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Thema: Antisemitismus

  1. #1
    SelbsternannterShitboxMOD Benutzerbild von WladimirLenin
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    Standard Antisemitismus

    Soll ne Diskussion werden, ob man Antisemit ist, wenn man Israel kritisiert:

    Zitat Zitat von WladimirLenin
    2. Linke und Antisemitismus? Passt nicht zusammen, ich glaube, du weißt nichtmal, was Antisemitismus ist. Nur weil man Sharon einen Unterdrücker und dummen Diktator über Palästina nennt, ist man kein Antisemit. Sharon hat bis heute nie seine Pflicht erfüllt und hat Palästina sein unabhängiges Land in den Grenzen von 1967 gegeben, was denen von der UNO versprochen worden ist.
    "Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit."
    George Orwell, 1984

  2. #2
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    Zitat WladimirLenin
    2. Linke und Antisemitismus? Passt nicht zusammen, ich glaube, du weißt nichtmal, was Antisemitismus ist. Nur weil man Sharon einen Unterdrücker und dummen Diktator über Palästina nennt, ist man kein Antisemit. Sharon hat bis heute nie seine Pflicht erfüllt und hat Palästina sein unabhängiges Land in den Grenzen von 1967 gegeben, was denen von der UNO versprochen worden ist.
    Das Problem in diesem Fall ist weniger die Kritik an der israelischen Politik, als vielmehr die Art, wie diese geäußert wird. Ich selbst bin weit davon entfernt, die israelische Politik gutzuheißen. Doch man sollte genug Respekt gegenüber der Position Israels besitzen, um das Thema mit der nötigen Sachlichkeit anzugehen. Das Scharon nicht als "Unterdrücker" und schon gar nicht als "dummer Diktator" bezeichnet werden sollte, gebietet ein Mindestmaß an Anstand und gesundem Menschenverstand. Eben dieser fehlt der radikalen Linken angesichts der Emotionalität der Debatte des öfteren, was zu Formulierungen führt, die sich mit eindeutig antisemitisch gemeinten scheinbar "berechtigten" Kritiken aus dem braunen Lager gefährlich überschneiden(siehe oben...). Scharon ist der wenn auch nicht von den Palästinensern, so doch von den Israelis demokratisch gewählte Präsident des Staates Israel. Er hat entgegen jeglicher machtpolitischer Vernunft gegen das starke konservative Lager die Aufgabe von Siedlungen auf der West Bank durchgesetzt. Diese Geste des Friedenswillens könnte ihn die nächste Wahl kosten. Und sie war die Reaktion darauf, das die neue palästinensische Regierung endlich ernsthaft versucht hat, die radikalen Gruppen an die Leine zu nehmen - ein Schritt den der schwächliche Arafat entweder nicht tun konnte, oder nicht tun wollte...
    Man sieht also: der "Despot" Scharon ist durchaus willens, auf die Wünsche der Palästinenser einzugehen, wenn diese das Sicherheitsbedürfnis Israels akzeptieren und ihre sinnlose Kindergartenpolitik infantiler Intifadas beenden.
    Sicher hat auch Israel als der westlichere, aufgeklärtere Faktor des Konflikts eine Menge richtig üblen Drecks am Stecken. Aber kann man es nicht verstehen, das eine Nation, deren Bürger sich überlegen müssen, ob sie die morgendliche Busfahrt zur Arbeit überleben werden, ganz einfach in panischer Todesangst überreagiert?
    Eben diese Todesangst ist natürlich auch den Palästinensern eigen. Das ist eben das Problem. Im Nahostkonflikt sind beide Seiten dermaßen traumatisiert und radikalisiert, dass beide grausame Fehler und Verbrechen begehen.
    aber dies alles nur Israel anzulasten, lässt eben einen unterbewussten Antisemitismus erahnen. Diese Antisemitismustheorie(und ich bin NICHT der Meinung, dass Kritik an Israel gleich auch antisemitische Kritik ist) wird eben auch durch folgende Frage bestärkt: Wieso konzentriert sich fast die gesamte linke (und rechte) Kritik auf den Nahostkonflikt? Es ist,wen man die menschlichen Auswirkungen betrachtet, ein winziger Konflikt mit verschwindend geringen Zahlen von Opfern verglichen mit dem Völkermord, der permanent in Afrika stattfindet. sicher besitzen die Konflikte in Afrika nicht die geopolitische Tragweite des Nahostkonflikts. Aber wer angesichts weitaus schrecklicherer Menschenrechtsverletzungen radikale Formulierungen wie "Unterdrücker" und "Diktator" auf Scharon anwendet, die bereits bei isolierter Betrachtung des Nahostkonfliktes entkräftbar sind, muss sich einfach die Frage gefallen lassen, wieso er denn ausgerechnet auf Israel so einen strengen Blick wirft.
    Doch nicht etwa, weil man dort sehen kann, dass die Juden auch ganz schön Völker vernichten können...(dieser letzte Satz charakterisiert eben gerade die antisemitische Ebene der Kritik an Israel, wie sie die Nazis vertreten, wie sie aber gerade bei deutscher Kritik an Israel aber auch oft tatsächlich unterschwellig mitschwingt)
    Bin verschollen.

  3. #3
    *boo* Benutzerbild von MorganLeFay
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    WladimirLenin, erklaer mir mal, wieso "links" und "antisemitisch" nicht zusammenpassen.

