut weiter, dass die Wirksamkeit auch in den höheren Altersgruppen hoch sei. Allerdings sei die Schätzung mit einer Unsicherheit behaftet, da in dieser Altersgruppe nur wenige Probanden eingeschlossen waren. Für eine sichere Schätzung hätten mehr ältere Menschen eingeschlossen werden müssen.

    Auch andere Mediziner kritisieren, dass die Impfstoffe von Biontech und Moderna zu wenig an älteren Menschen getestet werden. Der Hersteller AstraZeneca, dessen Impfstoff in den nächsten Tagen in der EU zugelassen werden soll, geriet gar in den Verdacht, dass sein Vakzin nur mäßig bei Älteren wirkt. Medienberichte behaupteten, der Impfstoff habe womöglich nur eine Wirksamkeit von acht Prozent.

    Der Konzern widerspricht den Behauptungen: Die Berichte seien „komplett falsch“. AstraZeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen mit einschließe. Eine Studie habe gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse.

    Auch das Bundesgesundheitsministerium wies die Behauptungen zurück: Aktuelle Berichte dazu könne man nicht bestätigen, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Auf den ersten Blick scheine es so, dass Dinge verwechselt würden:

    Rund 8 Prozent der Probanden der AstraZeneca-Wirksamkeitsstudie seien zwischen 56 und 69 Jahre alt gewesen, nur 3 bis 4 Prozent über 70 Jahre. Daraus lasse sich aber nicht eine Wirksamkeit von nur 8 Prozent bei Älteren ableiten, so das Ministerium weiter.


    Das Grundproblem bleibt jedoch:

    Ältere Menschen, besonders über 65 Jahre, werden kaum an den Tests von Corona-Medikamenten und Impfstoffen beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus den USA, die im Journal der American Medical Association (JAMA) erschienen ist. Demnach schließen klinische Studien ältere Menschen direkt oder indirekt von den Versuchen aus, obwohl die Senioren zu den am stärksten durch die Coronapandemie gefährdeten Gruppen gehören, kritisieren die Autoren.

    Sie werteten dazu 847 klinische Studien aus, die in den USA zu Corona-Medikamenten durchgeführt wurden. Untersucht wurde, ob bei der Rekrutierung von Studienteilnehmern Kriterien vorhanden waren, die ältere Personen direkt oder indirekt ausschließen.

    Ergebnis:

    195 von 847 Studien (23 Prozent) verlangten eine ausdrückliche Begrenzung des maximalen Alters. Andere Versuche setzten den Zugang zu bestimmten Technologien, etwa Smartphones und Internet voraus oder schlossen bestimmte Vorerkrankungen aus. Dadurch sei das Risiko bei 53 Prozent der klinischen Studien hoch, dass Menschen über 65 Jahre ausgeschlossen würden.

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    Geändert von Haspelbein (29.01.2021 um 20:55 Uhr) Grund: Fachstrang
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  8. #178
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    Standard AW: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

    Besonders interessanter, informativer und aufschlussreicher Artikel
    von David Rengeling in der Nature Public Health Emergency Collection.

    Die Corona-Pandemie 2020 – über eine allumfassende Prävention hinaus: Teil 1

    Die Corona-Pandemie 2020 – über eine allumfassende Prävention hinaus

    Abstract

    Dieser Beitrag ist Teil des Forums COVID-19: Perspektiven in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Spanische Grippe 1918–1920 war mit 50 bis 100 Millionen Toten eines der gravierendsten Seuchenereignisse der Geschichte. Dennoch reagierten westdeutsche Behörden bei zwei weiteren Pandemien 1957/1958 und 1968–1970 mit „geduldige[m] Ausharren“ (Rengeling 2017). Erst ein veränderter Erinnerungsdiskurs führte zu einer „allumfassenden Prävention“, und doch lag die „allumfassende Prävention“ (ebd.) damit noch weit unterhalb dessen, was seit der weltweiten Verbreitung des Corona-Virus SARS-CoV‑2 praktiziert wird.

