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Thema: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

  1. #41
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Skorpion968 Beitrag anzeigen
    ....
    Und wie sieht es mit Trainern aus? Der eine Läufer muss 12 Stunden malochen und soll laufen, der andere hat einen Masseur, einen Ernährungsspezialisten, einen Trainer und kann jeden Tag so viel trainieren, wie er Lust hat.

    Wer von den beiden gewinnt das Rennen?

  2. #42
    Vater der Drachen Benutzerbild von Skorpion968
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Querulant Beitrag anzeigen
    Aber wie sollte man das Ändern?

    - Verbot von Zuneigung durch die Eltern, weil nicht alle Kinder welche bekommen?
    - Verbot von schulischer Hilfe durch die Eltern, weil das nicht alle Eltern können?
    - Verbot von privater Nachhilfe, weil das nicht alle Eltern bezahlen können
    - Verbot der Finanzierung von Auslandsreisen, weil das nicht allen Eltern möglich ist.
    - Verbot von Studien im Ausland, außer mit Stipendien!

    =>Einrichtung einer Anstalt, in der alle Kinder exakt die gleichen Bedingungen bekommen. Der Kontakt zu den Eltern wird verboten.
    Das ist doch Unsinn. Chancengleichheit bedeutet nicht das Verbot von Eltern. Es bedeutet, dass du Bedingungen schaffst, unter denen jedes Kind die gleichen Bildungschancen erhält, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
    Das bedeutet, dass sämtliche Schulbildung staatlich finanziert sein muss. Und zwar nicht nur die Schulgebäude, sondern auch Lernmittel, Schulausflüge, Nachhilfe zur Förderung, bis hin zu kostenlosem Zugang zu Universitäten.
    Das bedeutet auch, dass du mit Frühförderung anfängst. Die muss schon in Kindergärten und KITAS staatlich finanziert sein.

    Wir sollten viel eher erkennen, dass jeder Weg mit Vor- und Nachteilen behaftet ist. Das Leben eines Herrn Ackermanns würde ich niemals leben wollen, weil viel zu wenig Zeit für Familie und Freunde bleibt. Für mich ist das überhaupt nicht erstrebenswert und in den ganzen Neiddebatten über die so großartige Bevorteilung Einzelner wird immer wieder vergessen, dass diese Menschen für Entbehrungen z.B. emotionaler Art durchmachen müssen, um den von der Familie vorgesehen Platz zu erreichen.
    Da kommt mal wieder die übliche Neidkeule und die Bagatellisierung durch das Ausweichen auf Nebenschauplätze.

    Wir haben heute ein sehr gutes Niveau erreicht. Alle dürfen alles und es gibt für den untersten Rand minimal Förderungen, damit Studien möglich sind. Jede weitere Gleichmachung wäre meiner Meinung nach gleichbedeutend mit einem Kappen der Besten und den Besten.
    Wir haben keineswegs ein gutes Niveau. Wir hatten mal ein viel besseres Niveau, aus dem wir in den letzten 30 Jahren leider wieder abgeglitten sind.
    Heute sind die Bildungsschichten wieder kaum noch durchlässig. Das Schicksal und die finanzielle Ausstattung der Eltern entscheidet über das Schicksal der Kinder.
    Zum Glück war das zu meiner Schul- und Studienzeit noch anders, sonst hätte ich keine akademische Ausbildung machen können.
    Teilen ist das neue Haben.

  3. #43
    Vater der Drachen Benutzerbild von Skorpion968
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Querulant Beitrag anzeigen
    Und wie sieht es mit Trainern aus? Der eine Läufer muss 12 Stunden malochen und soll laufen, der andere hat einen Masseur, einen Ernährungsspezialisten, einen Trainer und kann jeden Tag so viel trainieren, wie er Lust hat.

    Wer von den beiden gewinnt das Rennen?
    Auf die Schulbildung übertragen bedeutet das, dass die Trainingsförderung für alle Läufer staatlich finanziert sein muss.
    Teilen ist das neue Haben.

  4. #44
    GESPERRT
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Skorpion968 Beitrag anzeigen
    Das ist doch Unsinn. Chancengleichheit bedeutet nicht das Verbot von Eltern. Es bedeutet, dass du Bedingungen schaffst, unter denen jedes Kind die gleichen Bildungschancen erhält, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
    Das bedeutet, dass sämtliche Schulbildung staatlich finanziert sein muss. Und zwar nicht nur die Schulgebäude, sondern auch Lernmittel, Schulausflüge, Nachhilfe zur Förderung, bis hin zu kostenlosem Zugang zu Universitäten.
    Das bedeutet auch, dass du mit Frühförderung anfängst. Die muss schon in Kindergärten und KITAS staatlich finanziert sein. ....
    Und darüber hinaus dürfen die Eltern nichts mehr für die Kinder tun?
    Natürlich brauchen wir ein Schulsystem mit gut ausgebildeten Lehrer und
    angemessener Klassengröße, aber das ist eben nur ein Teil der Geschichte.
    Alles was Sie oben fordern, ist doch heute umgesetzt. Natürlich ginge das
    noch besser, aber wie, darüber diskutieren Generationen von Pädagogen.

    Es wird darum über die juristische Gleichheit keine Changengleichheit geben
    können. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, weil man aus jeder Situation
    als Mensch ein wunderbares Leben gestalten kann.

    Liebe Grüße Q.

