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Thema: eigene Kurzgeschichten

  1. #11
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    Hallo, KDE,
    es geht aber auch anders -
    lies doch noch mal Schillers 'Ode an die Freude'
    und hör dabei den 4. Satz von Beethovens 9.

    Da ist Licht
    da ist Leben

    Gruß HJR

    ------------------

    Wenn man nur die Alten liest,
    ist man sicher,
    immer neu zu bleiben


    Marie v. Ebner-Eschenbach

  2. #12
    <--
    Gast

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    Nochmal eine Kurzgeschichte: Sie orientiert sich an der Geschichte [Links nur für registrierte Nutzer] von Jean Giono.

    Der Mann der auch Bäume pflanzte

    Es war einmal eine sehr einsame, trostlose Wüstengegend. Die Sonne knallte vom Himmel, aber es gab kaum Wasser. Kilometerweit war die Gegend von nichts als Dürre bestimmt. Und mitten in dieser Gegend lebte ein Hirte mit seinen Schafen. Er war ein sehr guter Mensch. Sein Haus war ordentlich und aufgeräumt, er kümmerte sich gut um seine Schaafe und zu jedem Fremden der sich in diese Gegend verirrte war er sehr hilfsbereit und teile alles was er hatte. Das nächste Dorf war einige Kilometer weit entfernt und so lies her auch Fremde bei sich übernachten, die noch einen weiten Fußmarsch vor sich hatten. In den entfernten Dörfern herrschte Krieg zwischen den Leuten, weil jeder nur möglichst schnell aus der leblosen Gegend wegziehen wollte. Doch im Haus des Hirten war ein Ort der Ruhe und des Friedens. Und weil der Hirte in seiner Einsamkeit nicht viel zu tun hatte, hatte er eines Tages beschlossen Bäume zu Pflanzen um das tote Land wieder zu Leben zu erwecken. Jeden Abend ordnete der die Samen nach Qualität und am darauf folgendem Tag sähte der die Samen sehr sorgfältig aus. Er ging dabei sehr behutsam vor und wiederholte diese Tätigkeit über Jahre hinweg jeden einzelnen Tag um so viele Bäume wie möglich zu pflanzen. Der Krieg in den entfernten Dörfern beirrte ihn nicht. Der Hirte planzte Eichen, Birken und Buchen, so dass über die Jahre hinweg im Wüstensand ein richtiger Wald entstand. Die Bäume spendeten Schatten und die Wurzeln speicherten Wasser. Und so bereiteten sich die Samen der Bäume auch ohne das zutun des Hirten weiter aus und der Wald wuchs und wuchs. Eine großartige Kettenreaktion setze sich selbstständig fort. Die Luft wurde besser, die ausgetrockneten Flussbetten führten wieder Wasser und mit dem Wasser kam auch das Leben zurück. Im Wald gab es Tiere, die von den Jägern gejagt wurden und die Leute kehrten in die Dörfer, denen sie entkommen wollten, zurück. Leben entwickelte sich und breitete sich immer weiter aus.
    Leider wurde im darauf folgendem Jahr beschlossen, dass an diese Stelle gar kein Wald gehöre und das Problem mit einer kleinen Atombombe wieder beseitigt.

  3. #13
    Mitglied Benutzerbild von Klaus
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    Ist diese Geschichte eigentlich optimistisch oder pessimistisch? Ist sie traurig, oder ist es etwas zum Schmunzeln?
    Ich finde es optimistisch und zum Schmunzeln. Es gibt unzählige solcher Hirten, die etwas Vernünftiges machen für die Natur, für andere Menschen, für Arme und Hungernde.
    Sie erinnern irgendwie an Sisyphus und seine vergebliche Arbeit. Aber eben nur scheinbar, weil nicht alles Sinnvolle sofort wieder von einer verbürokratisierten Bürokratie zerstört werden kann.

    Außerdem gibt es ja gar nicht so viele kleine Atombomben .
    Es wurde schon alles gesagt; nur noch nicht von allen.
    ( Karl Valentin )

  4. #14
    <--
    Gast

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    Hallo!

    Original von Klaus
    Ist diese Geschichte eigentlich optimistisch oder pessimistisch? Ist sie traurig, oder ist es etwas zum Schmunzeln?
    Ich finde es optimistisch und zum Schmunzeln. Es gibt unzählige solcher Hirten, die etwas Vernünftiges machen für die Natur, für andere Menschen, für Arme und Hungernde.
    Sie erinnern irgendwie an Sisyphus und seine vergebliche Arbeit. Aber eben nur scheinbar, weil nicht alles Sinnvolle sofort wieder von einer verbürokratisierten Bürokratie zerstört werden kann.
    Sofort sicher nicht, aber früher oder später... Spätestens wenn die Welt untergeht... (Aber bis dahin können manche Dinge vielleicht noch ganz nützlich für manche sein.)

    Außerdem gibt es ja gar nicht so viele kleine Atombomben .
    Stimmt, die meisten sind ziemlich groß .

    Ich habe zuerst überlegt, ob man das Holz vielleicht nutzen könnte, um damit einen Krieg zu führen... Aber Panzer werden ja nicht als Holz gebaut...

    Trotzdem, ein alternatives Ende dazu wäre:

    ... Im Wald gab es Tiere, die von den Jägern gejagt wurden und die Leute kehrten in die Dörfer, denen sie entkommen wollten, zurück. Leben entwickelte sich und breitete sich immer weiter aus.
    Die Gegend wurde dichter besiedelt und so kam auch der Krieg, der zuerst nur in den fernen Dörfern herrschte immer näher. Deshalb wurde beschlossen den Wald abzuholzen um damit die Energieversorgung für die Rüstungsindustrie sicherzustellen und noch viele Kriege führen zu können. Hätten die Millitärs von dem Einsatz des Hirten gewusst, wären sie ihm dankbar für seine Verdienste um den Krieg gewesen.