    Die Mutter aller Pandemien

    Derzeit ist es unmöglich, den Schlagzeilen über das Corona-Virus SARS-CoV‑2 zu entgehen. Aktuell dreht sich alles um die Atemwegserkrankung COVID-19, die sich seit Januar 2020 innerhalb von Wochen aus China global ausgebreitet hat. Seit dem 11. März 2020 spricht die WHO von einer Pandemie, SARS-CoV‑2 war zu diesem Zeitpunkt in 114 Ländern nachgewiesen worden (WHO 2020). Es handelt sich um die erste Pandemie seit der Schweinegrippe 2009/2010. Zudem ist SARS-CoV‑2 eines der wenigen Viren, das überhaupt pandemisches Potential besitzt.

    Die WHO definiert den Begriff „Pandemie“ als die interkontinentale Ausbreitung eines neuartigen Virus, welches mangels vorhandener Resistenzen ein hohes Risiko für die Weltbevölkerung darstellt (WHO 2005).

    Der Begriff der Pandemie ist nur wenige Jahrzehnte alt und wird seit den 1970er Jahren benutzt – zunächst ausschließlich für eine weltweite Ausbreitung der Influenza. Die Influenza wird häufig als eine harmlose Erkältungskrankheit abgetan. Allerdings kann das Influenza-Virus tödliche Symptome hervorrufen. Dies ist im 20. Jahrhundert drei Mal erfolgt: während der Spanischen Grippe 1918–1920, bei der Asien-Grippe 1957/1958 und durch die Hongkong-Grippe 1968–1970.

    Insbesondere die Spanische Grippe besitzt den Ruf der „Mutter aller Pandemien“ (Taubenberger & Morens 2006) und einer „pandemischen Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, sind ihr doch nach neueren Schätzungen 50 bis 100 Millionen Menschen zum Opfer gefallen (Johnson & Müller 2002). Die Pandemien von 1957/1958 und 1968–1970 blieben mit jeweils 1–2 Millionen Todesopfern deutlich hinter der Spanischen Grippe zurück (Haas 2009: 14; Hannoun & Craddock 2010: 182) Durch die Wandlungsfähigkeit des Virus und die immer wieder neu erfolgte historische Bewertung wird die Influenza zu einem interessanten medizinhistorischen und risikosoziologischen Diskursgegenstand.

    Vom geduldigen Ausharren …

    Die westdeutschen Behörden ignorierten die Asien-Grippe und die Hongkong-Grippe. Trotz etwa 50.000 Todesfällen wurden auf Surveillance und Impfung weitgehend verzichtet. Anfragen von verunsicherten Bürgerinnen und Ärztinnen an das Bundesgesundheitsamt wurden brüsk abgewiesen.

    Der Tenor der Behörden lautete: Es gibt keine Pandemie.1

    Dafür können verschiedene Ursachen ausgemacht werden. Zum einen stellte der Föderalismus die Verantwortlichen vor Herausforderungen, da die Abwehr von Infektionen in der Hand der Bundesländer lag und das Bundesgesundheitsamt bei der Ermittlung von Infektionen die Länder angewiesen war (Rengeling 2017: 214). Zum anderen gab es einen bemerkenswerten Dissens zwischen Behördenmitarbeitern, welche nur positive Virusnachweise als Evidenz für die Pandemie gelten ließen, sowie Epidemiologen und Ärzten, die sich auf demographische Auffälligkeiten und eine daraus ableitbare Übersterblichkeit beriefen. Während der gesamten Hongkong-Grippe gab es nur 200 Todesfälle mit positivem Virusnachweis (Rengeling 2017: 417). Ein dritter Punkt ist, dass sich die Behörden im Falle einer manifesten Pandemie positiv zu Impfungen hätten äußern müssen. Bei Impfschäden wären die Länder unter Umständen entschädigungspflichtig gewesen.2

