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Thema: Der König spricht zu euch...

  1. #1
    Aristoteliker Benutzerbild von Falkenhayn
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    Standard Der König spricht zu euch...

    An Mein Volk!

    So wenig für Mein treues Volk, als für Deutsche, bedarf es einer Rechenschaft über die Ursachen des Krieges, welcher jetzt beginnt. Klar liegen dem unverblendeten Europa vor Augen. Wir erlagen der Uebermacht Frankreichs. Der Friede, der die Hälfte Meiner Unterthanen mit entriß, gab uns seine Segnungen nicht; denn er schlug uns tiefere Wunden als selbst der Krieg. Das Mark des Landes ward ausgesogen, die Hauptfestungen bleiben vom Feinde besetzt, der Ackerbau ward gelähmt, sowie der sonst so hoch gebrachte Kunstfleiß unserer Städte. Die Freiheit des Handels ward gehemmt und dadurch die Quellen des Erwerbs und des Wohlstandes verstopft. Das Land ward ein Raub der Verarmung. Durch die strengste Erfüllung eingegangener Verbindlichkeiten hoffte Ich Meinem Volk Erleichterung zu bereiten, und den französischen Kaiser endlich überzeugen, daß es sein eigener Vortheil sey, Preußen seine Unabhängigkeit zu lassen. Aber Meine reinsten Absichten wurden durch Uebermuth und Treulosigkeit vereitelt, und nur zu deutlich sahen wir, daß des Kaisers Verträge mehr noch wie seine Kriege uns langsam verderben mußten. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wo alle Täuschung über unsern Zustand aufhört. – Brandenburger, Preußen, Schlesier, Pommern, Litthauer! Ihr wißt, was Ihr seit fast sieben Jahren erduldet habt; Ihr wißt, was euer trauriges Loos ist, wenn wir den beginnenden Kampf nicht ehrenvoll enden. Erinnert Euch an die Vorzeit, an den großen Kurfürsten, den großen Friedrich. Bleibt eingedenk der Güter, die unter Ihnen Unsere Vorfahren blutig erkämpften: Gewissensfreiheit, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfleiß und Wissenschaft. – Gedenkt des großen Beispiels unserer mächtigen Verbündeten, der Russen; gedenkt der Spanier, der Portugiesen. Selbst kleinere Völker sind für gleiche Güter gegen mächtigere Feinde in den Kampf gezogen und haben den Sieg errungen. Erinnert Euch an die heldenmüthigen Schweizer und Niederländer. – Große Opfer werden von allen Ständen gefordert werden; denn unser Beginnen ist groß, und nicht geringe die Zahl und die Mittel unserer Feinde. Ihr werdet jene lieber bringen für das Vaterland, für Euern angeborenen König, als für einen fremden Herrscher, der, wie so viele Beispiele lehren, Eure Söhne und Eure letzten Kräfte Zwecken widmen würde, die Euch ganz fremd sind. Vertrauen auf Gott, Ausdauer, Muth und der mächtige Beistand unserer Bundesgenossen werden unsern redlichen Anstrengungen siegreichen Lohn gewähren. – Aber, welche Opfer auch von Einzelnen gefordert werden mögen, sie wiegen die heiligen Güter nicht auf, für die wir sie hingeben, für die wir streiten und siegen müssen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußen und Deutsche zu seyn. Es ist der letzte, entscheidende Kampf, den wir bestehen, für unsere Existenz, unsere Unabhängigkeit, unsern Wohlstand. Keinen andern Ausweg gibt es, als einen ehrenvollen Frieden, oder einen ruhmvollen Untergang. Auch diesem würdet Ihr getrost entgegen gehen, um der Ehre willen; weil ehrlos der Preuße und der Deutsche nicht zu leben vermag. Allein wir dürfen mit Zuversicht vertrauen: Gott und unser fester Wille werden unserer gerechten Sache den Sieg verleihen, mit ihm einen sichern, glorreichen Frieden und die Wiederkehr einer glücklichen Zeit.

    Würdet ihr ihm folgen?
    Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.
    (Goethe über die Kanonade von Valmy, bei der das antirevolutionäre Heer der Preußen und Österreicher am 20.09.1792 gestoppt wurde).

  2. #2
    Lügenpressegegner Benutzerbild von Quo vadis
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Ich finde das hier besser:

    1914, 6. August.
    "So muss denn das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf Zu den Waffen! Jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter sich neu gründeten. Um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens. Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Ross. Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war. Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war !"
    "Nun aber wollen wir sie dreschen!"
    "Um zu lernen, wer über dich herrscht, finde einfach heraus, wen du nicht kritisieren darfst."Voltaire (1694-1778

  3. #3
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Quo vadis
    Ich finde das hier besser:

    1914, 6. August.
    ".......Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. "
    Tja, Bismarck hätte wohl nie gegen eine "Welt von Feinden" kämpfen müssen. Mit ihm wäre Deutschland nicht untergegangen.