  5. #15
    Mitglied Benutzerbild von Klaus
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    [quote]Original von <--

    [...]
    Sofort sicher nicht, aber früher oder später... Spätestens wenn die Welt untergeht... (Aber bis dahin können manche Dinge vielleicht noch ganz nützlich für manche sein.)
    __________________________________________________ _______

    Vielleicht aber werden früher oder später die Bösewichter und Bürokraten davon gejagt. Möglichst bevor die Welt untergeht?

    Wie kommt es eigentlich, dass immer wieder Menschen etwas Vernünftiges machen? Ohne Bezahlung, ohne Auftrag, ohne Spekulation auf einen Orden? einfach so...
    Es wurde schon alles gesagt; nur noch nicht von allen.
    ( Karl Valentin )

  6. #16
    <--
    Gast

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    Hallo Klaus P.!

    Original von Klaus
    Vielleicht aber werden früher oder später die Bösewichter und Bürokraten davon gejagt. Möglichst bevor die Welt untergeht?
    Ich finde es ja ok, dass es Bürokraten gibt . (Und wer ein Bösewicht ist und wer nicht, ist mM Definitionssache.) Deshalb müssen sie mM auch nicht weggejagt werden...
    Was ich sagen wollte ist, dass früher oder später alles wieder zerstört wird - nicht unbedingt durch Bürokraten etc., aber spätensten wenn die Welt untergeht wird eigentlich alles bedeutungslos weil mit der Welt ja dann alles verschwindet, denke ich.
    Und dadurch, dass die Welt sicher irgendwann "untergehen" wird, hat eigentlich schon jetzt nichts eine übergreifende Bedeutung.
    Aber natürlich sind manche Dinge trotzdem ganz nützlich, das möchte ich ja nicht abstreiten. Denn individuelle (subjektive) Bedeutungen gibt es ja trotzdem und es ist (weil es vielleicht noch eine Weile bis zu Weltuntergang hin ist) sicher schöner in einer "schönen" Welt (je nachdem, was man darunter versteht) zu leben, als in einer weniger schönen.
    Und sogesehen ist es dann sicher ganz schön, wenn z. B. die Umwelt nicht völlig verdeckt ist, etc.

    Wie kommt es eigentlich, dass immer wieder Menschen etwas Vernünftiges machen? Ohne Bezahlung, ohne Auftrag, ohne Spekulation auf einen Orden? einfach so...
    Ich denke mal, dass das an der Hoffnung liegt, dass das Leben dann schöner wird (was ich ja nicht falsch finde).

  7. #17
    Mitglied Benutzerbild von Klaus
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    __________________________________________________ _____
    [I]Original geschrieben von <--
    Was ich sagen wollte ist, dass früher oder später alles wieder zerstört wird - nicht unbedingt durch Bürokraten etc., aber spätensten wenn die Welt untergeht wird eigentlich alles bedeutungslos weil mit der Welt ja dann alles verschwindet, denke ich.
    __________________________________________________ ______

    Das ist ja richtig, das nichts ewig besteht. Auch die Welt nicht. Nur können Bürokraten und Bösewichter, die Kriege anzetteln, diesen Prozess ungemein beschleunigen. Man darf sie nicht gewähren lassen, nur weil die Welt ohnehin in Millionen von Jahren untergeht.
    Auch deshalb nicht, weil fast alle Menschen leben wollen.
    Es wurde schon alles gesagt; nur noch nicht von allen.
    ( Karl Valentin )

  8. #18
    <--
    Gast

    Standard

    Original von Klaus
    Das ist ja richtig, das nichts ewig besteht. Auch die Welt nicht. Nur können Bürokraten und Bösewichter, die Kriege anzetteln, diesen Prozess ungemein beschleunigen. Man darf sie nicht gewähren lassen, nur weil die Welt ohnehin in Millionen von Jahren untergeht.
    Auch deshalb nicht, weil fast alle Menschen leben wollen.
    Ich denke ja auch nicht, dass es bei aktueller Politik darum gehen sollte, dass die Welt irgendwann ja eh untergeht. Denn wenn man politisch nach der Bedeutungslosigkeit (an die ich glaube) handeln würde, dann müsste man ja gar nichts mehr tun. Ich denke, politisch geht es eben einfach nicht darum, dass die Welt irgendwann untergeht, sondern darum die Zeit bis die Welt untergeht (oder, je nach Partei, die Zeit bis zum eigenen Tod) für die vertretene Gruppe (oder zumindest für die Politiker selber (ich weiß ja nicht, an wen die denken, wenn sie im Bundestag sitzen)) möglichst schön zu gestalten (idealerweise jedenfalls). D.h. mM dass die Politiker in einer Regierung mM versuchen ihre eigenen Interessen, die Interessen ihrer Wähler, die Interessen der Bevölkerung ihres Landes oder die Interessen "aller" Menschen möglichst gut zu vertreten versuchen (ich fände das letzte am Besten) ohne dabei daran zu denken, dass sie irgendwann eh sterben (und damit ihre eigenen Interessen bedeutungslos werden und eigentlich bereits sind), oder dass die Welt irgendwann untergeht (und damit die Interessen aller Menschen bedeutungslos werden). Es geht halt mM einfach darum, die Zeit bis dahin möglichst "schön" zu gestallten - ob und wieweit das möglich ist, weiß ich nicht...

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