    In der Bundesrepublik Deutschland blieb es daher bei einem „geduldigen Ausharren“, das sich trotz zahlreicher Todesfälle auf Behörden, Parlamente und die Regierung erstreckte. In der DDR wurde in den 1970er Jahren das Ziel definiert, Impfstoffe für 30 Prozent der Bevölkerung bereitzustellen, um eine Herdenimmunität zu erzeugen, welche die Ausbreitung effektiv unterbrechen sollte. Der Ausbau der Impfstoffproduktion schaffte es sogar in den Fünfjahresplan 1976–1980.3 Zudem erließ die DDR ein „Führungsdokument“ zur Influenza-Bekämpfung und definierte Jahrzehnte vor der WHO, was eine Epidemie bzw. Pandemie ausmacht: Das Virus muss international zirkulieren, und die Anzahl der Krankheitsfälle muss sprunghaft um den Faktor drei bis vier zunehmen.4 Wohlgemerkt – es geht um eine statistische Feststellung und nicht um den Virusnachweis. Der Ausbau der Produktionskapazitäten in den Sächsischen Serumwerken Dresden (VEB SSW) konnte bis zum Ende der DDR nicht erreicht werden, wodurch man sich auch in der DDR mit einem „geduldigen Ausharren“ zufriedengeben musste (Rengeling 2017: 289). Als Ironie bleibt bestehen, dass die Firma GlaxoSmithKline 2009/2010 auf dem ehemaligen Gelände des VEB SSW Vakzine gegen die Schweingrippe herstellte.

    … zur allumfassenden Prävention

    Ab den 1970er Jahren veränderte sich der Erinnerungsdiskurs zur Spanischen Grippe, was wiederum Folgen für die Risikoeinschätzung zur Influenza hatte. Dazu trugen nicht nur entsprechende Monographien bei (Collier 1974; Crosby 1989), sondern auch die erste nationale Impfkampagne gegen die Influenza in den USA. Dort wurde 1976 ein neues Virus entdeckt, dem man pandemisches Potential attestierte. Zudem war die Spanische Grippe in den USA mangels Zensur im Ersten Weltkrieg und aufgrund der ca. 675.000 Todesopfer deutlich im Kollektiven Gedächtnis verhaftet geblieben. Daher wurde von US-Präsident Gerald Ford im Konsens mit seinen wissenschaftlichen Beratern eine beispiellose Impfkampagne mit dem Ziel der vollständigen Vakzinierung der Bevölkerung veranlasst. Insgesamt wurden 150 Millionen Impfungen durchgeführt. Die Pandemie blieb aus, dafür traten Impfschäden auf, deren Genese bis heute nicht abschließend geklärt werden konnte.5

    Nach 1976 rückte die Influenza in den Hintergrund. 2005 gelang es einem Team um den renommierten Virologen Jeffrey K. Taubenberger, den Erreger der Spanischen Grippe zu rekonstruieren. Taubenberger nutzte dafür unter anderem Material von Opfern der Spanischen Grippe aus dem Permafrostboden Alaskas. Das rekonstruierte Virus wirkte tödlich auf alle Labortiere, welche ihm ausgesetzt wurden. Der eigentlich neue Befund lag jedoch darin, dass das Virus aviären Ursprungs war, also genetisches Material von Influenza-Viren aus Vögeln und Menschen besaß. Diese Befunde wurden prominent in den Zeitschriften Science und Nature platziert und diskutiert (Taubenberger et al. 2005). Im Jahre 1997 trat zudem ein neues Virus in Hongkong vom Typ H5N1 auf. Dieses Virus war aviären Ursprungs und erreichte bei Menschen eine Letalität von über 50 Prozent. Zum Glück verbreitete sich das Virus kaum, und auch der SARS-Ausbruch in China 2002/2003 blieb eine epidemische Episode. Die Aufmerksamkeit in der Wissenschaft nahm in Folge dieser Befunde stark zu. 2003 veröffentlichten die US-Forscher Richard Webby und Robert Webster einen Aufsehen erregenden Artikel mit dem Titel „Are we ready for pandemic influenza?“ Dieser erinnerte an frühere Pandemien und wies auf das große Risiko durch mutierte Viren hin (Webby & Webster 2003). Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen vervielfältigten sich. Blieb die Anzahl der bei „PubMed“ gemeldeten Publikationen zum Thema Influenza-Pandemien bis in das Jahr 2000 durchweg unter 40 pro Jahr, so erreichten sie 2011 einen Spitzenwert von 2.209 (Rengeling 2017: 42). Worst-Case-Szenarien gingen im Falle einer neuen Pandemie von bis zu einer Milliarde Todesopfer aus (Davis 2005: 108–110).

