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Thema: Literatur - Gedichte

  1. #1
    in memoriam Benutzerbild von Klaus E. Daniel
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    Ich fange mal ein neues Thema an, das draußen zwar abgekündigt ist, aber nicht erfüllt:
    Als sie sich 8 Jahre kannten
    (man darf sagen: sie kannten sich gut),
    kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
    Wie anderen Leuten Stock und Hut.

    Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
    versuchten Küsse als ob nichts sei.
    und sahen sich an und wußten nicht weiter.
    Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

    Vom Fenster konnte man Schiffen winken.
    Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
    und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. -
    Nebenan übte ein Mensch Klavier.

    Sie gingen ins kleinste Café am Ort
    und rührten in ihren Tassen.
    Am Abend saßen sie immer noch dort.
    Sie saßen allein, und sprachen kein Wort
    und konnten es einfach nicht fassen.

    Erich Kästner

    Jeder ist eingeladen, aber bitte deutsche Gedichte, die euch gefallen.

    K.E.D.

    Edit: vergessene Buchstaben

  2. #2
    GESPERRT
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    Eines meiner Lieblingsgedichte:

    Conrad Ferdinand Meyer: Der römische Brunnen

    Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
    Er voll der Marmorschale Rund,
    Die, sich verschleiernd, überfließt
    In einer zweiten Schale Grund;
    Die zweite gibt, sie wird zu reich,
    Der dritten wallend ihre Flut,
    Und jede nimmt und gibt zugleich
    Und strömt und ruht.

  3. #3
    in memoriam Benutzerbild von Klaus E. Daniel
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    Herbsttag

    Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
    Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
    Und auf den Fluren laß die Winde los.

    Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
    gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
    dränge sie zur Vollendung hin und jage
    die letzte Süße in den schweren Wein.

    Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
    Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
    wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
    und wird in den Allen hin und her
    unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


    Rainer Maria Rilke

  4. #4
    Mitglied Benutzerbild von schwede
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    Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
    Bemerkte, daß es ihm mißriet.
    Doch da er es ja selbst gebraten,
    Tat er, als wär es ihm geraten.
    Und um sich nicht zu strafen Lügen,
    Ißt ers mit herzlichem Vergnügen.

    Eugen Roth, der mal wieder unter Beweis stellt, dass auch das Leben Komik zeigen kann.

  5. #5
    in memoriam Benutzerbild von Klaus E. Daniel
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    Bravo, schwede !

    K.E.D.

  6. #6
    freie deutsche Bratwurst
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    Original von Klaus E. Daniel
    Ich fange mal ein neues Thema an, das draußen zwar abgekündigt ist, aber nicht erfüllt:
    Als sie sich 8 Jahre kannten
    (man darf sagen: sie kannten sich gut),
    kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
    Wie anderen Leuten Stock und Hut.

    Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
    versuchten Küsse als ob nichts sei.
    und sahen sich an und wußten nicht weiter.
    Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

    Vom Fenster konnte man Schiffen winken.
    Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
    und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. -
    Nebenan übte ein Mensch Klavier.

    Sie gingen ins kleinste Café am Ort
    und rührten in ihren Tassen.
    Am Abend saßen sie immer noch dort.
    Sie saßen allein, und sprachen kein Wort
    und konnten es einfach nicht fassen.

    Erich Kästner

    Jeder ist eingeladen, aber bitte deutsche Gedichte, die euch gefallen.

    K.E.D.

    Edit: vergessene Buchstaben
    Wer schleicht so spät durch Nacht und Wind, an den Häusern vorbei, die verdunkelt sind ?
    Es ist der Luftschutzwart mit der Tasche, in der leise gluckert, die Labeflasche.

    Na ja, denk Dir Dein Teil, KED.
    mfg chocobo
    Standort, Standort über alles...

  7. #7
    in memoriam Benutzerbild von Klaus E. Daniel
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    Ich denke durchaus. mein Lieber ..

    Aber jetzt etwas für den schweden:
    Was bringt den Doktor um sein Brot?
    a: die Gesundheit, b: der Tod.
    Darum hält der Arzt, auf daß er lebe,
    uns zwischen beiden in der Schwebe.


    Eugen Roth
    Es gibt da noch anderes hübsches aus dem "Wunderdoktor" oder seinen -Heiteren Geschichten-. Aber er ist, bedingt durch die Länge seiner Verse, für mich sehr schwer abzutippen.

    Soweit ich mich erinnere, ist er knapp dem KZ entronnen.

  8. #8
    Mitglied Benutzerbild von schwede
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    Werter Herr Daniel,

    wenn ich heute dazu komme, werde ich einmal nach Roth im Internet suchen. Das Schnitzel habe ich aus dem Kopf getippt, und einen Band seiner Gedichte habe ich leider nicht hier.

    Sein Gedicht zum Zahnarzt wäre auch schön, wenn ich es denn finde.

    Viele Grüsse,

    Jan

  9. #9
    in memoriam Benutzerbild von Klaus E. Daniel
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    schwede, bei amazon nachsehen. Da gab es mal alle Bände, die ich schnellstens erworben habe. Paperback in Kassette, leider.

    Gruß zum Sonntag

    Klaus E. Daniel

  10. #10
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    Werter Herr Daniel,

    sobald mein Geldbeutel es zulässt, jederzeit

    Auch von mir den Sonntag einleitende Grüsse,

    Jan

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