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Thema: Sokrates

  1. #11
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    Die einzige inhaltliche Aussage in dem langen Zitat zu Beginn ist die Infragestellung der Möglichkeit des Wissens. Alles andere ist eine Darstellung seines Lebens, was soll man dazu groß sagen?
    Nur über Erkenntnistheorie soll nun nicht gesprochen werden. Worüber denn dann?

    Übrigens stimmt es nicht so ganz, dass den Widerspruch des Satzes "Ich weiss, dass ich nichts weiss" keiner gemerkt hätte. Hegels Philosophiegeschichte ist voll davon. Der Widerspruch ist ja auch ziemlich offensichtlich und damit dürfte das Thema seit Hegel eigentlich erledigt sein - es kommt aber dennoch immer wieder. Und jeder, der den Satz verteidigt, ist sich sicher, das ganz genau zu wissen.

    Man sollte die ideologische Leistung dieses Satzes nicht ganz vergessen. Er führt nämlich zu einem grundlosen Infragestellen jedes Gedankens. Ohne ein einziges Argument kritisiert zu haben, folgt der Generalvorbehalt man könne ja nichts wissen. Das ist eine ziemlich dumme Form der Kritik. Sie führt auch zu nichts, da entweder jede Debatte und jeder Austausch von Argumenten sofort zu Ende ist (man kann ja nichts wissen...) oder man vergisst den Quatsch und diskutiert eben über Argumente und Standpunkte. Ich würde letzteres vorschlagen.

  2. #12
    Mitglied Benutzerbild von Glueckskeks
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    Sie kann aber auch dazu helfen zu zwingen dass manche von ihrem *hohem Ross* absteigen, die der Meinung sind die *Weißheit mit Löffeln* gefressen zu haben.

  3. #13
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    ach was, dann widerleg ihm seine weissheiten mit argumenten und nicht mit esoterik

  4. #14
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    Die Widerlegung durch konkrete Argumente ist möglich, solange wir uns in der physischen Welt bewegen. Aber begeben wir uns in den Bereich der Metaphysik, ist es schwer Fragen im Tenor von "Welchen Sinn hat unsere Existenz" oder "Was ist eine Seele" mit logischer Argumentation zu analysieren.

    Prinzipiell findet Sokrates' Ausspruch meine Unterstützung: er regt zum Hinterfragen und zur kritischen Betrachtung an. Andererseits befindet sich der Mensch dann per se in einem hoch instabilen System ohne absolute "Fixpunkte" (*smile* - oder um präzise zu sein: mit einem Fixpunkt, nämlich der Gewißheit, keine Fixpunkte zu besitzen.... aber langsam verknotet sich meine Hirnspiralen bei der Betrachtung).

    Ich denke, wie in jeder Lebenslage, sollte man hier auf das korrekte Maß bedacht sein. Ein Mensch, der sich lediglich über ein Bild, eine Lehre oder ein Begriff definiert, sei es auch die Sokrates'sche Logik, ist mir zutiefst suspekt.

    cheerio
    anna

  5. #15
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    vielleicht ist dein beitrag - ohne dass du es so gemeinst hast - ein guter hinweis darauf, dass debatten über metaphysik ziemlich überflüssig sind. über jenseits kann man halt nichts sagen, man muss dran glauben. und das kann man getrost den pfaffen überlassen...

  6. #16
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    Debatten und Spekulationen über Metaphysik sind eine wunderbare Art den Geist, Verstand und Argumentationsgabe zu schärfen (obwohl, siehe Thomas von Aquinn, der Geist daran auch scheitern kann *grins*).

    Es geht in der Thematik nicht um die Frage: Ich beweise die Existenz eines höheren omnipotenten Wesen (ich glaube wir befinden uns da im Konsens, daß das unmöglich sei), sondern um den Gedankenaustausch: sag mir wie Du die Welt siehst. Es geht darum über den Tellerrand hinauszublicken.

    Metaphysik kann eigentlich nicht vom realen Leben getrennt werden, weil jede Jenseitsvorstellung Einfluß auf das Handeln des Individuums nimmt (sei es auch, wie ich sie propagiere: die absolute Ablehnung eines Jenseits).

    cheerio
    anna

  7. #17
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    Quatsch. Metaphysik taugt ebenso wie Releigion allenfalls dafür, sich die herrschenden Verhältnisse als 1. vernünftig oder 2. nicht änderbar oder 3. nicht von Belang zu recht zu definieren. Halte die Zwänge im Diesseits aus, dann bekommst du die Belohnung im Jenseits. Oder ich kann ja gar nichts wissen, deshalb kann ich auch nichts kritisieren oder meine Kritik praktisch werden lassen wollen. So oder ähnlich funktioniert jede Religion und jede Metaphysik. Und das braucht - mit Verlaub - kein Mensch.

  8. #18
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    Unbestreitbar hat die Sinnsuche des Menschen in der Vergangenheit oft als Herrschaftsrechtfertigung hinhalten müssen, dennoch finde ich die Eingrenzung: jede Betrachtung der Metaphysik führe entweder zur Akzeptanz oder Passivität im Diesseits etwas gewagt. Gerade durch die persönliche Erkenntnis, daß es kein Jenseits gäbe, wird ein Antrieb geschaffen sich intensivst mit der realen Welt auseinanderzusetzen... vereinfacht in anderen Worten: wenn ich nur einmal lebe - lebe ich bewußt so wie ich es möchte.

    cheerio
    anna

  9. #19
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    soll also heissen, wenn ich mich mit der frage des jenseits beschäftige, stelle ich sehr schnell fest, dass das nicht lohnt. wenn du das so meinst, dann sag ich: stimmt. dann kann man es aber nicht empfehlen, sondern sollte gegen eine solche beschäftigung argumentieren.

    p.s. ich will gar nicht darüber streiten, ob es ein jenseits gibt oder nicht. oder ob es besetzt ist durch wen auch immer. ich empfehle, diese frage zu lassen, weil von ihr nichts abhängt und weil am schluss die genannte apologie rauskommt.

  10. #20
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    *ironischgrins* - Millionen sind für ihren Glaubensbegriff in den Tod marschiert - und du behauptest: von dieser Frage hinge nichts ab?

    Nun ernsthaft: Ich möchte mit Dir an dieser Stelle auch nicht über die etwaige Existenz des Jenseits diskutieren, ich habe lediglich das mir naheliegende Beispiel herausgegriffen, um meine Argumentation zu veranschaulichen. Ich erlaube mir noch kurz den Faden weiterzuspinnen (obwohl der Exkurs zu Sokrates mittlerweile reichlich wenig Bezug hat).... was ich aufzeigen wollte, ist, daß ich erst nach dieser Betrachtung und Schlussfolgerung über das fehlende Jenseits, mir das Recht nehmen kann mein Leben so zu gestalten... alles andere wäre ein gedankenloses, momentverhaftetes Handeln ohne Ziel oder Hintergrund.

    cheerio
    anna

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