    Mit dem Memorieren der Spanischen Grippe setzte sich Schritt für Schritt eine „allumfassende Prävention“ durch, so zum Beispiel im Nationalen Pandemieplan von 2007. Eine Pandemie wurde von den Behörden als Großschadensereignis klassifiziert (RKI 2007: 2). Als sich im Frühjahr 2009 das sogenannte Schweinegrippe-Influenzavirus global ausbreitete, schien der Ernstfall gekommen. Nun sollte der gesamten deutschen Bevölkerung die Möglichkeit der Vakzinierung gegeben werden. Ursprünglich waren sogar 160 Millionen Impfdosen für eine Zweifachimpfung eingeplant (Rengeling 2017: 507). Zudem wurden weltweit etwa acht Milliarden US-Dollar für das antivirale Medikament Tamiflu ausgegeben (Zylka-Menhorn 2014: A665). Indes blieb das Großschadensereignis aus: In der Bundesrepublik Deutschland verstarben etwa 250 Personen, allerdings waren viele zusätzliche Arztbesuche zu verzeichnen. Die Debatte verlagerte sich im Herbst 2009 in Richtung Impfrisiko; insbesondere der Einsatz von Impfstoffverstärkern war umstritten (Rengeling 2017: 388). Die „allumfassende Prävention“ erschöpfte sich während der Schweinegrippe 2009/2010 jedoch in einer Bereitstellung von Vakzinen und antiviralen Medikamenten für einen Großteil der Bevölkerung. Quarantänen gab es in der gesamten Geschichte der Bundesrepublik nur in Einzelfällen, beispielsweise während eines Pockenausbruchs in Meschede 1970 (Anonym 1970: 84). Die Schließung von Schulen und Betrieben kam vor, war jedoch reaktiv geprägt – das heißt, durch hohen Krankenstand und nicht als vorbeugende Maßnahme. Mit der Bereitstellung von Vakzinen und Medikamenten schien das Ende der Skala einer „allumfassenden Prävention“ erreicht.

    ....

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  9. #179
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    Standard AW: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

    Die Corona-Pandemie 2020 – über eine allumfassende Prävention hinaus: Teil 2


    Über die allumfassende Prävention hinaus

    So wie die Influenza, wird auch das seit den 1960er Jahren bekannte Corona-Virus vielfach mit Erkältungserkrankungen assoziiert. Allerdings gab es in den Jahren 2002/2003 mit SARS und im Jahre 2012 mit MERS bereits Epidemien von mutierten Corona-Viren, die in der Lage sind, tödliche Lungenentzündungen hervorzurufen. Die globale Ausbreitung des Virus SARS-CoV‑2 ist beunruhigend.

    Innerhalb von nur vier Monaten gab es weltweit über eine Million bestätigte Infektionen und 58.620 Todesfälle (Stand 5. April 2020). Die Dunkelziffer ist womöglich noch höher.

    Gerade die exponentielle Zunahme der Erkrankungen und Todesfälle durch SARS-CoV‑2 gibt Anlass zur Sorge. Die Ausbreitung der Pandemie ist für alle Menschen mit Internetanschluss in Echtzeit beobachtbar, auch Verschwörungstheorien fassen wieder Fuß. Umso wichtiger ist eine angemessene Risikokommunikation, die verständlich informiert ohne Panik zu schüren. Im Zeitalter der sozialen Medien ist dies alles andere als einfach.