  5. #45
    Vater der Drachen Benutzerbild von Skorpion968
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Querulant Beitrag anzeigen
    Und darüber hinaus dürfen die Eltern nichts mehr für die Kinder tun?
    Das sagt niemand. Es geht darum, die Nachteile derjenigen auszugleichen, deren Eltern nichts für sie tun (können).

    Natürlich brauchen wir ein Schulsystem mit gut ausgebildeten Lehrer und
    angemessener Klassengröße, aber das ist eben nur ein Teil der Geschichte.
    Alles was Sie oben fordern, ist doch heute umgesetzt.
    Nein, das ist heute eben nicht alles umgesetzt.
    - An Unis gibt es Studiengebühren
    - Die staatliche Finanzierung von Lernmitteln wurde gestrichen
    - Es gibt keinen staatlich finanzierten Förderunterricht
    - usw...

    Es wird darum über die juristische Gleichheit keine Changengleichheit geben können.
    Es ist richtig, dass das zu 100% wahrscheinlich nicht erreicht werden kann. Aber man kann sich den 100% so weit wie möglich annähern.

    Das ist aber auch nicht weiter schlimm, weil man aus jeder Situation
    als Mensch ein wunderbares Leben gestalten kann.
    Ich weiß nicht, in welcher rosaroten Blümchenwelt du lebst. Mit der Realität hat das aber wenig zu tun.
    Teilen ist das neue Haben.

  6. #46
    HPF Moderator Benutzerbild von Mütterchen
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Zaphod Beeblebrox Beitrag anzeigen
    Oh jesses...
    in unserer Geselschaft können auch Arbeiterkinder ihr Abi machen- meine beiden Brüder haben eines, z.B. Kinder gut verdienender Eltern sind aus den von mir genannten Gründen überproportional an Gymnasien verteten - warum auch nicht?
    Nachhilfe zahen - als ob es daran liegen würde... und die paar Kröten, die Nachhilfe kostet, kann sich auch eine Arbeiterfamilie leisten.
    Das mit dem fremden Blut: zeige mir doch Belege für die "Kapitalklasse", die kein fremdes Blut haben will!

    NOchmal: hier in D hat JEDER seine Chance, auch nach der Schule kann man weitermachen, wenn man will.
    In meinem Lehrjahr (8 Lehrlinge) haben sich 7 weiterqualifiziert zum Ing, Meister oder Techniker. Jedem steht jede Tür offen, nur durchgehen muss man selber.
    Die Meinung teile ich. Wer Bildung möchte, für den ist sie zugänglich. Fast kostenlos.
    Eine absolute Chancengleichheit kann es gar nicht geben - wie sollte das auch funktionieren?

  7. #47
    Vater der Drachen Benutzerbild von Skorpion968
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Mütterchen Beitrag anzeigen
    Die Meinung teile ich. Wer Bildung möchte, für den ist sie zugänglich. Fast kostenlos.
    Eine absolute Chancengleichheit kann es gar nicht geben - wie sollte das auch funktionieren?
    Absolut nicht, aber in möglichst großer Annäherung.
    Teilen ist das neue Haben.

  8. #48
    HPF Moderator Benutzerbild von Mütterchen
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Skorpion968 Beitrag anzeigen
    Absolut nicht, aber in möglichst großer Annäherung.
    Hups- mit der Antwort habe ich jetzt überhaupt nicht gerechnet.

  9. #49
    HPF Moderator Benutzerbild von Mütterchen
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zitat Zitat von Marx Beitrag anzeigen
    Das ist nicht so, denn in dieser Gesellschaft ist alleine der Geldbeutel ausschlaggebend für die Bildung. Die Schule kann und will nicht, und wer von den schlechter verdienenden kann es sich leisten für sein Kind Nachhilfe zu bezahlen.
    Das Problem liegt an der Gesellschaft die es gar nicht will das es nach den Fähigkeiten geht, es geht hier nur darum, das nach Möglichkeit kein "fremdes" Blut die Kapitalklasse "verseucht".

    Ich würde nie abstreiten, dass man, wenn man denn viel Geld investieren kann, ein paar Vorteile auf der Hand hat.
    Aber nur ein paar Vorteile - und nur in besonderen Fällen, etwa, wenn man seinem recht bildungsresistenen Nachwuchs einen Privatlehrer zahlt.
    Oder das Geld hat für eine sehr gute Privatschule.

    Nur, wieso sollte alleine der Geldbeutel für die Bildung ausschlaggebend sein?
    Man braucht auch nicht immer eine Nachhilfe, bis zu einer gewissen Klasssenstufe können auch die Eltern unterstützen. Man braucht halt Zeit und Geduld. Bildung ist kostenlos, deswegen aber trotzdem nicht vollkommen umsonst. Investieren muss man schon etwas. Zum Beispiel guten Willen.

  10. #50
    Eine Schand für 'schland Benutzerbild von Sathington Willoughby
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    Standard AW: Was ist eigentlich Chancengleichheit?

    Zudem sehen wir doch, das, je mehr die Hauptschulen abgebaut werden, umso mehr Privatschulen aus dem Boden sprießen.
    Denn wenn das Niveau an Gymnasien weiter abfällt, werden Eltern, die es sich leisten können (und denen der Nachwuchs was bdeutet) ihre Kinder an "bessere SChulen" schicken. Man bewirkt also das Gegenteil, denn erst DANN ist Bildung wirklich vom Geldbeutel der Eltern abhängig.
    Raumschiff Genderpreis II: Die Weltmeisterschaft der Götter

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    Immigration nach Deutschland: es kommen nicht die Besten, sondern die Bestien.

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