    Aber was soll´s? Deutschland ist Geschichte. Jetzt geht es um die BRD.

  4. #4
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Falkenhayn
    Würdet ihr ihm folgen?
    Natürlich! Keine Liebe ist heiliger als die Liebe zum Vaterland, keine Freude ist süßer, als die Freude der Freiheit! Es war die oberste Pflicht eines jeden Deutschen im heiligen Befreiungskrieg gegen das napoleonische Frankreich an der Front sein Leben einzusetzen. Hier herrschte noch echtes Heldentum und ritterlicher Geist. Deutschland und Europa wurden mit russischer Hilfe vom Joch des französischen Imperialismus befreit, eine heroischere Tat kann es nicht geben!

  5. #5
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Herr Bratbäcker
    Tja, Bismarck hätte wohl nie gegen eine "Welt von Feinden" kämpfen müssen. Mit ihm wäre Deutschland nicht untergegangen.

    Aber was soll´s? Deutschland ist Geschichte. Jetzt geht es um die BRD.
    Wenn wir einmal aus den Schatten der liberalen Geschichtsdeutung heraustreten würden um wahre Forschungsfreiheit in historischen Dingen walten zu lassen, dann würdest du das Ganze vermutlich anders sehen.

  6. #6
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Waldgänger
    Wenn wir einmal aus den Schatten der liberalen Geschichtsdeutung heraustreten würden um wahre Forschungsfreiheit in historischen Dingen walten zu lassen, dann würdest du das Ganze vermutlich anders sehen.
    Wohl kaum. Bismarck war der fähigste und weitblickendste Politiker, den Deutschland je hervorgebracht hat.

  7. #7
    Fryheit für Lindenwirth! Benutzerbild von Odin
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Herr Bratbäcker
    Wohl kaum. Bismarck war der fähigste und weitblickendste Politiker, den Deutschland je hervorgebracht hat.

    Knapp daneben.
    Laßt Lindenwirth fry!
    Und Mjölnir und Seher und Wirrkopf und Grendel und Stahlschmied und Enzo und Zarados und Bodenplatte und Bulli und ODESSA und all die anderen!

  8. #8
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Herr Bratbäcker
    Wohl kaum. Bismarck war der fähigste und weitblickendste Politiker, den Deutschland je hervorgebracht hat.
    Das sehe ich hundertprozentig ebenso, aber ich halte es für falsch Wilhelm II. mit Schuldzuweisungen zu übergießen. Seine Vermittlungsversuche des russischen Zaren gegenüber, die aufgrund der gekappten Telegrammleitung durch russische Geheimdienstmitarbeiter sinnlos waren, sollten nicht außer Acht gelassen werden. Ebenso das Waffenstillstandsangebot von 1915. In gewisser Weise wurde Deutschland wirklich "das Schwert in die Hand gedrückt."
    Wobei ich die Niederlage des wilhelminischen Staates als Keim für den Neuen Nationalismus sehe und dem Ganzen etwas positives anhaftet. Geistig gesehen war die Niederlage des II.Reiches für den deutschen Nationalismus der Funke zum revolutionären Willen (den Nationalsozialismus schließe ich hiermit nicht ein, weil er ein negatives Beispiel der Niederlage ist).

  9. #9
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Waldgänger
    Das sehe ich hundertprozentig ebenso, aber ich halte es für falsch Wilhelm II. mit Schuldzuweisungen zu übergießen. Seine Vermittlungsversuche des russischen Zaren gegenüber, die aufgrund der gekappten Telegrammleitung durch russische Geheimdienstmitarbeiter sinnlos waren, sollten nicht außer Acht gelassen werden. Ebenso das Waffenstillstandsangebot von 1915. In gewisser Weise wurde Deutschland wirklich "das Schwert in die Hand gedrückt."
    Der Krieg war gewollt! Und zwar von England! Die generell anwachsende deutsche Stärke, insbes. aber auch der Aufbau einer starken deutschen Flotte hat die Engländer um ihre "ballance of power" zittern lassen, weshalb sie diplomatisch geschickt Deutschland in´s Abseits zu stellen versuchten, was ihnen bei Wilhelm II. leider gelungen ist, was ihnen bei dem mit allen diplomatischen Wassern gewaschenen Bismarck aber wohl nie gelungen wäre.

  10. #10
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    Standard AW: Der König spricht zu euch...

    Zitat Zitat von Quo vadis
    1914, 6. August.
    "So muss denn das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf Zu den Waffen! Jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter sich neu gründeten. Um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens. Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Ross. Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war. Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war !"
    "Nun aber wollen wir sie dreschen!"
    Wenn du das Datum nicht dazu geschrieben hättest, wäre ich sofort losmarschiert.



    ---
    "Groß ist die Wahrheit, und sie behält den Sieg" (3. Esra)

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