    Die Maßnahmen der Regierungen erreichen ein bisher unbekanntes Ausmaß und gehen deutlich weiter, als das während der letzten Pandemie von 2009/2010 auch nur vorstellbar gewesen wäre:

    Quarantänen ganzer Regionen, Grenzschließungen, Versammlungs‑, Bewegungs- und Berufsverbote sowie das Herunterfahren des gesamten öffentlichen Lebens sind in dieser globalen Dimension und Gleichzeitigkeit ein Novum. Die Maßnahmen greifen tief in die verbrieften Rechte vieler Bürgerinnen und Bürger ein. Die „allumfassende Prävention“ wird durch eine maximale Einschränkung der Bewegungsfreiheit neu definiert – es handelt sich im Prinzip um eine hochskalierte Quarantäne. Wir befinden uns in einem gigantischen Realexperiment mit unklaren ökonomischen, sozialen, politischen und gesundheitlichen Konsequenzen. Für die Entscheidung zu einem solchen Schritt können vier Ursachen ausgemacht werden.

    Es gibt gegen das Virus SARS-CoV‑2 keine Vakzine, es gibt keine Virostatika, es gibt keine historischen Erfahrungen und auch keine zuverlässigen epidemiologischen Daten zur Persistenz des Virus in der Globalbevölkerung. Somit ist die SARS-CoV-2-Pandemie von erheblichen Unsicherheiten geprägt, die zum schnellen und umfangreichen Handeln nötigen.

    Auch 2009 blieb die Pandemie trotz frühzeitiger Entschlüsselung des verantwortlichen Virus eine black box, der weitere Verlauf war unklar (Rengeling 2017: 412). Ärzte in den USA greifen aktuell sogar wieder auf das Erfahrungswissen von 1918 zurück (Landler & Castle 2020).

    Letzten Endes sind es die globale Beschleunigung, die Zerstörung ökologischer Nischen und das exzessive Wirtschaften wie die Massentierhaltung, welche die Mutation des Corona-Virus befördert hat. Es bleibt zu hoffen, dass aus einer temporären Entschleunigung zum Wohl von Natur und Mensch Lehren gezogen werden.

    Footnotes

    1 So unter anderem in der Antwort von Ministerialrat Dr. Habernoll an Herrn Rudi Christ am 17.07.1957. BArch, B 142/34.

    2 Vgl. Niedersächsisches Sozialministerium: An den Landesverband der Innungskrankenkassen Niedersachsen. Hinweise zur Grippe-Schutzimpfung, Hannover vom 13.01.1969, NLA Standort Hannover, Acc. 50/78 Nr. 54.

    3 Vgl. VEB Sächsisches Serumwerk Dresden: Aufgabenstellung zum Investitionsvorhaben „Influenzaimpfstoff“ im VEB Sächsische Serumwerk Dresden, Dresden 1976, BArch, DQ 1/25039, S. 1.

    4 DDR-Ministerium für Gesundheitswesen: Entwurf: Konzeption für ein einheitliches Führungsdokument „Grippebekämpfung“, Berlin vom 12.03.1970, BArch, DQ 1/3367, S. 2.

    5 Vgl. unter anderem Bundesgesundheitsamt: an die obersten landesgesundheitsbehoerden. influenza-ueberwachung 1976/77 nr. 2, Berlin vom 23.12.1976, BArch, B 208/1101.


    Literatur

    1. Anonym 1970: Seuchen. Pocken. Durchs Fenster. DER SPIEGEL (9.2.1970).

    2. Collier R. The Plague of the Spanish Lady. London: Allison & Busby; 1974. [Google Scholar]

    3. Crosby AW. America’s Forgotten Pandemic. The Influenza of 1918. Cambridge: Cambridge University Press; 1989. [Google Scholar]

    4. Davis M. Vogelgrippe. Zur gesellschaftlichen Produktion von Epidemien. Hamburg: Assoziation A; 2005. [Google Scholar]

    5. Haas W, editor. Influenza. Prävention, Diagnostik, Therapie und öffentliche Gesundheit. München: Elsevier; 2009. [Google Scholar]

    6. Hannoun C, Craddock S. Hong Kong Flu (1968) revisited 40 years later. In: Giles-Vernick T, Craddock S, editors. Influenza and public health. Learning from past pandemics. London/Washington: Routledge; 2010. pp. 180–190. [Google Scholar]

    7. Johnson N, Müller J. Updating the accounts. Global mortality of the 1918–1920 “Spanish” influenza pandemic. Bulletin of the History of Medicine. 2002;76(1):105–115. doi: 10.1353/bhm.2002.0022. [PubMed] [CrossRef] [Google Scholar]

    8. Landler, Mark und Stephen Castle 2020. Behind the Virus Report That Jarred the U.S. and the U.K. to Action. The New York Times, 17 March 2020. URL: [Links nur für registrierte Nutzer] (30.3.2020).