    Achtung: Ich unterstelle Dir nicht, ein Antisemit zu sein. Aber ich unterstelle, dass man sehr wohl als Linker auch Antisemit sein kann.
    Hat den Roten Knopf.
    "I cannot live without books." Thomas Jefferson

  4. #4
    Exorzist Benutzerbild von Krabat
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    Rassischer Antisemitismus und "links" sein schließen sich tatsächlich aus. Allerdings sind viele Linke Judenfeinde. Das hat man auch in den 70er gesehen, als die RAF mit dem palästinensischen Terror zusammengearbeitet hat.

    Antisemitismus und Antiimperialismus gehen bei den Linken Hand in Hand.

    Unser Außenminister war einst ein gern gesehener Gast auf PLO-Veranstaltungen!

  5. #5
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    Meiner Meinung nach ist man kein Antisemit, wenn man Israel kritisiert.
    Kritik allein reicht nicht aus, um das zu sein, aber viele erkennen nicht den Unterschied, außerdem ist Antisemitismus nicht allein gegen Israel gerichtet, sondern gegen alle Juden.

  6. #6
    SelbsternannterShitboxMOD Benutzerbild von WladimirLenin
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    Zitat Zitat von MorganLeFay
    WladimirLenin, erklaer mir mal, wieso "links" und "antisemitisch" nicht zusammenpassen.

    Achtung: Ich unterstelle Dir nicht, ein Antisemit zu sein. Aber ich unterstelle, dass man sehr wohl als Linker auch Antisemit sein kann.
    Kann ich wohl erklären, mit einer Aussage von W.I.Lenin:

    Antisemitismus ist Verbreitung der Feindschaft gegenüber den Juden. Als die verfluchte Zarenmonarchie ihre letzten Tage ablebte, versuhcte sie die Feindschaft zwischen den ungebildeten Arbeitern/Bauern und Jüden zu schlürfen. Zarenpolizei in Union mit Landherren und Kapitalisten stiftete die Pogromen an. Es wurde versucht den Hass von von Schicksal gepeinigten Arbeitern und Bauern gegen den Juden zu richten. Auch in den anderen Ländern kann man nicht selten beobachten, dass die Kapilasten versuchen, Arbeiterhass gegen den Juden zu fördern, um die die Aufmerksamkeit von den richtigen Feind abzulenken – von Kapital. Die feindschaft den Juden gegenüber hält nur dort stand, wo es der Hürde von Landherren und Kapilasten gelungen ist, lichtlose Ungebildheit in den Köpfen von Arbeitern und Bauern aufrecht zu erhalten. Nur Ungebildete und Verschüchterte können der Lüge und der ublen Nachrede Glauben schenken, die gegen den Juden verbreitert werden. Das sind die Übrigbleibstel aus der Zeit der Leibeigenen, als die Ungläubigen auf den Scheiterhaufen geworfen wurden, als die Baurn Sklaven waren und als das Volk machtlos war. Das alte Finsternis der Zeit der leibeigenen geht vorbei. Das Volk bekommt das Augenlicht zurück.
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    @Virgil

    Ich bin auch kein Fan der Intifada oder der terroristischen Hamas, ich mag sie ganz und gar nicht, doch die Palästinenser haben ein Land in den Grenzen von 1967 verdient.
    "Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit."
    George Orwell, 1984

  7. #7
    Bereut nichts Benutzerbild von Kaiser
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    Zitat Zitat von WladimirLenin
    Soll ne Diskussion werden, ob man Antisemit ist, wenn man Israel kritisiert:

    Offenbar, mittlerweile wird Scharon schon von den jüdischen Kolonisten als Antisemit und Hitlers Partner bezeichnet, weil er den Gaza-Streifen räumen will.

    Antisemit ist mittlerweile eine Ehrenbezeichnung für Leute geworden, die das Richtige tun.
    Siegen heißt Leben

  8. #8
    GESPERRT
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    Zitat Zitat von Krabat
    Rassischer Antisemitismus und "links" sein schließen sich tatsächlich aus. Allerdings sind viele Linke Judenfeinde. Das hat man auch in den 70er gesehen, als die RAF mit dem palästinensischen Terror zusammengearbeitet hat.

    Antisemitismus und Antiimperialismus gehen bei den Linken Hand in Hand.

    Unser Außenminister war einst ein gern gesehener Gast auf PLO-Veranstaltungen!
    Falsch. Die Linken der 70er Jahre waren gegen die imperialistischen Bestrebungen der damaligen israelischen Regierung. Sie waren KEINE Judenfeinde. Sie verstanden ihren Kampf auch als Kampf für ein autonomes und eigenständiges Palästina.
    Du darfst AUF KEINEN FALL Antisemitismus, der die Judenfeindlichkeit meint, mit der, auch unter Juden verbreiteten, kritischen Haltung zum Beispiel hinsichtlich der israelischen Siedlungspolitik, verwechseln.

  9. #9
    GESPERRT
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    Zitat Zitat von Oberst Klink
    Meiner Meinung nach ist man kein Antisemit, wenn man Israel kritisiert.
    Kritik allein reicht nicht aus, um das zu sein, aber viele erkennen nicht den Unterschied, außerdem ist Antisemitismus nicht allein gegen Israel gerichtet, sondern gegen alle Juden.
    Ich sehe der Umgang im STALAG mit allierten Gefangenen treibt erste Früchte.
    Das was Sie sagen ist völlig korrekt.

  10. #10
    Leyla
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    Zitat Zitat von Kaiser
    Antisemit ist mittlerweile eine Ehrenbezeichnung für Leute geworden, die das Richtige tun.
    Nein, aber der Antisemitismus-Vorwurf wird mittlerweile so inflationär gebraucht, dass sich echte Antisemiten bei Bedarf ganz gut hinter der Masse der Leute verstecken können, denen man diesen Vorwurf zu Unrecht macht.

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