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Thema: Merkel reist mit großer Delegation nach Tomsk

  1. #21
    Mitglied Benutzerbild von kritiker_34
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    Standard AW: Merkel reist mit großer Delegation nach Tomsk

    "Wegweiser"

    Auch der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Wirtschaftsbeziehungen als "ernst zu nehmenden Wegweiser" für das deutsch-russische Verhältnis. Dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft zufolge ist Deutschland, das für 9,7 Prozent des russischen Außenhandels stehe, nach wie vor wichtigster Handelspartner für Russland. Überdies sei Russland mit einem Exportzuwachs von mehr als 15 Prozent im Jahr 2005 der am schnellsten wachsende Markt für deutsche Produkte gewesen. Trotz Meinungsunterschieden bei zahlreichen internationalen Themen wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Wladimir Putin die deutsch-russischen Beziehung weiter vertiefen. Die Kanzlerin wurde in Tomsk von 20 Top-Managern begleitet."

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  2. #22
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    Standard AW: Merkel reist mit großer Delegation nach Tomsk

    27-04-2006 Merkel in Tomsk

    Nicht Russland droht Europa - sondern umgekehrt

    Im Energiestreit zwischen Russland und Europa hat der russische Präsident Wladimir Putin den Schwarzen Peter an die Europäer zurückgeschoben. Moskau sehe die Abwehrhaltung gegen die Aktivitäten russischer Konzerne auf dem europäischen Markt selbst als "Bedrohung", sagte Putin am Donnerstag im Rahmen der deutsch-russischen Regierungskonsultationen im sibirischen Tomsk.
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  3. #23
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    Standard AW: Merkel reist mit großer Delegation nach Tomsk

    27-04-2006 Merkel in Tomsk

    Russland und Deutschland wollen Wirtschaft weiter ausbauen - Merkel und Putin zeigen sich nach Energie-Reibereien einig

    Die Stimmung war nicht so betont herzlich wie in der Vergangenheit, als Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder bei jeder Begegnung seine Freundschaft mit Russland Präsident Wladimir Putin demonstrierte. Die achten deutsch-russischen Regierungskonsultationen im sibirischen Tomsk waren am Donnerstag vielmehr von intensiven Arbeitsbegegnungen geprägt.

    Dabei ging es auch um politische Fragen wie den Streit um das iranische Atomprogramm. Aber vor allem ging es um das Thema, das in jüngster Zeit die deutsch-russischen Beziehungen wenig harmonisch erscheinen ließ - die Energieversorgung und die Abhängigkeit Deutschlands von dem riesigen Lieferland im Osten.

    Gleich acht Minister, zwei Staatssekretäre und 20 Wirtschaftsvertreter hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Tomsk mitgenommen, das rund 3500 Kilometer östlich von Moskau liegt und rund 500.000 Einwohner hat. Dank dreier landesweit anerkannter Universitäten und einem regen geistig-kulturellen Leben wird die pittoreske Stadt auch das "Athen Sibiriens" genannt.

    Tomsk hatte sich gründlich auf die hohen Besucher aus Deutschland vorbereitet. Die großen Hauptstraßen waren dicht geschmückt mit deutschen und russischen Flaggen. Das deutsche Kabinett traf sich anderthalb Tage lang mit den jeweiligen russischen Vertretern, es gab Vereinbarungen unter anderem im Verkehrs- und Wohnungsbaubereich, außerdem wurde eine deutsch-russische Außenhandelskammer gegründet. Damit wollte Merkel die Breite ihrer "strategischen Partnerschaft" mit Russland deutlich machen. Bei ihrem Antrittsbesuch im Januar in Moskau lag ihr Fokus eher auf dem Thema Menschenrechte. Diesmal dominierten ganz die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen und besonders die Energieversorgung.

    Nach markigen Erklärungen von Gasprom-Oberen im Vorfeld des Besuchs versuchten Merkel und Putin, die Wogen in Tomsk etwas zu glätten. "Es ist natürlich so, dass wir in Europa Diskussionen über Rohstoffe haben", sagte Merkel. Aber es gebe mit Russland seit 40 Jahren eine verlässliche Partnerschaft in Sachen Energie. Der russische Gasprom-Konzern, der Zugriff auf 30 Prozent der globalen Gasreserven hat, hatte kürzlich erklärt, die Erdgas-Versorgung nach Europa nicht zu erhöhen, falls er nicht auch Zugang zum europäischen Markt bekommt. Gasprom mit seinem Chef und Putin-Vertrauten Alexej Miller will zukünftig nicht nur am Fördern, sondern auch am Verteilen des Erdgases an die Kunden verdienen.