    9. Rengeling D. Vom geduldigen Ausharren zur allumfassenden Prävention. Grippe-Pandemien im Spiegel von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Baden-Baden: Nomos; 2017. [Google Scholar]

    10. Robert Koch-Institut . Nationaler Pandemieplan Teil I (Stand: Mai 2007) 2007. [Google Scholar]

    11. Taubenberger JK, Morens DM. 1918 influenza: the mother of all pandemics. Emerging Infectious Diseases. 2006;12(1):15–22. doi: 10.3201/eid1209.05-0979. [PMC free article] [PubMed] [CrossRef] [Google Scholar]

    12. Taubenberger JK, Ann HR, Lourens RM, Wang R, Guozjong J, Fanning TG. Characterization of the 1918 influenza virus polymerase genes. Nature. 2005;437:889–893. doi: 10.1038/nature04230. [PubMed] [CrossRef] [Google Scholar]

    13. Webby RJ, Webster RG. Are we ready for pandemic influenza? Science. 2003;302:1519–1522. doi: 10.1126/science.1090350. [PubMed] [CrossRef] [Google Scholar]

    14. World Health Organization 2005. WHO global influenza preparedness plan. The role of WHO and recommendations for national measures before and during pandemics. URL: [Links nur für registrierte Nutzer] (29.3.2020).

    15. World Health Organization 2020. WHO Director-General’s opening remarks at the media briefing on COVID-19—11 March 2020. URL: [Links nur für registrierte Nutzer] (29.3.2020).

    16. Zylka-Menhorn V. Pandemie-Prophylaxe mit Tamiflu®. Ein Fall von Multisystemversagen. Deutsches Ärzteblatt. 2014;111:A665. [Google Scholar]


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    Geändert von ABAS (29.01.2021 um 21:05 Uhr)
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  10. #180
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    Standard AW: Fachlicher Infostrang zu den mutierten Coronaviren SARS Cov19 und SARS Cov2

    Daten, Auswertung und Fakten der pandemischen Lage

    Erstens: Aktuelle Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 29.01.2021
    Zweitens: Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes zur Sterbefallzahlen 2020
    Drittens: Hinweis auf Publikationen zum download.

    Erstens:

    Pressemitteilung Nr. 044 vom 29. Januar 2021

    WIESBADEN – Im Dezember 2020 sind in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 106 607 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 29% beziehungsweise 24 038 Menschen mehr als in den Jahren 2016 bis 2019 durchschnittlich im Dezember verstorben waren. Im November 2020 lagen die Sterbefallzahlen nach aktuellem Stand 12 % über dem Durchschnitt der vier Vorjahre. Dies geht aus einer Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen für das Jahr 2020 hervor. Mehr als 100000 Sterbefälle in einem Dezember gab es zuletzt im Jahr 1969. Damals waren die Sterbefallzahlen im Zuge der Hong-Kong-Grippe erhöht und es wurden 109134 Sterbefälle gezählt. Beim Robert Koch-Institut wurden für Dezember 2020 insgesamt 20043 Todesfälle von Personen gemeldet, die zuvor laborbestätigt an COVID-19 erkrankt waren.

    Wöchentliche Sterbefallzahlen in Deutschland

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    Sterbefälle in Sachsen im Dezember mehr als verdoppelt

    Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen weiterhin in Sachsen. Schon im November waren die Sterbefallzahlen hier deutlich erhöht (+39%). Im Dezember hat sich die Zahl der Sterbefälle bezogen auf den Durchschnittswert der vier Vorjahre mehr als verdoppelt (+103 % oder 4 999 Fälle). In Brandenburg (+48 % oder 1 353 Fälle), Thüringen (+42 % oder 1 085 Fälle), Bayern (+33 % oder 3 927 Fälle), Hessen (+33 % oder 1 912 Fälle) und Sachsen-Anhalt (+32 % oder 918 Fälle) lag die Zahl der Sterbefälle im Dezember 2020 ebenfalls mindestens 30 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

    Schwache Grippewelle, Sommerhitze und Corona-Wellen prägen den Jahresverlauf

    Der Jahresverlauf der Sterbefallzahlen war im Jahr 2020 durch verschiedene Sonderentwicklungen geprägt. In den ersten drei Monaten des Jahres lagen die Sterbefallzahlen unter dem Durchschnitt der vier Vorjahre. In der typischen Grippezeit am Jahresanfang waren die Sterbefallzahlen nicht so stark angestiegen wie in den Jahren 2017 oder 2018, als die Auswirkungen der Grippewellenvergleichsweise deutlich waren. Im gesamten April lag die Zahl der Gestorbenen dann 10 % über dem Durchschnitt der Vorjahre. Gleichzeitig war ein Anstieg der COVID-19-Todesfälle zu beobachten. Als diese zurückgingen, bewegten sich ab Mai auch die Sterbefallzahlen etwa auf dem durchschnittlichen Niveau der Vorjahre. Im August waren sie wieder erhöht. Dieser Effekt tritt im Sommer häufig auf und ging auch in diesem Jahr offenbar auf eine Hitzeperiode zurück. Auch im September waren die Zahlen noch leicht erhöht. Die Differenz der Sterbefallzahlen zum Durchschnitt der Vorjahre ist dann ab Mitte Oktober erneut angewachsen. Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an COVID-19 erkrankt waren, stieg zeitgleich an.

    Sterbefallzahlen 2020 in Deutschland nach Monaten

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    Gesamtzahl der Sterbefälle 2020 gestiegen

    Gesamtzahlen eines Jahres bilden jeweils einen kompletten Saisonverlauf ab und werden üblicherweise als Zeitreihe sowie im direkten Vergleich zum jeweiligen Vorjahr eingeordnet. Insgesamt wurden für das Jahr 2020 bislang 982 489 Sterbefälle von den Standesämtern an die amtliche Statistik übermittelt. Gegenüber 2019 ist die Zahl der Sterbefälle damit um mindestens 42 969 oder 5 % gestiegen. Dieser Anstieg ist zum Teil auf kalendarische sowie demografische Aspekte zurückzuführen: 2020 war ein Schaltjahr, sodass sich durch den zusätzlichen Tag ein Anstieg um etwa 3000 Fälle gegenüber dem Vorjahr ergibt. Wenn man außerdem den bisherigen Trend zu einer steigenden Lebenserwartung und die absehbaren Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt, wäre ohne Sonderentwicklungen ein Anstieg um etwa 1 bis 2 % für das Jahr 2020 zu erwarten gewesen.

    Die gestiegenen Sterbefallzahlen im Jahr 2020 sind größtenteils auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen. Insgesamt starben mindestens 576 646 Personen in dieser Altersgruppe (+41 152 Fälle oder +8 % im Vergleich zu 2019). Die Zahl der ab 80-Jährigen dürfte im Laufe des Jahres nach Ergebnissen der Bevölkerungsvorausberechnung um etwa 4 bis 5 % zugenommen haben. Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen liegen etwa auf dem Vorjahresniveau (+1 817 Fälle).

    Anstieg der Sterbefallzahlen in anderen europäischen Ländern noch deutlicher

    Im europäischen Vergleich sind die Sterbefallzahlen in einigen anderen Ländern 2020 deutlicher angestiegen als in Deutschland. Das Statistische Amt Belgiens (Statbel) berichtet von einem Anstieg der Sterbefälle um 17 % im Vergleich zum Vorjahr (etwa +18 000 Fälle). Für England und Wales gibt das Office for National Statistics (ONS) derzeit einen Anstieg der Sterbefälle um etwa 15 % im Vergleich zum Vorjahr an (+77000 Fälle), was dem zweithöchsten Anstieg von Sterbefallzahlen seit 1940 entspricht. Die Sterbefallzahlen in Schweden sind nach derzeitigem Stand im Vergleich zum Vorjahr um 11 % oder etwa 9300 Fälle gestiegen. Statistik Austria meldet einen Zuwachs der Sterbefallzahlen im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre um etwa 11% oder 9000 Fälle. Das nationale Statistische Amt Frankreichs (Insee) berichtet von 7 % erhöhten Sterbefallzahlen im Vergleich zum Vorjahr (+ etwa 45 000 Fälle). Die Europäische Statistikbehörde Eurostat hat für viele europäische Länder insbesondere im Frühjahr und im Herbst erhöhte Sterbefallzahlen festgestellt.