    Putin sagte, sein Land sei bereit, die "langfristigen Partnerschaften" auszubauen. Doch dass Russland dafür auch Gegenleistungen fordert, zeigte sich in Tomsk deutlich. BASF unterzeichnete zwar mit Gasprom ein Abkommen über die Beteiligung am westsibirischen Riesen-Gasfeld Juschno Russkoje. Damit darf BASF als erstes ausländisches Unternehmen das Gas aus den sibirischen Feldern auch selbst fördern und verkaufen. Dafür bekommt Gasprom aber weitere Anteile an dem Kasseler Unternehmen Wingas. Mit dieser Firma vertreiben Gasprom und BASF seit über zehn Jahren gemeinsam Gas in Europa. BASF erfüllt so genau die Forderung, die Gasprom in den vergangenen Wochen mit seinen Drohungen gestellt hatte.
    […]
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  4. #24
    bernhard44
    Gast

    Standard AW: Merkel reist mit großer Delegation nach Tomsk

    Deutliche Worte von Frau Merkel zum Demokratiedefizit Moskaus. Putin zeigt sich leicht "verschnupft".
    Da war der Kremlchef von Schröder moderatere Töne gewohnt. Mutig,mutig! Frau Merkel.


    Eisiges Klima in Tomsk

    von Nils Kreimeier, Berlin

    Bei der Abreise von Angela Merkel aus dem sibirischen Tomsk reichte es gerade noch für eine Höflichkeitsgeste: Russlands Präsident Wladimir Putin geleitete die Bundeskanzlerin bis zum Flugzeug. Mehr als diese kleine Aufmerksamkeit war beim Besuch in Russland für die deutsche Delegation allerdings nicht drin.

    Merkel sprach ungewöhnlich deutlich von Meinungsverschiedenheiten beim Thema Energieversorgung und im Umgang mit Iran. Der Eon-Konzern konnte sich mit dem russischen Energieriesen Gasprom nicht über einen Einstieg beim westsibirischen Gasfeld Juschno Russkoje einigen. Und auch der Vertrag über die geplante Ansiedlung von Volkswagen in der Nähe von Moskau liegt auf Eis, weil man sich nicht auf die Bedingungen für das Werk einigen kann.
    Es ist also nicht übertrieben zu behaupten, dass diese Regierungskonsultationen ein Misserfolg waren. Seit Merkel deutlich gemacht hat, dass sie anders als ihr Vorgänger auch demokratische Defizite in Russland ansprechen will, ist der Ton aus dem Kreml deutlich kühler geworden.........
    .......................................
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    Fernsehen berichtet von Zwischenfall bei Merkel-Besuch in Tomsk



    Tomsk (dpa) - Zum Abschluss des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Wladimir Putin im sibirischen Tomsk hat es offenbar einen Zwischenfall gegeben. Als Merkel und Putin ihre Pressekonferenz verließen, sollen Demonstranten in Sichtweite Feuerwerkskörper gezündet und Flugblätter geworfen haben. Ein örtlicher Fernsehsender berichtet von sechs Festnahmen. Die rechtsextreme Nationalbolschewistische Partei soll sich zu der Aktion bekannt haben. Sie gilt als Sammelbecken erbitterter Putin-Gegner.

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  5. #25
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    Standard AW: Merkel reist mit großer Delegation nach Tomsk

    Zitat Zitat von Bernhard44
    Deutliche Worte von Frau Merkel zum Demokratiedefizit Moskaus. Putin zeigt sich leicht "verschnupft".
    Da war der Kremlchef von Schröder moderatere Töne gewohnt. Mutig,mutig! Frau Merkel.


    Eisiges Klima in Tomsk

    von Nils Kreimeier, Berlin

    Bei der Abreise von Angela Merkel aus dem sibirischen Tomsk reichte es gerade noch für eine Höflichkeitsgeste: Russlands Präsident Wladimir Putin geleitete die Bundeskanzlerin bis zum Flugzeug. Mehr als diese kleine Aufmerksamkeit war beim Besuch in Russland für die deutsche Delegation allerdings nicht drin.

    Merkel sprach ungewöhnlich deutlich von Meinungsverschiedenheiten beim Thema Energieversorgung und im Umgang mit Iran. Der Eon-Konzern konnte sich mit dem russischen Energieriesen Gasprom nicht über einen Einstieg beim westsibirischen Gasfeld Juschno Russkoje einigen. Und auch der Vertrag über die geplante Ansiedlung von Volkswagen in der Nähe von Moskau liegt auf Eis, weil man sich nicht auf die Bedingungen für das Werk einigen kann.
    Es ist also nicht übertrieben zu behaupten, dass diese Regierungskonsultationen ein Misserfolg waren. Seit Merkel deutlich gemacht hat, dass sie anders als ihr Vorgänger auch demokratische Defizite in Russland ansprechen will, ist der Ton aus dem Kreml deutlich kühler geworden.........
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    Na, da war ja wohl bei Hern Kreimeier der Wunsch Vater des Gedankens.

    Annäherung im kalten Sibirien

    Merkel und Putin führen "offene Gespräche"

    Für die Kanzlerin war die Visite in Tomsk eine Reise in die Kälte. Und doch schien es, dass nach zwei Tagen im immer noch leicht frostigen Sibirien zwischen Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin das Eis ein gutes Stück gebrochen ist. Gemeinsam betrachteten sie am Donnerstag am breiten Strom Tom, wie dicke Eisschollen flussabwärts trieben. Bei ihrer ersten Begegnung kurz nach Merkels Amtsübernahme im Januar waren die beiden noch relativ steif miteinander umgegangen.

    27.04.2006

    Das galt für Putin mehr als für Merkel. Das Bild in Moskau war ein scharfer Kontrast zu den Szenen, die sich in vergangenen Jahren abgespielt hatten, wenn sich Merkels Vorgänger Gerhard Schröder und sein russischer Freund getroffen hatten.

    Entspannter und vertrauter Umgang

    In Tomsk gingen Merkel und Putin schon wesentlich entspannter und vertrauter miteinander um. Zwischendurch wurde auch einmal gelacht. Gleich zu Beginn des Treffens hatte Putin seinem Gast versprochen, ein "vollwertiges Programm" bieten zu wollen - einschließlich des Servierens der sibirischen Spezialität Pelmeni, ein Art Teigtasche. Beim Abendessen saßen dann beide bis 1 Uhr in der Nacht zum Donnerstag zusammen.
    Verhandlungen in Tomsk

    Hinter verschlossenen Türen wurde aber auch diesmal durchaus kein Blatt vor dem Mund genommen. Putin umschrieb das mit der in der Diplomatie dafür gebräuchlichen Formel, es sei "sehr, sehr offenes Gespräch" geführt worden. Beide sind Freunde des klaren Wortes, wobei Merkel im Gegensatz zur ersten Begegnung mit Putin diesmal das Thema Menschenrechte nicht thematisierte.

    Irritationen ausräumen

    Es gab bei den Treffen durchaus einige Irritationen auszuräumen. Nach missverständlichen Äußerungen des Chefs des russischen Energieriesen Gasprom waren auch in der Bundesregierung Befürchtungen entstanden, Russland und seinen Unternehmen könnten die Gaslieferungen als Druckmittel gegen den Westen einsetzen.

    Putin stellte klar, dass Russland selbstverständlich seine Lieferverpflichtungen einhalten werden, ja sogar, wenn nötig mehr Gas oder Öl liefern könnte. Aber, so fügte Putin hinzu, die russischen Energieunternehmen wollten auch an der Vermarktung ihrer Energie mitverdienen dürfen - am Vertrieb von Gas und Öl oder an der Stromerzeugung. Dagegen hat aber die Bundesregierung nichts. Sie ist ohnehin für eine Liberalisierung des Energiemarktes. Merkel nahm vielleicht am Ende mehr Gewissheit mit nach Hause, dass die russischen Unternehmen sich vertragstreu verhalten wollen.

    Putin ganz Gentleman

    Und es passte gut ins Bild, dass am Ende des Treffens die BASF- Tochter Wintershall mit Gasprom eine Art Tauschgeschäft vereinbarte. Die Russen beteiligen die Deutschen an der Erschließung eines riesigen Gasfeldes Juschno-Russkoje, die Deutschen gewähren den Russen die Beteiligung an einer großen Vertriebsfirma.

    Bei ihrer zweiten gemeinsamen Pressekonferenz wirkten Putin und Merkel durchaus souverän und entspannt. Und am Schluss wirkte es, als ob die beiden nicht so schnell von einander Abschied nehmen wollten. Während am Flughafen schon die Manager, die den halben DAX repräsentieren, unruhig auf die Kanzlerin warteten, kutschierte Putin mit Merkel noch gemütlich durch die sibirische Stadt. Erst dann brachte er sie - ganz Gentleman - bis zum Flugzeug.

    von Ulrich Scharlack und Friedemann Kohler, dpa
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    "Beide sind Freunde des klaren Wortes, wobei Merkel im Gegensatz zur ersten Begegnung mit Putin diesmal das Thema Menschenrechte nicht thematisierte."

    Herr Kreimeier hätte vielleicht seinen Hintern von Berlin nach Tomsk bewegen sollen, dann wäre er besser informiert.

  6. #26
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    Augenzwinkern AW: Merkel reist mit großer Delegation nach Tomsk

    Zitat Zitat von Einsatzleiter
    warum zum Kuckuck interessiert sich hier jeder für Deutschlands Energiesicherheit und nicht für den Aktienkurs von Gazprom?

    Wenn Du dir genügend Aktien zulegst, wirst Du an hohen Energiepreisen deine Freude haben, weil deine Aktiengewinne dann mühelos deine Heiz- und Autosprit-Kosten übertreffen!!

    yippi ya yeehh

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    es ging weiter stark nach oben.

    alleine gestern plus 5,55%

    hier sieht man's langfristig noch deutlicher:

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    Gazprom ist jetzt - gemessen an der Marktkapitalisierung - die drittgrößte Firma der Welt, noch vor Microsoft!
    Geändert von Einsatzleiter (03.05.2006 um 05:45 Uhr)

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