    ...

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    Zweitens:

    Publikation Sterbefälle - Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten, Altersgruppen, Geschlecht und Bundesländern für Deutschland Sterbefälle und Lebenserwartung
    Sonderauswertung zu Sterbefallzahlen des Jahres 2020


    22. Januar 2021 - Die Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus stellen weltweit die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zusammenhang variiert von Land zu Land. Wie groß sind die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie auf die Gesamtzahlen der Sterbefälle in Deutschland? Zur Beantwortung dieser Frage stellt das Statistische Bundesamt vorläufige Auszählungen von Sterbefallmeldungen der Standesämter tagesgenau als Sonderauswertung zur Verfügung, bevor die regulären Ergebnisse der amtlichen Sterbefallstatistik vorliegen. Aktuell ist eine solche Auszählung bis zum 27. Dezember 2020 darstellbar.

    Bei der Betrachtung des Jahresverlaufes in der Sterbefallstatistik sind die typischen Schwankungen während der Grippezeit von ungefähr Mitte Dezember bis Mitte April zu beachten. Dies wird beim Blick auf die Zahlen aus den Vorjahren deutlich: Im März 2019 starben beispielsweise etwa 86 700 Menschen. Im März 2018, also in einem Jahr, als die Grippewelle besonders heftig ausfiel, waren es 107 100. Auch ohne Corona-Pandemie können die Sterbefallzahlen demnach insbesondere in der typischen Grippezeit stark schwanken.

    Betrachtet man die Entwicklung im Jahr 2020 nach Kalenderwochen, dann haben sich von der 13. bis zur 18. Kalenderwoche (23. März bis 3. Mai) durchgehend und deutlich erhöhte Sterbefallzahlen im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 gezeigt. In der 15. Kalenderwoche (6. bis 12. April) war die Abweichung mit 15 % über dem vierjährigen Durchschnitt am größten. Auch die Zahl der COVID-19-Todesfälle, die beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden, erreichte in dieser Woche ihren damaligen Höchststand. Im gesamten April lag die Zahl der Gestorbenen mit derzeit etwa 83 800 gemeldeten Fällen deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre (+ 10 %).

    Ein deutliches Maximum gab es im Zuge einer Hitzewelle im August. Infolgedessen waren die Sterbefallzahlen in diesem Monat höher als im Durchschnitt der Vorjahre (+ 7 %). Auch im September waren die Zahlen noch erhöht (+ 6 %). In der ersten Oktoberhälfte lag die Gesamtzahl der Sterbefälle zunächst wieder im Bereich des Durchschnitts der Vorjahre.

    Danach stiegen mit dem erneuten Anstieg der COVID-19-Todesfallzahlen auch die gesamten Sterbefallzahlen über den Durchschnitt hinaus an. Im Oktober lagen sie 5 % über dem Durchschnitt der Vorjahre, im November 12 %. Für die 52. Kalenderwoche vom 21. bis zum 27.12.2020 wurden bislang etwa 24 500 Sterbefälle gemeldet – das sind 31 % mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre. In der Vorwoche übertrafen die Sterbefall zahlen den Vorjahresdurchschnitt um 26 %.

    ...

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    Drittens:

    Publikationen (zum download)
    Sterbefälle - Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten, Altersgruppen, Geschlecht und Bundesländern für Deutschland 2016 - 2020

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    Dispara, cobarde, (que) solamente vas a matar a un hombre!

    Schiess! Feigling, (weil) Du wirst blos einen Mann toeten!

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